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  • Avatar of Patita

    Patita um 10:58 am 28. July 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: , betäubungsmittel, ctg, elternschaft, , Hebamme, jubiläumswarte, , , Kreißsaal, kreuzbein, , mütter, nabelschnur, , samurai-position, , traubenzucker, väter, , wehen, wirblesäule   

    Verstrichen plus Eins 

    So lautete die Antwort der Hebamme auf die Frage der Gebärenden, wie weit wir denn wären. Es war Nachmittag, für die Gebärende war die dreißigste Wachstunde angebrochen, ihr größtes Motivationstief war überwunden und sie gab sich mit dem Verlauf der Dinge geschlagen. Die halbe Ampulle eines Betäubungsmittels tat das ihrige dazu. Die werdende Mutter hatte ihren Widerstand aufgegeben, lag mit geschlossenen Augen auf dem halbaufrechten Bett, nicht in ihrer optimalen Wehenverarbeitungshaltung. Das war allerdings das Zugeständnis an das Benebelungsmittel. Wegen des Kreislaufs durfte sie ab dem Zeitpunkt der Verabreichung nicht mehr stehen. Manchmal kniete sie noch im Vierfüßler auf dem Bett. Sie spürte natürlich trotzdem die Schmerzen, musste natürlich trotzdem viel Kraft anwenden und konnte natürlich trotzdem nicht schlafen. Sie konnte, wie ich ihr ansah, mit dem Begriff genauso wenig anfangen, wie ich. Aber irgendwie vermittelte er Zuversicht.

    ctg Verstrichen plus Eins

    Die Wehen waren immer noch unregelmäßig, sie blieben es bis zum Schluss. Als der Pressdrang begann, war klar, dies musste die Endphase sein. Unglaublich, wie viele Kräfte sie zu diesem Zeitpunkt noch mobilisieren konnte. Eine leidenschaftliche Sportlerin, vor allem was das Radfahren betrifft, mir nicht unähnlich. Ich hatte sie seit dem frühen Vormittag immer wieder am Kreuzbein und entlang der Wirbelsäule mit Shiatsu behandelt. Es tat ihr wohl, es nahm der einen oder anderen Wehe ihren Schmerz. Auch jetzt versuchte ich sie mit Shiatsu zu unterstützen, hauptsächlich am Kopf, der Stirn, dem Nacken, manchmal am Arm oder am Bein, wenn eines der beiden gerade in meiner Nähe war. Dazwischen versorgte ich meine Freundin mit Wasser und Traubenzucker.

    Es roch schon nach Geburt, als die ersten Haare des Babykopfes erkennbar wurden. Ab diesem Zeitpunkt durfte sie ihre Beine in den Wehenpausen nicht mehr schließen, sonst hätte sie das Baby wieder zurück gedrückt. Sie war in die herausfordernde Seitenlage gezwungen. Ich hüpfte also auf das Bett und hielt in einer Abwandlung der Samurai-Position ihre Knie auf Distanz, die letze halbe Stunde lang. Tapfer und kraftvoll presste sie den Buben von Wehe zu Wehe ein paar Zentimeter weiter hinaus, bis es nach dem Kopf endlich flutschte und das Kind ins Licht des Kreißzimmers kam. Graublau, mit der Nabelschnur um den Hals (locker genug) und mit verkreuzten Armen wurde es von der Hebamme in Empfang genommen. Die Krankenhäusler (zum Endspurt gesellte sich eine weitere Hebamme, eine Ärztin und ein Pfleger zu unserem Dreierteam) jubelten. Ich kämpfte mit meiner Fassung und meiner sich zum Weinen verzerren wollenden Mimik. Es war die erste Geburt eines Menschenkindes, die ich sehen durfte.

    Gut, dass ich mich meines weiteren Auftrags besinnen konnte, den Vater des Kindes zu holen. Ihn, der sich die letzten Monate der Schwangerschaft nicht mehr gemeldet hatte, der die werdende Mutter dann doch noch zum errechneten Geburtstermin im Krankenhaus bei einer Untersuchung abgepasst hatte und sich, wie ich von ihr später hörte, sehr liebevoll und bemüht um die Wehende die ganze Nacht vor der Geburt gekümmert hatte. Die beiden dürften noch einiges bereinigt haben. Sie haben den für die Mutter schon feststehenden, in ihrem Freundeskreis schon akzeptierten, goutierten und verwendeten Namen des Kindes wieder aufgehoben und sich, wenn auch nicht für eine Liebesbeziehung, denn doch für eine gemeinsame Elternschaft, ausgesprochen. Er war sehr durch den Wind, als ich ihn holte. Als ich die Jungfamilie mindestens eine Stunde später verließ, hielt er noch immer das Baby mit tränenden Augen im Arm und wirkte, als ob er den wertvollsten Schatz des gesamten Universums hütete. Geduldig beobachtete die Mutter die Szene, mit schon aufgeknöpftem Hemd, bereit das Kind zum Busen zu bringen, wenn auch alle anderen sich dazu bereit zeigten.

