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  • Avatar of Patita

    Patita um 10:58 am 28. July 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: Baby, betäubungsmittel, ctg, elternschaft, , Hebamme, jubiläumswarte, , , Kreißsaal, kreuzbein, , , nabelschnur, , samurai-position, , traubenzucker, väter, , wehen, wirblesäule   

    Verstrichen plus Eins 

    So lautete die Antwort der Hebamme auf die Frage der Gebärenden, wie weit wir denn wären. Es war Nachmittag, für die Gebärende war die dreißigste Wachstunde angebrochen, ihr größtes Motivationstief war überwunden und sie gab sich mit dem Verlauf der Dinge geschlagen. Die halbe Ampulle eines Betäubungsmittels tat das ihrige dazu. Die werdende Mutter hatte ihren Widerstand aufgegeben, lag mit geschlossenen Augen auf dem halbaufrechten Bett, nicht in ihrer optimalen Wehenverarbeitungshaltung. Das war allerdings das Zugeständnis an das Benebelungsmittel. Wegen des Kreislaufs durfte sie ab dem Zeitpunkt der Verabreichung nicht mehr stehen. Manchmal kniete sie noch im Vierfüßler auf dem Bett. Sie spürte natürlich trotzdem die Schmerzen, musste natürlich trotzdem viel Kraft anwenden und konnte natürlich trotzdem nicht schlafen. Sie konnte, wie ich ihr ansah, mit dem Begriff genauso wenig anfangen, wie ich. Aber irgendwie vermittelte er Zuversicht.

    ctg Verstrichen plus Eins

    Die Wehen waren immer noch unregelmäßig, sie blieben es bis zum Schluss. Als der Pressdrang begann, war klar, dies musste die Endphase sein. Unglaublich, wie viele Kräfte sie zu diesem Zeitpunkt noch mobilisieren konnte. Eine leidenschaftliche Sportlerin, vor allem was das Radfahren betrifft, mir nicht unähnlich. Ich hatte sie seit dem frühen Vormittag immer wieder am Kreuzbein und entlang der Wirbelsäule mit Shiatsu behandelt. Es tat ihr wohl, es nahm der einen oder anderen Wehe ihren Schmerz. Auch jetzt versuchte ich sie mit Shiatsu zu unterstützen, hauptsächlich am Kopf, der Stirn, dem Nacken, manchmal am Arm oder am Bein, wenn eines der beiden gerade in meiner Nähe war. Dazwischen versorgte ich meine Freundin mit Wasser und Traubenzucker.

    Es roch schon nach Geburt, als die ersten Haare des Babykopfes erkennbar wurden. Ab diesem Zeitpunkt durfte sie ihre Beine in den Wehenpausen nicht mehr schließen, sonst hätte sie das Baby wieder zurück gedrückt. Sie war in die herausfordernde Seitenlage gezwungen. Ich hüpfte also auf das Bett und hielt in einer Abwandlung der Samurai-Position ihre Knie auf Distanz, die letze halbe Stunde lang. Tapfer und kraftvoll presste sie den Buben von Wehe zu Wehe ein paar Zentimeter weiter hinaus, bis es nach dem Kopf endlich flutschte und das Kind ins Licht des Kreißzimmers kam. Graublau, mit der Nabelschnur um den Hals (locker genug) und mit verkreuzten Armen wurde es von der Hebamme in Empfang genommen. Die Krankenhäusler (zum Endspurt gesellte sich eine weitere Hebamme, eine Ärztin und ein Pfleger zu unserem Dreierteam) jubelten. Ich kämpfte mit meiner Fassung und meiner sich zum Weinen verzerren wollenden Mimik. Es war die erste Geburt eines Menschenkindes, die ich sehen durfte.

    Gut, dass ich mich meines weiteren Auftrags besinnen konnte, den Vater des Kindes zu holen. Ihn, der sich die letzten Monate der Schwangerschaft nicht mehr gemeldet hatte, der die werdende Mutter dann doch noch zum errechneten Geburtstermin im Krankenhaus bei einer Untersuchung abgepasst hatte und sich, wie ich von ihr später hörte, sehr liebevoll und bemüht um die Wehende die ganze Nacht vor der Geburt gekümmert hatte. Die beiden dürften noch einiges bereinigt haben. Sie haben den für die Mutter schon feststehenden, in ihrem Freundeskreis schon akzeptierten, goutierten und verwendeten Namen des Kindes wieder aufgehoben und sich, wenn auch nicht für eine Liebesbeziehung, denn doch für eine gemeinsame Elternschaft, ausgesprochen. Er war sehr durch den Wind, als ich ihn holte. Als ich die Jungfamilie mindestens eine Stunde später verließ, hielt er noch immer das Baby mit tränenden Augen im Arm und wirkte, als ob er den wertvollsten Schatz des gesamten Universums hütete. Geduldig beobachtete die Mutter die Szene, mit schon aufgeknöpftem Hemd, bereit das Kind zum Busen zu bringen, wenn auch alle anderen sich dazu bereit zeigten.

