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	<title>Stadtrandgeschichten &#187; spiel</title>
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		<title>In der Stadt, die es nicht gibt</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 08:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war München, natürlich ganz anders, als man es so kennt. Sie wurde als die lebenswerteste Stadt bezeichnet. Überhaupt nicht spießig, mit ganz vielen jungen Menschen in zartrosa oder blasstürkisen Overalls, wie in den 80ern. In den Straßenbahnen konnte man frühstücken oder Kaffee trinken, allerdings illegal. Man wurde quasi von anderen Fahrgästen mit großen Provianttaschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war München, natürlich ganz anders, als man es so kennt. Sie wurde als die lebenswerteste Stadt bezeichnet. Überhaupt nicht spießig, mit ganz vielen jungen Menschen in zartrosa oder blasstürkisen Overalls, wie in den 80ern. In den Straßenbahnen konnte man frühstücken oder Kaffee trinken, allerdings illegal. Man wurde quasi von anderen Fahrgästen mit großen Provianttaschen bewirtet. Auch Zeitungen wurden bereit gestellt. Das führte dazu, dass man in den Straßenbahnen länger blieb, als eigentlich nötig und Extrarunden drehte, doch die Gültigkeit der Fahrausweise war zeitlich begrenzt. Die Kontrolleure jedoch arbeiteten absichtlich und bedacht langsam, so dass man noch Zeit hatte, auszusteigen.</p>
<p>Außerdem waren in der ganzen Stadt überall Luftballons angebracht: an Fassaden, Hauseingängen, Brücken, Laternen, Fahrrädern und Bäumen. Man sammelte sie ein, man band sie wieder wo anders an. Es gab Farbenspiele, die alle Menschen der Stadt verstanden und man so mit wildfremden Passanten beim Vorbeigehen Farben tauschen oder anders an dem Spiel teilnehmen konnte.</p>
<p>Die lustigsten Turn- und Sportgeräte, selbstgebastelt und meist sehr einfach, standen vor den Häusern, für alle zu benutzen. Ich ging an einem Trockenschwimmbecken vorbei, da konnte man sich auf ein fahrbares Brett über einem trockenen Becken legen und Schwimmübungen machen. (War definitiv lustiger, als dies jetzt klingen mag!)</p>
<p>Und es gab vor jedem Geschäft Give-Aways. Vor allem am Abend oder am Wochenende. Was immer das Geschäft auch verkaufte, außerhalb der Öffnungszeiten waren einige der Produkte vor den Eingangstüren aufgehängt. Zur Ansicht oder zum Mitnehmen, als Geschenk. Wenn man also abends beim Weggehen draufkam, dass man eigentlich schon einen Schal brauchte, konnte man sich einen nehmen. Für die Menschen war es klar, dass es sich hier um Geschenke handelte – alle gingen respektvoll damit um, niemand nahm etwas, was er gar nicht wollte.</p>
<p>Ich kam mit jemandem ins Gespräch, es ging um meine Kinder. Kinder? Ja, ein Kind habe ich, aber doch nicht im Traum! Und dann drückte die Blase… <img src='http://www.babylog.at/patita/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="icon wink In der Stadt, die es nicht gibt" class='wp-smiley' title="In der Stadt, die es nicht gibt" /> </p>
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		<title>Kaufrausch</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 12:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem bin ich momentan verfallen. Ich fühl mich ganz eigenartig, weil ich eigentlich gar nicht der Typ dazu bin. Ich hasse es, mich zwischen Massen von Menschen und Zeug zu schieben, nach geeigneten Artikeln zu wühlen, mich mit überlauter, zu schneller Musik, volldröhnen lassen zu müssen und mich dann womöglich auch noch in enge, überheizte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem bin ich momentan verfallen. Ich fühl mich ganz eigenartig, weil ich eigentlich gar nicht der Typ dazu bin. Ich hasse es, mich zwischen Massen von Menschen und Zeug zu schieben, nach geeigneten Artikeln zu wühlen, mich mit überlauter, zu schneller Musik, volldröhnen lassen zu müssen und mich dann womöglich auch noch in enge, überheizte Umkleidekabinen zu zwängen. IIIIIHHHH!</p>
<p>Nicht nur das. Ich verachte den Status Quo des gängigen Konsumwahns auch ideologisch. Wie bescheuert ist eine Gesellschaft, die darauf wurzelt, dass alle irgendwelche Dinge kaufen, die sie nicht brauchen, die noch dazu von blutigen (Kinder)Händen erzeugt werden, meist giftig sind und durch Raubbau entstehen, nur weil die Botschaft aus dem Fernsehen kommt? Nicht nur, dass wahre zwischenmenschliche Werte dabei verloren gehen,  alles immer schneller wird und wir für nichts mehr Zeit haben, außer Geld verdienen und Geld wieder ausgeben, sondern vor allem, dass wir bei  diesem Spiel überhaupt (noch) mitmachen, obwohl wir nie dabei gewinnen können, weil einfach der Finanzmarkt schon längst nur mehr ein fiktiver ist und uns die Superreichen längst nur mehr verarschen.</p>
<p>Doch jetzt, seit ich in Karenz bin, noch dazu auf dem Land wohne, und hier das Internet der Anschluss an die große Welt zu sein scheint, hat mich die Bestellwut gepackt. Ich ersteigere, impulskaufe, will einfach haben. Puh, ein Dilemma!</p>
<p>Klar, ich brauche einiges für unser neues Domizil (ha &#8211; jetzt ist es heraus: ja, wir ziehen wieder in die Stadt <img src='http://www.babylog.at/patita/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="icon wink Kaufrausch" class='wp-smiley' title="Kaufrausch" />  ), aber was ist mit dem himbeerfarbenen Minikleid, den zwei Paar Turnschuhen und den Hauspatschen? Kompensiere ich hier schon meine noch nicht gelebten Träume vom urbanen Partyfeiern und wildromantischen Kuscheln vorm Kamin im neuen alten Häuschen? Innerlich bin ich ganz kribbelig, wenn ich daran denke, dass sich mein Erspartes von den letzten Jahren meines Arbeitslebens nun sukzessive dem Ende zuneigt, hoffend, dass die Renovierungskosten noch drin sind…</p>
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