    Wann das geschah, weiß ich nicht. Ich überließ die Szene ihrer Intimität und ging mit der zweiten Bereitschaftsfreundin etwas essen und besuchte danach noch ein befreundetes Paar in der Nähe des Krankenhauses. Nach Mitternacht setzte ich mich endlich wieder auf meinen vollbepackten Drahtesel und bezwang in Ehrerbietung an meine Freundin den Weg zur Jubiläumswarte. Atmend, staunend, freudig, gruselnd, sortierte ich die Erlebnisse des Tages und die Wahrnehmungen der Nacht. In der alle Mühe lohnenden Abfahrt schickte ich noch meine besten Wünsche an die jungen Eltern auf den Weg, und an das noch namenlose Baby sowieso… icon wink Verstrichen plus Eins

     

     
    • Avatar of Nel

      Nel um 18:55 am 30. Juli 2011 Permalink | antworten

      sehr schöner text! macht lust aufs gebären, das meine ich ernst. so ein großartiges ereignis,

    • Dutchi um 21:53 am 30. Juli 2011 Permalink | antworten

      Du solltest Doula werden. Ehrlich!
      Eingeleitet zu werden hat sich für mich ganz komisch angefühlt, obwohl alles sehr flott und glatt ging und ich fast alles nach meinen Wünschen gestalten konnte. Es ist gut, wenn man jemanden dabei hat, bei dem man sich fallenlassen kann, auf dem automatisch etwas holprigeren Einleitungs-Pfad. Klingt, als wärst du genau die richtige gewesen.

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    Patita um 22:02 am 19. April 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: dünkel, , , , mütter, , , , vertrauen   

    Glückskeks 

    Als solches empfinde ich mich. Jedenfalls seit ich wirklich an ein glückliches und somit auch ein glückbeseeltes Leben glaube, also seit einem guten Jahrzehnt. Das Haus hier mit dem Garten war definitiv ein Haupttreffer, abgesehen von meinem Liebsten und unserem Kind natürlich. Auch die Tagesmutter war, bzw. ist ein Glückstreffer. Ich wusste, auch während dieses ganzen Zirkus mit der Kinderkrippe, der in meinem Inneren stattfand, dass es die Idealversion für uns alle gibt. Ich hörte nicht auf, daran zu glauben. Kurzfristig versteifte ich mich auf eine Montessori-Kleinkindgruppe. Sie erschien mir ideal. Die Vorgespräche waren so, wie sie sein sollten, nämlich offen, menschlich, persönlich, an dem Kind genauso interessiert, wie an den Anliegen der Eltern und es schien den Verantwortlichen auch wichtig zu sein, ihre Methoden zu erklären. Wirklich schön. Ich kam mir gesehen vor. Mein Sohn wurde gesehen. Wir waren willkommen. Die Montessori-Idee gefällt mir ohnehin, die Pädagoginnen scheinen wirkliche Profis zu sein, eine von ihnen ist sogar Pikler-Pädagogin. Und von Pikler bin ich sowieso überzeugt. Alles perfekt also für meinen Wunsch, dass mein kleiner Hase einen gesunden sozialen Umgang lernt. Von Anfang an. Nicht vorgekaut, sondern mit der Möglichkeit, selber zu erkennen, mit der schönen Methode des Spiegelns bei Konflikten. Und auch ich würde die erhoffte Inspiration für meinen Alltag zu Hause mit meinem Kind bekommen. Man verliert sich ja immer wieder so leicht in irgendwelchen alten Mustern. Ach, diese ideale Welt – sie ist so schön!

    Aber es gab auch Aspekte des Ganzen, die nicht so gut passten, wie z. B. die Kosten. Nicht, dass ich glaube, dass das Angebot dieser Gruppe nicht ihr Geld wert wäre, ganz im Gegenteil. Ich finde, diese Menschen sollten wesentlich mehr verdienen. Aber für unser Haushaltsbudget sind diese Beträge leider nicht in einer Größenordnung, die einfach aus der Portokassa entnommen werden könnten. Trotzdem, auch da glaubte ich weiter an die Machbarkeit – wo ein Wille, da ein Weg. Der zweite Nachteil waren die Öffnungszeiten. Ich habe hier schon mal erwähnt, dass uns mit einer Nachmittagsbetreuung am meisten geholfen ist, da der Kindesvater sich die Vormittage so gut wie immer frei einteilen kann, die Nachmittage jedoch nicht. Und wie es bei mir ab Herbst aussehen wird, kann ich noch nicht sagen. Es scheint mir jedenfalls recht unrealistisch bei meiner Arbeitsstelle nur vormittags zu arbeiten.

    Also stieß ich glücklicherweise in der Zwischenzeit auf unsere Tagesmutter – auch das wurde hier schon genauer geschildert. Mein Sohn ist ihr erstes Tageskind. Schon am Telefon sagte sie mir, dass sie sich mit den Zeiten nach den Wünschen der ersten Familie richten wolle. Was für ein Glück – ich bin nicht so oft die Erste. Meinem Kind gefiel es dort von Anfang an sehr gut. Man kann es spüren, dass es sich wohl fühlt. Ich selber schwankte in den ersten Wochen. Diese Frau schien mir ihren eigenen Sohn viel zu sehr zu bemuttern. Die Grundsätze von Reformpädagogik schienen ihr nicht wichtig zu sein, dafür aber Höflichkeitsfloskeln und Umgangsformen. Nicht, dass Höflichkeit nicht auch von mir ein gern gesehener Wert wäre, aber mit einem ganz anderen Stellenwert. Handgeben als Muss, wenn jemand kommt oder geht, erscheint mir weder für Kleinkinder, noch für sonst irgendjemanden gut. Wenn man seine Freundlichkeit oder Zuneigung ausdrücken möchte, wird man, in jedem Alter, Mittel und Wege finden, dies zu tun. Wenn es passt, dann auch durch Handgeben. Training erfordert das meiner Meinung nach nicht. Naja.