    Wann das geschah, weiß ich nicht. Ich überließ die Szene ihrer Intimität und ging mit der zweiten Bereitschaftsfreundin etwas essen und besuchte danach noch ein befreundetes Paar in der Nähe des Krankenhauses. Nach Mitternacht setzte ich mich endlich wieder auf meinen vollbepackten Drahtesel und bezwang in Ehrerbietung an meine Freundin den Weg zur Jubiläumswarte. Atmend, staunend, freudig, gruselnd, sortierte ich die Erlebnisse des Tages und die Wahrnehmungen der Nacht. In der alle Mühe lohnenden Abfahrt schickte ich noch meine besten Wünsche an die jungen Eltern auf den Weg, und an das noch namenlose Baby sowieso… icon wink Verstrichen plus Eins

     

     
    • Avatar of Nel

      Nel um 18:55 am 30. Juli 2011 Permalink | antworten

      sehr schöner text! macht lust aufs gebären, das meine ich ernst. so ein großartiges ereignis,

    • Dutchi um 21:53 am 30. Juli 2011 Permalink | antworten

      Du solltest Doula werden. Ehrlich!
      Eingeleitet zu werden hat sich für mich ganz komisch angefühlt, obwohl alles sehr flott und glatt ging und ich fast alles nach meinen Wünschen gestalten konnte. Es ist gut, wenn man jemanden dabei hat, bei dem man sich fallenlassen kann, auf dem automatisch etwas holprigeren Einleitungs-Pfad. Klingt, als wärst du genau die richtige gewesen.

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    Patita um 11:06 am 17. November 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: , Baby, cocooning, , , , , neugeborenes, , , wohnung, zeit lassen   

    Abschied in Etappen 

    Bald ist es soweit. Unsere Wohnung hier wird immer leerer, die Wände immer kahler. Im neuen Haus werken gerade die Fliesenleger in Bad und Küche. Die restlichen Räume sind schon ausgemalt.  Im neuen Garten hab ich schon Zwiebel von Frühlingsblumen versteckt. Mit jedem Mal nach Wien fahren, und das ist fast täglich, nimmt mein Mann eine Autoladung voll Zeug mit. Ein angenehm langsamer Umzug.

    Es war nicht lang, dass wir hier auf dem Land gelebt haben – 1 ½ Jahre immerhin. Es war eine schöne Zeit. Perfekt zum Cocooning mit dem Neugeborenen. Perfekt zum Durchatmen und Distanz gewinnen. Perfekt zum Zeit lassen…

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    Ich freue mich auf Vieles, Altes, Wiederbekommenes in der großen Stadt. Wir werden auch dort viel Ländliches haben, da am Standrand mit dem Garten. Doch Zurücklassen werden wir die liebsten Nachbarn aller Zeiten, einen wunderschönen Hausberg und den vorüberziehenden Fluss. Danke, ihr Lieben, für die schönen Momente. Danke. Wir werden Euch vermissen!

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    Ha! Und jetzt hab ich´s auch endlich heraus, wie das hier mit den Fotos funktioniert! icon wink Abschied in Etappen

     
    • Patrice um 11:39 am 17. November 2010 Permalink | antworten

      danke für die schönen einblicke! so stimmungsvoll!

    • sana um 11:05 am 21. November 2010 Permalink | antworten

      Wirklich schöne Bilder! Aber wenn ihr in der Stadt auch einen Garten habt, ist das ja grossartig! Ihr hab euer Leben gut im Griff!

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    Patita um 10:56 am 10. November 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: anonym, Baby, , , , , geheim, geheimnis, , , outing, privates, privatleben, schwestern, themenauswahl   

    Mein öffentliches Geheimnis 

    Wer sich an meinen ersten Blog erinnern kann – ich hatte einige Vorbehalte gegenüber der Öffentlichmachung meines Privatlebens. Doch ich hab eine gute Lösung für mich gefunden: ich schreibe und bleibe anonym. Das macht Spaß!