    Als sie mir eines abends beim Abholen erzählte, dass sich die beiden Jungs an diesem Tag das erste Mal wegen eines Spielzeugs gestritten hätten, und dass sie gar nicht recht gewusst hätte, wie sie damit umgehen sollte, fiel mir das Herz in die Hose. In der Montessori-Gruppe hätten sie das sehr genau gewusst, schoss es mit durch den Kopf. Ich wusste nicht, was antworten. Ich antwortete auch nicht. Erst zu Hause, nach Stunden (oder waren es Tage?), kam ich zu dem Punkt, eine große Wertschätzung dieser Frau gegenüber zu empfinden. Sie hat sich mir gegenüber in ihrer vollen Echtheit gezeigt, ganz ohne Maske, ganz ohne Dünkel. Sie hatte mir ihr vollstes Vertrauen entgegen gebracht!

    Nochmal ein paar Tage später fragte sie mich sogar um Rat. Sie wollte wissen, wie ich mit meinem Hang zur Reformpädagogik eine konkrete Situation handhaben würde. Nicht nur, weil sie daran interessiert wäre, meine Vorstellungen in Bezug auf die Erziehung meines Kindes bestmöglich zu erfüllen, nein, vielmehr, weil sie in dieser konkreten Situation mit ihrem eigenen Sohn nicht genau wüsste, was am besten wäre. Mir blieb wieder der Mund offen. Diesmal antwortete ich. Ich drückte ihr meine Wertschätzung für unsere Gesprächsbasis und ihre Unvoreingenommenheit aus. Nun war es an ihr, erstaunt zu sein. Wie eine Kuh mit großen Augen – und das sei jetzt bitte völlig liebenswürdig verstanden – blickte sie mich an und sagte: “Aber das ist ja die Grundlage dieser Arbeit, wir müssen zusammen arbeiten! Ob wir wollen oder nicht, wir sind jetzt eine große Familie!”

    Das Schwanken hatte ein Ende. Mein Kind ist in guten Händen und hat manchmal sogar schon Tischmanieren… icon wink Glückskeks

     
  • Avatar of Patita

    Patita um 11:29 am 12. April 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: ausbildung, fulltime, , haushalt, , mütter, praxis, projekte, , Stillen, to do, , verfügbarkeit   

    To do 

    Nach jahrelangem Fulltime-Job, dazu Ausbildung und zusätzlichen Projekten nebenher, danach ständige Verfügbarkeit als stillende Mutter, übersiedeln und renovieren, hab ich jetzt keine Lust mehr. Mir reicht ein bisschen Muttersein, ein bisschen Haushalt und ein bisschen Garten plus zwei Mal die Woche in der Praxis. Vor allem wenn ich daran denke, dass ab Herbst eh schon wieder alles viel straffer sein wird. Mein Liebster bringt wesentlich mehr auf die Reihe als ich. Ist auch mal schön zu sehen… icon wink To do

    Trotzdem stehen viele Dinge an, vorallem am und im Haus. Dinge, die bis jetzt vor sich hin ruhen, aber echt mal gemacht werden müssen, und die ich nicht dem Liebsten allein machen lassen kann. Um mich etwas zu motivieren hab ich die Dinge gestern abend aufgelistet. Wir werden sehen, ob es was nützt…

    to do To do

     
    • funkelblau um 12:19 am 12. April 2011 Permalink | antworten

      der Zustand deines Tisches und der Glanz der Butterdose zeugen von vielen Dingen, die gut im Griff sind…

    • rosa um 11:48 am 15. April 2011 Permalink | antworten

      Die Liste ist aber ziemlich lang. Stehen da nur Sachen drauf, wie`”Milch einkaufen und Küche kehren” oder eher Dinge wie ” Wohnzimmer ausmalen und Dach neu decken”? :-)

    • patita um 20:53 am 15. April 2011 Permalink | antworten

      eher zweiteres. die drei sachen, die in die erste kategorie fallen, sind mittlerweile schon weggestrichen. aber wie sagt man so schön? vom hudln kuman d´kinda… ;-)

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    Patita um 13:32 am 24. January 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: heimlich, hyper, , mütter, , tage, zucker   

    Die heimlichen Tage 

    Es ist soweit, das lang vorgeahnte ist da: Ich muss mich verstecken oder tricksen, um zu naschen. Und das ist gerade an den Tagen der Tage (an die ich mich übrigens immer noch nicht wieder gewöhnt habe, und die mich jedesmal wieder völlig überraschen) ein Thema. An diesen Tagen brauch ich Schoki, ich muss was Süßes essen. Es muss einfach sein, ich kann es nicht anders erklären. Damit hätt ich ja kein Problem, nur mein Sohnemann will dann naturgemäß auch davon haben – und das ist (m)ein Problem. Ich möchte, dass er so wenig Zucker wie möglich zu sich nimmt, was bisher, sogar über Weihnachten, gut funktioniert hat. Ich möchte nicht, dass er genau wie ich, zum Junkie gewöhnt wird, ich möchte seine Zähe schonen – und, wie ich mittlerweile auch festgestellt habe – sein Gemüt. Vor Kurzem hat er sein drittes oder viertes Stück Kuchen in seinem Leben gegessen und wurde unmittelbar darauf unglaublich hyper-manisch-ich-weiß-nicht-wohin-mit-meiner-Energie. Es kam mir vor, als ob er nicht wüsste, wie er gleichzeitig auf die Couch klettern und von ihr wieder runterspringen soll, oder was er vorher machen soll. Dabei hat er gequietscht, war einigermaßen waghalsig und stand ziemlich außer sich. Dieser Zustand hat locker 30 Minuten angehalten. Wär nicht eine Freundin da gewesen, die mir von ähnlichen Beobachtungen mit ihrem Neffen erzählt hat, wär ich gar nicht auf den Zusammenhang gekommen. Unglaublich…! icon wink Die heimlichen Tage

     
    • susi um 11:06 am 26. Januar 2011 Permalink | antworten

      Ha lieb! Kenn ich. Selber auf Süchtler unterwegs sein, aber dem Kind nichts `gönnen´. Und dann noch zum Zähneputzen zwingen. Urmühsam. Meine Eltern haben sich das bei mir nicht angetan. Ist immer sehr spannend beim Zahnarzt. Ich esse jetzt immer erst Schoko, wenn der Kleine schläft…

    • patita um 12:43 am 26. Januar 2011 Permalink | antworten

      zähneputzen ist glücklicherweise eh bei uns sehr gefragt. zahnpasta ablutschen könnte sogar öfter als 2 bis 3 mal am tag stattfinden…. ;-)

  • Avatar of Patita

    Patita um 12:44 am 16. January 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: amt, , deutsch, deutschsprachig, , , integration, , , , migration, mütter, muttersprache, ,   

    Nachtrag zu “Die Zweiklassengesellschaft” – oder doch “Die Dreiklassengesellschaft” 

    Einmal muss ich nochmal darauf zurück kommen. Das ist das mindeste, was ich den Frauen, die es da am Amt so viel schwieriger hatten, als ich, schuldig bin. Es ist für die eine, die schon nach längerem in-der-Schlange-stehen am Schalter angekommen, wieder auf den Sitzplatz verwiesen wurde, weil sie nicht berufstätig war, und erst dran genommen wurde, nach all den mindestens 40 offensichtlich berufstätigen Menschen. Und für die andere, die minutenlang versuchte zu beteuern, dass sie dringend einen Krippenplatz brauche, weil sie ein Jobangebot hätte, und die bei ihrer Ansprechsperson keinen Glauben fand, was ich danach unter vier Augen mit der Ansprechsperson zu hören bekam. (“De kenn i scho, de mocht nix!”) Ich hingegen wurde nicht einmal gefragt, was ich mache und warum ich den Platz beanspruche. Es genügte offensichlich ein ungebrochenes Deutsch zu sprechen und ein blondes, blauäugiges Kind bei mir zu haben…

    Natürlich, ich kann mir schon vorstellen, dass die da Amt unterbesetzt sind, viel zu tun haben, es mit Vielem zu tun haben, viel zu wenig Plätze unter viel zu vielen AntragstellerInnen zu verteilen haben. Aber ich denke, es ist wichtiger sich in die andere Position zu versetzten, sich zumindest kurz mal hineinzudenken. In die Lage der jungen Frau also, die in Wien wohnt, mit ihrer kleine Familie, schlecht deutsch spricht und daher schon vielen Schwierigkeiten im Alltag begegnet. Wahrscheinlich sitzt sie in einer viel zu kleinen Wohnung, muss mit viel zu wenig Geld haushalten, vermisst womöglich ihre Freundinnen, ihre Eltern in ihrer Heimat, vermisst ein soziales Netzwerk. Wahrscheinlich fällt ihr manchmal die Decke auf den Kopf, möchte gerne auch mal (wieder) eine andere Selbstbestätigung, als die als Mutter und Hausfrau. Und jetzt eröffnet sich wirklich eine Möglichkeit, in einem Supermarkt oder einem Kleidergeschäft zu arbeiten, oder als Putzfrau, irgendwo für ein paar Stunden. Es wär so gut, das zusätzliche Geld, das bisschen  an dazugewonnener Autonomie. Aber es geht nicht, weil die Frau am Amt ihr immer nur erklärt, dass es in Wien KEINEN gesetzlichen Anspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz gibt, zumindest nicht bis zum letzten Jahr vor der Schule.