    Angefangen hab ich ganz im Geheimen. Aber mein Zugang zu Geheimnissen ist ein ganz besonderer, denk ich jedenfalls. Ich kann gut Dinge für mich bewahren – sobald ich es jemanden gesagt habe. Ha! Diese Handhabung hat Tradition in meiner Familie, vor allem bei uns Mädels. Ohne, dass ich das jetzt wirklich konkret von all meinen Schwestern weiß, d.h. ich weiß, dass eine Schwester gar keine Geheimnisse für sich behalten kann, eine Schwester kann´s wahrscheinlich wirklich und die dritte, der – könnt ich mir vorstellen – geht´s so wie mir. Aber ich suche mir sehr wohl diese eine Person gut aus, damit das Geheimnis in den Kreisen, wo es eines bleiben soll, auch eines ist. Sprich, ich erzähle z.B. ein Geheimnis von meiner Schwester einer Freundin, die sie gar nicht kennt. Oder ich erzähl´s meinem Liebsten, bei dessen Redelust ist alles gut aufgehoben… icon wink Mein öffentliches Geheimnis

    Also, wie gesagt, die ersten Blogs schrieb ich ganz für mich. Ich fand das dann so aufregend, dass ich es aber doch jemanden erzählen musste, obwohl ich mir sicher war, dass das Anonym-Sein-Konzept richtig für mich ist. Also erzählte ich es zwei Freundinnen, sagte aber gleich dazu, dass ich nicht verraten werde worüber ich schreibe und wo. Beide stellten keine weiteren Fragen. Ich wusste, dass sie so loyal sein würden…

    Das ging gut so bis vor Kurzem. Ich musste es noch jemanden erzählen, jemand ganz bestimmten. Erzählte ich es nicht, würde ich mich weiter in meiner Themenauswahl hindern, in der Vorsicht unerkannt zu bleiben. Schließlich kennt diese Person die Blogseite sehr gut. Das Outing tat mir wohl, endlich jemand, wo ich mich konkret austauschen kann. Ich fühlte mich so befreit, dass ich fast meinen Liebsten auch gleich eingeweiht hätte. Aber er erkannte meine eigentliche Intension und stoppte mich. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Er weiß nun also, dass ich blogge, aber nicht mehr. Er könnte es leicht herausfinden, aber ich denke nicht, dass er es versuchen wird. Und wenn, wär´s auch ok…

     
  • Avatar of Patita

    Patita um 20:56 am 6. November 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: , arbeiten, augenhöhe, Baby, belletristik, bernard werber, Elfriede Hengstenberg, elternratgeber, Emmi Pikler, entwicklung, Erziehung, Experte, ExpertInnen, , , , Ingeborg Stadelmann, , karenzzeit, , lektüre, männer, Maria Montessori, marilyn french, , Philip Wylie, ratgeber, reflektieren, reflexion, Remo Largo, respekt, roman, science fiction, Spielraum, usa, , zeitgeschichte   

    Pädagogik & Belletristik 

    Meine Karenzzeit ist geprägt von oben genannten Lektüren. Der Kommentar einer Freundin zu diesem Thema war von einem breiten Grinsen begleitet: „So lässt sich´s leben. Hast Du überhaupt noch Lust zu arbeiten?“ Oh ja, das hab ich! Und wie! Aber dazu ein andermal…

    Pädagogik und Belletristik – tja, zu dem Thema „Elternratgeber“ wurde hier von den verschiedensten Seiten viel geschrieben. Dem gemeinsamen Tenor, es wäre Zeitverschwendung und bringe nur Verwirrung, möchte ich mich nicht anschließen. Mir haben diverse Erziehungs- und Pädagogikbücher viel gebracht. Man muss halt gut auswählen. Für mich waren bisher die wichtigsten: Ingeborg Stadelmann, Remo Largo,  Emmi Pikler und Maria Montessori. Wobei die letzten beiden von der Lektüre her insofern schwierig sind, da die Sprache sehr veraltet ist und dadurch die message schlecht rüber kommt. Die persönlichen Anregungen von ExpertInnen auf diesem Gebiet waren da wesentlich hilfreicher.  Mein persönlicher „Kurs“-Tipp für Eltern mit ihren Babys oder Kleinkindern: in den „Spielraum“ nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg gehen – da lernt man, was es wirklich heißt, respektvoll mit den Zwergen umzugehen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Eigene Elternabende zum Reflektieren gibt’s auch. Das kann man doch brauchen, oder…?