    Und was bedeutet das für das Kind, das möglicherweise mangels entsprechendem Umfeld nicht sattelfest in seiner eigenen Muttersprache wird, und mangels entsprechendem Umfeld, das in einer Kinderkrippe geboten werden könnte, auch nicht gut deutsch lernt?  Es bedeutet, dass ihm der Platz in einer der unteren Gesellschaftsstufen ziemlich sicher ist. Dass es sich wahrscheinlich oft, wenn nicht immer als etwas Minderwertiges fühlen wird und auch so behandelt werden wird. Es bedeutet, dass es wahrscheinlich eines der Kinder ist, die über den Hauptschulabschluß nicht hinaus kommen wird, schwer eine Lehre bekommen wird, obwohl es eigentlich davon träumt Arzt oder Ärztin zu werden und den Menschen in der Welt zu helfen. Es bedeutet, immer nach den Anderen zu schielen, die es besser haben, die man ja auch im Fernsehen sieht und so glücklich sind, mit denen man aber nicht einmal am Spielplatz zum Reden kommt, weil sie ja so anders sind.

    Daher mein Aufruf: Sprechen wir doch am Spielplatz mit den Müttern mit Kopftuch, mit den Kindern mit der olivfarbenen Haut. Fragen wir sie doch wie es ihnen geht, ob wir etwas für sie tun können, hier in ihrer neuen Heimat, damit sie sich ein bisschen wohler fühlen. Auch dann, wenn die Kommunikation schwierig verläuft, wegen der Sprache und wegen des möglichen Mißtrauens.

    Vielleicht denkt jetzt die eine oder der andere von Euch: Ja, warum hat sie (damit meine ich mich) nicht gleich etwas zu der Beamtin gesagt und sie in ihre Schranken verwiesen? Tja  deshalb, weil ich glaube, dass das nichts gebracht hätte. Ganz im Gegenteil, wahrscheinlich hätte das die Machtposition der Beamtin noch verhärtet, und weder die anderen Frauen, noch ich selber hätten davon Gutes zu erwarten gehabt.

    Also, meine Lieben, lasst uns doch die Hand ausstrecken nach denen, deren Schicksal wahrscheinlich viel schwieriger ist, als unseres… icon wink Nachtrag zu “Die Zweiklassengesellschaft” – oder doch “Die Dreiklassengesellschaft”

     
    • klingelfee um 09:09 am 17. Januar 2011 Permalink | antworten

      Liebe Patita,
      woher weißt Du, dass die Frauen, die nicht gut deutsch sprechen keinen Kindergartenplatz bekommen? Bzw. Du den erhalten hast und sie nicht?
      Ich finde Verallgemeinerungen immer schwierig.
      MigrantIn zu sein ist sicher nicht einfach, ein Kind mit einem Ausländer zu haben auch nicht. Aber ich glaube nicht, dass es eine strukturelle Benachteiligung gibt, eher ein Problem der Beamtenschaft, die nun in einer Machtposition sitzen und diese beliebig ausüben können (das kann auch die Prolomama treffen oder die Akademikerin, der sich dieseR Beamte/in unterlegen fühlt).
      Prinzipiell muss der Staat erkennen, dass es kein Good-will ist, einen Kindergartenplatz zu vergeben, sondern alle Bürger und Bürgerinnen ein RECHT darauf haben.
      Daher finde ich die Hand reichen leider auch nicht förderlich, dieses hat den Zug von “Ich kann Dir geben, was Du brauchst, wenn ich es will”.
      Wenn Du etwas verbessern willst, nimm Deine Rechte als Bürgerin wahr. Schreib einen Brief an den/die VorgesetzteN, was passiert ist, welche Beamtin, Datum etc und bitte um eine Stellungnahme.
      Versuche nicht den Frauen zu erklären, sie hätten ein schlimmeres Schicksal, denn vielleicht haben sie das nicht, sind glücklich und fühlen sich durch Dich herabgesetzt. Denn Du siehst in ihnen offensichtlich jemanden, der hilfsbedürftig ist.

    • Nel um 11:00 am 17. Januar 2011 Permalink | antworten

      Klar geht es nicht allen Familien mit Migrationshintergrund gleich (schlecht). Aber ich gebe Patita recht, dass Diskriminierung alltäglich ist und leider immer “normaler”/akzeptierter wird. Ich fände es auch gut, dem zuständigen Stadtrat eine Nachricht zu schicken. Muss keine Vernaderung einzelner MitarbeiterInnen sein, es reicht, die genaue Servicestelle zu nennen (BTW: welche war es?).
      Ich habe mir diesen Gang (auf’s Amt) erspart und die Plätze online beantragt. – in der Hoffnung, dadurch keine Nachteile bei der Platzvergabe zu haben.

      • Patrice um 22:10 am 17. Januar 2011 Permalink | antworten

        Man muss ja keine einzelne Person in so einem Schreiben namentlich anführen, genau wie Nel sagt. Aber grundsätzlich finde ich nicht, dass es `Vernaderung´ bedeutet, aufzuzeigen, dass jemand Unrecht tut. Wenn einer in der Arbeit sexistisch ist, sollte das zb auch offen angesprochen und sanktioniert werden. Vernaderung hat was mit intrigieren zu tun. Ich vernadere niemanden um was Gutes zu erreichen, sondern um an seiner statt an einen Vorteil zu gelangen. Ein Brief an die Stadt Wien – beispielsweise an die ChefIn der Wr Kindergärten – ist sinnvoll, weil es den Druck auf die Stadt Wien steigert, sich korrekt zu benehmen. Ich bin eine alte Briefschreiberin und habe schon die unterschiedlichsten und interessantesten und besten Reaktionen erhalten.