    Zum Thema Belletristik kann ich was Feministisches anbieten: „Frauen“ von Marilyn French war eindeutig das einprägsamste Buch meines vergangenen Jahres. Empfohlen von meiner Noch-Nachbarin und besten Freundin, der das Buch ziemlich zugesetzt hat. Abgesehen davon, dass es ein wunderbarer Abriss von soziologischer Zeitgeschichte (USA, 50er bis 70er Jahre) ist, gibt es auch viel zu Denken auf. Sind Frauen wirklich dazu verdammt, dem Rest der (christilich-kapitalistischen) Gesellschaft zu dienen?

    „Das große Verschwinden“ von Philip Wylie hat da ganz gut drauf gepasst. Ein Science-Fiction-Roman (eigentlich gar nicht mein Genre), wieder in den USA der 70er, der eine Welt beschreibt, in der plötzlich von einer Sekunde auf die andere die Hälfte der Menschheit verschwindet. Nämlich für die Frauen die Männer und für die Männer die Frauen. Und das ergibt in den beiden Welten ganz unterschiedliche Probleme. Sehr amüsant und witzig, heitert einem nach dem French-Buch wieder auf…

    Ach ja, da fällt mir noch ein Roman ein, gelesen in den letzten Tagen meiner Schwangerschaft: „Ameisen“ von Bernard Werber. Teilweise sehr skurril erhält man hier genauesten Einblick in einen Ameisenstaat. Ist vielleicht eine gute Übung, um sich in ein Paralleluniversum zu versetzten – nämlich das der Kinder… icon wink Pädagogik & Belletristik

     
    • Patrice um 21:27 am 6. November 2010 Permalink | antworten

      Apropos Pikler: Ich hab in der letzten Woche meiner Tochter immer wieder verbal angekündigt, dass ich ihr etwa ein Bussi gebe, oder ihre Hand nehme beim über die Straße gehen etc. Fritzi war begeistert! Sie hat das ganz großartig und spannend gefunden und mir dann auch immer Bussis angekündigt. So viele Bussis hab ich noch nie von ihr bekommen, wie in der letzten Woche. Diese Woche ist es aber etwas anders. Ich kündige ihr an, dass ich ihr die Wange streiche oder sie hochheben werde und sie nimmt plötzlich ihr Persönlichkeitsrecht wahr und sagt `Nein, das tust du nicht.´ So war das von mir nicht geplant!

    • Patita um 21:34 am 6. November 2010 Permalink | antworten

      tja, so ist das mit der selbstverantwortung…;-)

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    Patita um 12:15 am 29. October 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: acid pauli, aufwachen, ausgehen, Baby, babysitter, beats, , energie, , , , make up, mimamusch, , nase, Nerven, outfit, positive gedanken, schnupfen, schuhe, , skurriles strategietheater, , , , theater, verkühlung, weggehen, Wochenbett, wochenende   

    tonight is the night 

    Von langer Hand geplant und für heute fixiert: eine Nacht auswärts für beide – Mama & Papa. Aufgeregt erwarte ich diesen heutigen Abend schon seit Wochen, das Outfit liegt im Kasten bereit, die Schuhe wurden schon dazu ausgewählt, das Make-up ist ausgedacht – ja, endlich wieder Party als Paar! Mehr als ein Jahr ist es her…

    Meine Schwester und ihr Sohn werden in ein paar Stunden eintreffen, sie werden die Nacht in unserer Wohnung verbringen. Das kam schon öfters vor, aber die Abwesenheit von meinem Liebsten und mir – die ist neu. Bin schon sehr gespannt, wie unser Kleiner darauf reagieren wird. Schließlich hat er´s ja nicht so mit dem Durschlafen. Fünfmaliges Aufwachen während einer Nacht ist locker Durchschnitt. In den wenigsten Fällen findet er allein wieder zurück in den Schlaf, meistens muss Kuscheln sein. Ob er das von seiner Tante sang- und klanglos akzeptieren wird?

    Im Normalfall würd ich sagen: ich glaub schon. Nur, seit gestern ist das Kind verkühlt, es hat Schnupfen, die Nase rinnt und ist schon etwas wund, es hustet ein bisschen und wirkt auch so angeschlagen. Na toll! icon sad tonight is the night

    Ich möcht´s trotzdem durchziehen, schließlich ist heute der vorletzte Tag des skurrilen Strategietheaters. Wenn ich es dieses Wochenende versäume, ist es vorbei für ein weiteres Jahr. Und letztes Jahr hab ich es auch schon versäumt, da war das Wochenbett.

    Ich bündle meine positiven Gedanken, schicke meinem kleinen Liebling meine omnipräsente Energie, meiner Schwester viel Kraft und starke Nerven und keine Notwendigkeit zu deren Einsatz.

    Und mir wünsche ich viel Spass, gutes Theater und ausdauernde Beats von Acid Pauli. Mimamusch, ich werde kommen – inshallah…

    

     
    • mother mable um 12:53 am 29. Oktober 2010 Permalink | antworten

      auch ganz viel gute Energie fürs Ausgehen:-)

    • Patrice um 14:28 am 29. Oktober 2010 Permalink | antworten

      Ich hoffe auf Einsatz des Himmbeer-roten Kleids!

    • patita um 18:34 am 31. Oktober 2010 Permalink | antworten

      schwarz-blau war der absolut unpolitische farbencode des abends, himbeer muss warten. und: super war´s – und zwar für alle beteiligten!!! ;-)

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    Patita um 14:02 am 23. October 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: Baby, bestellwahn, botschaft, dilemma, domizil, ersteigern, fernsehen, Geld, , , , impulskaufen, , , , kaufen, kaufrausch, , konsum, konsumwahn, , , minikleid, raubbau, , , superreich, turnschuhe, umkleidekabinen, , , werte, zeit   

    Kaufrausch 

    Dem bin ich momentan verfallen. Ich fühl mich ganz eigenartig, weil ich eigentlich gar nicht der Typ dazu bin. Ich hasse es, mich zwischen Massen von Menschen und Zeug zu schieben, nach geeigneten Artikeln zu wühlen, mich mit überlauter, zu schneller Musik, volldröhnen lassen zu müssen und mich dann womöglich auch noch in enge, überheizte Umkleidekabinen zu zwängen. IIIIIHHHH!

    Nicht nur das. Ich verachte den Status Quo des gängigen Konsumwahns auch ideologisch. Wie bescheuert ist eine Gesellschaft, die darauf wurzelt, dass alle irgendwelche Dinge kaufen, die sie nicht brauchen, die noch dazu von blutigen (Kinder)Händen erzeugt werden, meist giftig sind und durch Raubbau entstehen, nur weil die Botschaft aus dem Fernsehen kommt? Nicht nur, dass wahre zwischenmenschliche Werte dabei verloren gehen,  alles immer schneller wird und wir für nichts mehr Zeit haben, außer Geld verdienen und Geld wieder ausgeben, sondern vor allem, dass wir bei  diesem Spiel überhaupt (noch) mitmachen, obwohl wir nie dabei gewinnen können, weil einfach der Finanzmarkt schon längst nur mehr ein fiktiver ist und uns die Superreichen längst nur mehr verarschen.

    Doch jetzt, seit ich in Karenz bin, noch dazu auf dem Land wohne, und hier das Internet der Anschluss an die große Welt zu sein scheint, hat mich die Bestellwut gepackt. Ich ersteigere, impulskaufe, will einfach haben. Puh, ein Dilemma!

    Klar, ich brauche einiges für unser neues Domizil (ha – jetzt ist es heraus: ja, wir ziehen wieder in die Stadt icon wink Kaufrausch ), aber was ist mit dem himbeerfarbenen Minikleid, den zwei Paar Turnschuhen und den Hauspatschen? Kompensiere ich hier schon meine noch nicht gelebten Träume vom urbanen Partyfeiern und wildromantischen Kuscheln vorm Kamin im neuen alten Häuschen? Innerlich bin ich ganz kribbelig, wenn ich daran denke, dass sich mein Erspartes von den letzten Jahren meines Arbeitslebens nun sukzessive dem Ende zuneigt, hoffend, dass die Renovierungskosten noch drin sind…

     
    • marcin um 14:18 am 23. Oktober 2010 Permalink | antworten

      Um etwas zu schaffen und sich gut zu fühlen genügt ein Blatt Papier und ein Stift.
      Für mich ist das Zeichnen die letzte unbegrenzte Freiheit die ich mit mir habe.

    • Jenny um 12:35 am 24. Oktober 2010 Permalink | antworten

      Ein himbeerfarbenes Kleid muss man sich hin und wieder gönnen! Man kauft ja nicht nur um sich dumpf voll zustopfen (manche natürlich schon) sondern auch um sich mit neuen Farben und Designs zu umgeben. Was man an hat oder wie die Wohnung eingerichtet ist, hat viel mit Kreativität, Leben und Lebensgefühl zu tun. Ich halte nichts von einem konsumlosen Leben, in dem alles nur `Praktikabel´ ist. Und immer alles selber basteln ist auch nicht die Lösung. Fast alles was wir kaufen und was uns gefällt, ist von kreativen Designern entworfen. Demnach sind die Dinge auch hübsch und demnach wollen wir sie auch kaufen. Wenn es nicht masslos wird, ist das also voll ok – find ich!