    • klingelfee um 11:21 am 17. Januar 2011 Permalink | antworten

      Ja wahrscheinlich geht es vielen Familien schlecht, nur darf man mit Stereotypen nicht arbeiten. Das ist wichtig!
      Wenn man schreibt, dass die Frau um sich zu erfüllen im Supermarkt oder als Putzfrau arbeiten will, ist das auf vorhandene Stereotypen aufbauend und diese bestätigend. Wer will zur Selbstbestätigung Putzen gehen??? Und warum sollen das Migrantinnen?
      Probleme müssen angesprochen werden, aber die Sprache ist entscheidend. Wie spreche ich von Betroffenen und wie lasse ich sie selbst zu Wort kommen!

      Ich denke nicht, dass es jetzt mehr Diskriminierungen gibt; die hat es immer gegeben. Der Umgang hat sich geändert und dass es einige Menschen nun empört und diese es als ungerecht empfinden ist doch wunderbar. Man muss aber nicht nur reden, sondern auch in einem demokratischen Diskurs seiner Stimme Gewicht geben.
      Vor gar nicht zu langer Zeit haben dies in Österreich leider viel zu wenig Menschen getan.

    • patita um 20:00 am 17. Januar 2011 Permalink | antworten

      Natürlich hab ich drüber nachgedacht, einen Brief an die Behörde zu schreiben. Aber ich halte nichts vom Fingerzeigen, noch glaube ich daran, dass dieser Brief irgendetwas verbessern würde. Diese Beamtin ist ein Rädchen im Getriebe, sie handelt sicher nach ihrem besten Dafürhalten. Die Schwierigkeit ihrer Aufgabe ist, Auswahlkriterien zu treffen und da zieht dann immer jemand den Schwarzen Peter.
      Ich gebe euch beiden völlig recht, das System gehört geändert, aber es wird sich kein Politiker wegen eines Briefes einer Bürgerin etwas scheren, noch dazu wo sie ja einen Platz für ihr Kind recht unproblematisch bekommen hat. (Ich bekam heut schon die telefonische Zusage.) Vielmehr habe ich mein Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit genutzt und diese Blogeinträge geschrieben. Ich denke, Änderung können nur im Kleinen anfangen und müssen sich sukzessive in Köpfe als Ideen pflanzen…
      Was die Stereotypen betrifft: ich würde es echt schön finden, wenn meine Beschreibungen welche wären. Ja, ich kenne das Leben dieser Frau in der Schlange vor mir nicht. Was ich aber weiß, ist, dass sie für ihr Kind keinen Krippenplatz (ich habe nicht von Kindergarten gesprochen) bekommen hat, weil da ein Kriterium die Berufstätigkeit der Eltern ist. Und die Chancen für Migranten in Österreich einen Job zu bekommen sind nun mal viel niedriger als für Österreicher selbst. Und was die Art des Jobs betrifft: mal ehrlich, liebe Klingelfee: in welchen Jobs hast du denn schon Frauen mit gebrochenem Deutsch in Wien erlebt? Hast du etwa eine direkte Arbeitskollegin? Ich treffe an meinem Arbeitsplatz Frauen mit schlechten Deutschkenntnissen leider nur am Gang oder auf dem Klo und sie schieben ein Putzwagerl vor sich her, oder sie teilen in der Kantine das Essen aus. Oder man geht auf dem Brunnenmarkt in ein nicht-österreichisches Textilgeschäft oder zu einem nicht-österreichische Fleischhauer. Wirklich, ich wünschte, es wäre ein Klischee…
      Ich für meinen Teil kann jede Tätigkeit als Selbstbestätigung empfingen, wenn mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, jedoch vorallem wenn ich zum Familienbudget beitragen kann.
      Und wenn ich von “Händereichen” spreche, dann meine ich kein Bemitleiden. Ich meine ein respektvolles und ehrliches Interesse am Gegenüber. Und das vermisse ich leider in der österreichischen Bevölkerung viel zu oft!

    • klingelfee um 09:07 am 18. Januar 2011 Permalink | antworten

      Mit Stereotypen arbeiten heißt soviel wie nichts anderes mehr zulassen. Wenn Du schreibst, die Frau will um Selbstbestätigung zu erlangen Putzen gehen, dann bedienst Du Klischees.
      Du kannst natürlich daraus (aus dem Putzen) eine Selbstbestätigung ziehen, denn Du hast die Wahl. Die Frauen haben das nicht.
      Und warum sprechen alle MigrantInnen gebrochenes Deutsch? Auch das ist ein Klischee. Erst wenn dieses Denken aufgelöst wird, ist es möglich neues zuzulassen.
      Ich kenne Frauen mit Migrationshintergrund, die ein eigenes Geschäft führen, die ein Hoschulstudium absolvieren. Positive Beispiele sind wichtig für das Selbstverständnis von MigrantInnen. Nicht umsonst gibt es in GB Diversity Programme für bestimmte Institutionen (Polizei, städtischer Verkehr).
      Das Problem ist hauptsächlich die fehlende Bildung, die die Frauen in schlechtere Jobs drängt (im Übrigen sind alle Frauen von der Gehaltsschere betroffen).
      Und Briefeschreiben ist wichtig! Wenn es Dich aufregt, tu es. Warum gehtst Du davon aus, dass ihn keiner liest, es keinen schert? Gerade die kleinen Rädchen müssen sensibilisiert werden. Im Gesetz ist Diskriminierung eh schon verboten.
      Es gibt ganz gute Literatur zum Thema, Einführungen in das Migrationsthema von Petrus Han (Migration und Geschlecht).
      Und sonst, glaube ich, kann Ute Bock immer Hilfe gebrauchen. Auch im Integrationshaus werden immer wieder BildungspartnerInnen gesucht. Das kann man ganz gut in der Karenz oder am Wochenende machen.