  • Avatar of Patita

    Patita um 15:13 am 19. October 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: aufwachsen, Baby, , Bücher, , deprivation, , fluss, frau, freizeit, Freunde, grün, , , langsamkeit, , Schwanger, , spaziergänge, umfeld   

    Entschleunigung 

    Nachdem ich schwanger wurde, hat es sich ergeben, dass mein Liebster und ich aufs Land zogen. Erstens wurde ich Nachbarin mit meiner besten Freundin, zweitens stelle ich mir das Aufwachsen eines Kindes im Grünen schöner vor, drittens war es billiger…

    Und es bestätigte sich: unser Kleiner war als Baby extrem geräuschempfindlich, vertrug meistens nicht mal das Radio, und jeder Familienbesuch bei anderen normal-lärmenden Kindern oder jeder Wien-Besuch mit normal-lärmendem Verkehr war sehr anstrengend für uns alle.  Und es bestätigte sich: wir alle drei genossen sehr die langen ruhigen Spaziergänge entlang des Flusses oder den Hausberg hinauf.

    Alles in allem bewirkte der Umzug eine Verlangsamung. Selten mussten wir wo sein (zumindest das Baby und ich), konnten meist dem Lauf der Dinge folgen, und das tat uns allen gut.

    Mittlerweile, nach 1 ½ Jahren Deprivation von meinem sozialen Umfeld (ich übertreibe ein bisschen), ist die äußere Ruhe immer noch da. Die innere, meine nämlich, hat sich jedoch verändert. Ich fühle mich getrieben. Und zwar genau deswegen: weil ich meine Freunde so wenig sehe, weil ich die urbane Kultur vermisse und mich in meiner Freizeit fast nur mehr hinter Büchern verstecke bzw. schlafe, um für meinen Sohn, wenn er wach ist, wieder fit zu sein.

    Der Grund, warum ich das schreibe, ist ein Erlebnis, das mein Sohn und ich heute in unserer Spielraum-Gruppe hatten: Eine „neue“ Mutter mit ihrem Kind war da. Mit ihr hat mein Sohn auf seine Initiative hin zwei Mal recht lang gekuschelt. Er ist nach einer halben Stunde spielen einfach zu ihr hin und hat sich in ihre Arme gelegt. Es war rührend. Er hat sich richtig wohlgefühlt und lag ganz ruhig auf ihrem Busen. Er kommt auch oft zu mir, damit ich ihn herze, aber bei mir zappelt er und ist immer wieder unruhig. Die Blicke der anderen Eltern richteten sich auf mich. Sie wollten natürlich wissen, ob ich eifersüchtig war. Ich war es nicht. Dennoch hab ich mir überlegt, was es ist, was diese Frau hat und ich nicht habe…

    Ich glaube, es ist die innere Ruhe. Zumindest wirkte diese Frau auf mich so, als ob sie diese hätte. Und der große Busen, den hab ich Gott-sei-Dank  auch nicht… icon wink Entschleunigung

     
    • karmeliter um 10:04 am 20. Oktober 2010 Permalink | antworten

      Wollt ihr zurück in die Stadt oder bleibt ihr trotzdem am Land? Schön, dass dein Sohn auch zu anderen Menschen einen Zugang findet!

    • patita um 14:05 am 23. Oktober 2010 Permalink | antworten

      ja, die stadt ruft schon sehr konkret…;-)

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    Patita um 16:34 am 4. October 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: Baby, blockade, , Gemütlichkeit, , kleiner, , nächte   

    Probier´s mal mit Gemütlichkeit 

    Ha! Wie Schuppen fiel es mir von den Augen! Das war´s: Gemütlichkeit und mein mittlerweile Fast-nicht-mehr-Baby – das ging in meinem Kopf nicht zusammen. Eine mentale Blockade. Und das, obwohl ich ihm im Bauch schon eingeredet habe, es solle doch ein gemütliches Baby sein. Jetzt saß ich da, mit dieser feinfühligen Frau im Gespräch, und ich fühlte mich erleichtert. Die (Selbst)Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zu Besserung. Und eine solche war dringend nötig. Schließlich schlief mein Kleiner, wie hier schon mal erwähnt, immer noch nicht länger als 1 ½ Stunden am Stück…

    Für mich bestand ein klarer Zusammenhang: mein unbewusstes Credo, mit (m)einem Kind könne es nicht gemütlich sein, führte dazu, dass mein Kind nachts auch wirklich ungemütlich war. Und, obwohl es tagsüber entzückend, lustig, zufrieden, sonnig und süß war und noch mindestens 1000 andere positive Attribute hatte, Gemütlichkeit war in meinem Empfinden nicht dabei. Das änderte sich schnell…

    Wie froh es einen stimmen kann, wenn man die Ursache eines Problems bei sich selber findet – somit ist man ja auch in der Lage das Problem zu lösen! Und wie es aussieht beschreiten wir einen guten Weg. Allein das Vorsagen meinerseits zu meinem Kind und mir, dass das, was wir jetzt vorhaben, gemütlich wird, macht das Ganze schon um ein Hauseck gemütlicher. Auch die Nächte sind von der Gemütlichkeitswelle schon betroffen. Zwar schläft der Kleine noch nicht durch, aber er wacht schon wesentlich seltener auf und will auch nicht mehr jedes Mal sein Fläschchen. Ist doch was, oder? icon wink Probier´s mal mit Gemütlichkeit

    Dschungelbuch Balu – Probier’s mal mit Gemütlichkeit

     
    • Nel um 14:22 am 7. Oktober 2010 Permalink | antworten

      super, glückwunsch! ich weiß, wie arg es ist, wenn man wegen eines kindes jahrelang schlecht schläft. mein großer schläft heute noch nicht durch (…).
      das balu-lied liebt er – er singt gern seeehr laut immer nur die Wörter “mitt ru-che und ge-müttlich-keitt” und hüpft dabei herum – klassische text-bild-schere ;-)

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    Patita um 21:13 am 26. August 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: , Baby, , schichtsystem, , schlafentzug   

    Schichtwechsel 

    Seit Langem möchte ich einen Beitrag schreiben über die Angst der Eltern in der Erziehung ihrer Kinder. Darüber, dass alles unglaublich gefährlich ist: z.B. dass man das schreiende Baby nicht für 5 Minuten aus dem Kindersitz im fahrenden Auto nehmen darf, um es zu beruhigen, dass man die Kinder bei jedem auch nur winzigen Sonnenstrahl zentimeterdick mit Sonnencreme einschmieren muss und dass natürlich keinesfalls der Fahrradhelm schief sitzen darf.

    Und dann wollt ich schreiben, dass ich bzw. wir da viel cooler sind, dass mir bzw. uns Freiheit ein wichtiges Anliegen ist, und dass ich als Kind oft aufgeschundene Knie hatte, und ich finde, dass sowas einfach dazu gehört zum Kind-Sein.

    Und dann hatte ich plötzlich auch Angst. Allerdings eine andere. Ich bekam Angst vor mir selber: dass ich in einer weiteren permanent schlafdurchlöcherten Nacht mein Kind packe und es schüttle, bis es endlich wieder ruhig ist und schläft, dass ich es in einem Anfall von Wut und Verzweiflung nehme und gegen die Wand werfe oder beim Fenster raus, um endlich Erholung zu finden.

    Und noch eine Angst gesellte sich dazu: was ist, wenn der Kleine noch weitere 2 Jahre braucht, um Durchschlafen zu lernen? Davon hab ich schon gehört, dass manche Kinder das erst mit 3 Jahren können…  ANGST!!!

    Nun, diese Ängste sind, Gott-oder-wem-auch-immer-sei-Dank, fürs erste gebannt.  Der Kleine wacht in den meisten Nächten noch immer 1 ½ stündlich auf und will Milch. Aber ich liege im Wohnzimmer und schlafe trotzdem. Denn wir haben Schichten gewechselt:

    Seit der Geburt unseres Sohnes haben sein Vater und ich das Schichtsystem eingeführt. Ich schlief bis vor Kurzem mit dem Baby im Schlafzimmer und in der Früh hat der Vater, der im Wohnzimmer ungestört schlafen konnte, übernommen, hat den Vormittag mit dem Kind verbracht und ich bin wieder ein paar Stunden schlafen gegangen. Hat super funktioniert – und trotzdem war ich jetzt nach 10 Monaten am Zahnfleisch. Auch wenn ich vielleicht zahlenmäßig auf meine Bedarfsschlafstunden gekommen bin – sie waren halt nie am Stück. Jetzt schlafen die Männer zusammen und ich übernehme um 6 Uhr früh, und ich kann Euch gar nicht sagen, wie ausgeschlafen man sich um diese Zeit fühlen kann!