  • Avatar of Patita

    Patita um 12:26 am 18. December 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: Dimensionen, Doris Knecht, , , , , mütter, , Ofenrohr, Saga, Tochter, verfolgt,   

    Es dreht sich… 

    … am Stand oder gar nach unten.  Ich rotiere mit. Die Ofengeschichte wird eine Saga.  Heute morgen, der  Mann des Hauses überraschenderweise wieder voller Tatendrang (er war gestern aus…), stand schon mit Pinsel und Farbe an den gestern bearbeiteten Löchern und Nicht-mehr-Löchern, als ich mit Kind vom Einkauf zurück kam. Er war bereit den Ofen anzuschließen. Mit dem Ofenrohr in der Hand (nein, keine Metapher!  -  manchmal kommt doch noch ein Funke Humor durch icon wink Es dreht sich… ), kommt er drauf, dass die Dimensionen gar nicht zusammen passen. Das Rohr ist ein 15er, das Loch im Ofen ein 12er, und – oh, nein – das neue Loch in der Wand auch ein 15er. Verdammt. Diesmal hab ich es vermasselt. Ich hatte ursprünglich schon 12er Rohre zu Haus, wurde dann aber offensichtlich mit den Dimensionen des Wohnzimmer-Kaminofens verwirrt und bildete mir dann ein, in der Küche auch 15er zu brauchen. Ich bin sie sogar schon umtauschen gefahren. Ohne, dass jemand nachgemessen hätte!

    Früher wär mir so was nie passiert. Das hat schon was mit Mutter-Sein zu tun. Ich hab das auch schon bei Freundinnen beobachtet, ohne Kommentar natürlich. Und jetzt, in meinem Fall, mit dieser ganzen Renovierungschose, kann ich von einem klaren Kopf nicht mal mehr träumen…

    Oh Mann. Vielleicht habt ihr ja den letzten Eintrag in Doris Knecht´s Blog gelesen – ich fühl mich ähnlich verfolgt. Nur leider immer noch. Ich muss hier jetzt mal ausräuchern. Mach ich immer in neuen Wohnungen. Ich bin mir zwar sicher, dass die letzten Bewohnerinnen hier sehr liebe Menschen sind, aber das hat damit ja gar nicht zu tun. Es waren Mutter und Tochter, ich kenn sie nicht. Aber die Tochter hat überall im ganzen Haus kleine rote Herzen hinterlassen. Und die Mutter ein Buch auf der Treppe mit Wiener Salongesprächen. Sehr nett!!!

    patita11 525x349 Es dreht sich…

     
    • marcin um 19:45 am 18. Dezember 2010 Permalink | antworten

      Ich mag deinen Humor.

    • Carina um 21:55 am 18. Dezember 2010 Permalink | antworten

      Hat sie das wirklich gemacht? Absichtlich? Das ist ja prosaisch!

  • Avatar of Patita

    Patita um 20:36 am 24. June 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: abnabelung, afghanistan, , , , Heulen, heultage, hormone, Khaled Hosseini, , mütter, prozess, realität, roter ferrari, stimmungsschwankung, , , Trauer   

    Lasst uns alle heulen! 

    Auch ich hatte vor Kurzem ein paar Heul-Tage eingelegt. Mein Kind ist zwar schon längst aus dem Bauch raus, aber die Geburt ist ja nur der erste Schritt in einem langen Abnabelungsprozess von Mutter und Kind, auf dem es viele solcher gibt und welche es alle unterschiedlich zu betrauern gilt. Bei mir war nach 8 ½ Monaten, das heißt eigentlich nach 17 ½, das erste Mal die Tante aus Amerika wieder auf Besuch. Ihr wisst schon, die mit dem roten Ferrari. icon wink Lasst uns alle heulen!

    Zu heulen hab ich schon begonnen, Tage bevor sie eintraf, und angekündigt hat sie sich sowieso nicht. Hat recht gut gepasst, da ich zeitgleich ein ungeheuer trauriges Buch gelesen habe. „Tausend strahlende Sonnen“ von Khaled Hosseini. Ein Roman über zwei Frauenschicksale in Afghanistan, quer durch die letzten 30 Jahre Wahnsinn, die sich dort ereigneten und leider immer noch Realität sind.

    „Lass dir das eine Lehre sein, meine Tochter“, sagte Nana. „So wie eine Kompassnadel immer nach Norden zeigt, wird der anklagende Finger eines Mannes immer eine Frau finden. Immer. Denk daran, Mariam.“

    Ist das nicht ein Satz?! Das Schlimme ist, dass er sich sowohl in diesem Buch, als auch in der Realität für Frauen in Afghanistan großteils bewahrheitet. Und da soll man/frau nicht heulen…?

    Mindestens genauso furchtbar ist, dass kein Ende, keine Lösung in Sicht ist. Auch wenn man sich etwas eingehender mit der Materie beschäftigt, bleibt man ratlos. Das heißt, man wird eigentlich immer ratloser. Ich jedenfalls.

    Eigentlich kann man da nur dankbar sein, dass seine persönlichen Trauertage damit zu tun haben, dass diese innige Phase des Stillens und des Immobilen-Baby-Habens bald zu Ende gehen wird. Dass ich als Frau wieder mehr und mehr meinen eigenen Rhythmus zurück erlange. Und dass meine Hormone manchmal meine Tränen zu fließen bringen…

     
    • MillaMoe um 20:39 am 25. Juni 2010 Permalink | antworten

      achja das Heulen, das kenn ich sehr gut. In der Schwangerschaft hab ich sowieso dauernd, bevorzugt in der Früh beim Zeitunglesen geheult. Was so in der Welt passiert, find ich eh noch immer zum Heulen, aber zum Zeitunglesen in der Früh komm ich halt nimmer. Und z Zt heul ich einmal im Monat gern, so Momente, wo es mir das Gesicht zerreisst, kommen dann sogar bei so Dingen wie Märchen Vorlesen vor…die Hormone sind eine Geissel, echt.

    • MillaMoe um 20:41 am 25. Juni 2010 Permalink | antworten

      achja zum Thema “Die Tante mit dem roten Ferrari” bitte unbedingt Mary j. Blige “PMS” anhören. Sie singt uns aus dem Herzen!!

    • Patrice um 21:08 am 25. Juni 2010 Permalink | antworten

      I love Mary!!!

  • Avatar of Patita

    Patita um 21:46 am 23. June 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: , bauarbeiter, , beine, , Figur, fressen, , gewicht, hintern, hüften, kekse, kilos, , malzkaffee, mama, , mütter, , sexy, traumfigur   

    Sexy Mama 

    Babys bringen  viel Gutes mit sich. Obwohl ich ja eine von diesen selbstsüchtigen Menschinnen war, die keine Kinder haben wollte, zumindest nie bewusst die Entscheidung dafür treffen konnte. Und da der Mann dies durchaus konnte und zwar dagegen, und ich den Mann wollte,… naja.

    Den Mann will ich nach wie vor. Er mich auch. Und wir beide wollen unser Baby, und es will uns. Schön!  Schon komisch wogegen man sich so im Leben manchmal stemmt, obwohl es einem wirklich bereichert. Aber ich bin keinesfalls eine von diesen bekehrenden Müttern. Wer Baby haben will, soll haben, wer nicht, der nicht. Manchen passiert es ohnehin, so wie uns. Wer mich nach meiner Erfahrung fragt, der kriegt sie, wer das Thema nicht diskutieren will, muss nicht. Und wer meinen blog nicht lesen will, der höre jetzt damit auf!

    Das wirklich Unerwartete, was mein Baby für mich mitbringt – jetzt nach einem ¾ Jahr: ich habe so gut wie meine Traumfigur! Gewichtmäßig liege ich etwas unter dem Schwangerschaftsbeginngewicht. Und vor allem: es ist alles viel besser proportioniert! OK, ich stille noch und der Busen wird wahrscheinlich wieder etwas kleiner.  Aber meine Hüften und Beine und auch der Hintern: alles mindestens um eine Kleidergröße geschrumpft. Auch das hängt natürlich mit dem Stillen zusammen, mir ging´s richtig an die Substanz.  Aber nicht im negativen Sinn, ich genieße es. Das erste halbe Jahr hab ich gefressen, wie ein Scheunendrescher, hab den ganzen Nachmittag durchgegessen, Kekse, Schokolade und Malzkaffee, und was mir sonst noch unter die Finger kam. Fleisch zum Beispiel, oder Nüsse oder Salat oder Käse.  Mit Beginn des Beikostfütterns hat der Fresswahnsinn Gott-sei-Dank auch wieder etwas abgenommen, von z´amreißen ist allerdings nach wie vor keine Rede.

    Und wenn ich dann so mit meinem Sohnemann im Kinderwagen durch die Straßen spaziere, in Outfits, die lange nur meinen Kasten zierten, und dann die Bauarbeiter von ihren Kanalgrabungen aufschauen und uns nachschauen – ja, da fühl ich mich sexy, wie kaum zuvor. Nicht nur körperlich –  auch psychologisch: Es hat schon was, gut auszusehen, Blicke auf sich zu ziehen und zu wissen, man ist als Mensch schon bei einem andern Menschen angekommen, zu Hause. Und somit zwar ein Reiz, aber auch nur als solcher erreichbar für den Rest der Welt.

    Und das Baby hat bei diesem Gefühl  einfach noch einen drauf gesetzt… icon wink Sexy Mama

     
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