    Also, wie gesagt, fürs erste bin ich wieder cool und auch die Tage machen wieder Spaß, obwohl sich die Bedürfnisse des Kleinen nicht geändert haben. Aber irgendwann wird es so weit sein und dann werden neue Familienzeiten anbrechen…!!!  icon wink Schichtwechsel

     
    • kirschlolli um 14:17 am 27. August 2010 Permalink | antworten

      super geschrieben! endlich wer, die sich traut offen darüber zu reden…

    • Nel um 20:05 am 29. August 2010 Permalink | antworten

      Kenn ich. Schlafentzug ist was Schlimmes. Aber ich kann dich trösten: Man gewöhnt sich irgendwann daran. Man ist zwar weiterhin müde, aber die Aggressionen verschwinden (fast), und man fühlt sich wieder menschlicher. Mein Großer wird bald drei, und heute Nacht hat er zum ersten Mal in seinem Leben zehn Stunden am Stück ohne Unterbrechung ohne Mucks allein in seinem Zimmer in seinem Bett geschlafen. Ich war so überrascht, dass ich mir gleich Sorgen gemacht habe ;-)

    • kitty um 18:07 am 30. August 2010 Permalink | antworten

      alles selbst erlebt.
      es wird wirklich besser.
      auch wenn dir das jetzt genau garnicht hilft.
      könnte das baby vielleicht mal woanders übernachten, oder geht das garnicht?

    • patita um 20:41 am 30. August 2010 Permalink | antworten

      wie gesagt, der schichtwechsel ist vollzogen, der papa und der sohn machen jetzt gemeinsame sache während der nacht und ich schlafe ungestört im wohnzimmer. schön langsam erhohl ich mich wieder… ;-)

    • kitty um 12:56 am 31. August 2010 Permalink | antworten

      sehr gut! der schichtwechsel zementiert auch gleich die vater sohn bindung ;-)

  • Avatar of Patita

    Patita um 19:47 am 21. July 2010 Permalink | antworten
    Begriffe: attaken, Baby, brei, dusche, , hafermilch, , löffel, maisstangerl, mund, reiswafferl, schreien, Seifenblasen, , teller, , weinen, widerstand, zahn, zahnen   

    Widerstand im Babyland 

    Seit Tagen verweigert mein 9 ½ Monatiger das Essen. Zwischen den Schrei- und Weinattacken und heftigen Abwehrgebärden macht er aber dann doch manchmal den Mund auf und nimmt einen Bissen Brei. Für mich ein Zeichen, dass er Hunger hat. Weiß man ja nicht, schließlich ist es heiß wie Sau und ein Zahn kam auch gerade.

    Jedenfalls nimmt er die Reiswaffeln oder Maisstangerln gerne an, wenn ich mit dem Brei aufgebe und ihm diese Alternative anbiete. Und in der Nacht trinkt er dann fast einen ganzen Liter Hafermilch aus dem Fläschchen, und das auf mindestens 4 oder 5 Mal. Uff!!!

    Was ist los? War in der Woche Urlaub das Essen zu unregelmäßig und ist der Sohnemann jetzt nicht mehr bereit die häusliche Regelmäßigkeit beim Essen anzuerkennen? Eigenartig, die Schlafordnung ist ja auch wieder hergestellt…

    Und siehe da, aus irgendeiner Eingebung heraus stellte ich ihm heute den Teller samt Löffel hin, mit dem Gedanken, vielleicht will er ja mal selber probieren. Und jawohl, er fasste mit voller Hand in den Teller, spritzte und verschmierte den Brei um sich herum, schleuderte den Löffel auf den Boden und war vergnügt! Und dann, als es mir zu viel wurde, und das war recht bald, nahm ich wieder den Löffel in die Hand und hielt ihn gefüllt mit Brei zu seinem Mund. Zack, offen war der Mund, geschluckt war der Brei und zack, stand der Mund schon wieder offen – ich kam kaum nach.  Innerhalb kürzester Zeit war der Teller leer, der Bub noch immer nicht satt und Reiswaffeln und Maisstangerln wurden wieder nachgeliefert.

    Zum Saubermachen in solchen Fällen gibts zuerst eine gemeinsame Dusche, danach Seifenblasen, die machen den Boden nass und darüber kann man dann die Schmutzwäsche verteilen, die ohnehin schon überall herumliegt (eine der Lieblingsbeschäftigungen meines Sohnes ist, die Wäsche aus dem Wäschekorb auszuräumen). Zum Happy End, und das soll ja auch ein bißchen kitschig sein, kann man dann einen schönen Küchentango tanzen, mit dem Baby am Arm und einem Lächeln im Gesicht. icon wink Widerstand im Babyland

     
    • gerda um 18:31 am 22. Juli 2010 Permalink | antworten

      lieb! manchmal kriegt man einfach nicht mit, wenn sie ihre kompetenzen steigern wollen – und zwar so sehr, dass sie sogar dafür hungern!

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