Kaputt- und Sortier-Tage
In einem alten Haus bei solch eisigen Temperaturen gibt es einiges, das nicht mehr will. Täglich geht momentan irgendetwas kaputt, was die Nerven meines großen Lieben sehr beansprucht. Ich hingegen bleibe ziemlich cool. Ist halt so. Wir haben ja gewußt, in welchem Zustand das Haus ist, als wir eingezogen sind. Mein Ruhigbleiben zeigt mir übrigens auch, dass ich mit meinem neu angetreteten Weg richtig liege. Ich bin wieder in meiner Mitte angekommen, kann wieder gelassen reagieren. Auch wenn die Zukunft eine gewagte, wenn nicht sogar eine unsichere ist. Offensichtlich muss Risiko manchmal auch sein…
Wenn ich schon nicht alles reparieren kann -
der Heizstrahler über dem Wickeltisch ist eingegangen, der Lichtschalter im Kinderzimmer funktioniert ohnehin nur phasenweise, der Staubsaugerschlauch hat sich gleich zwei Mal hintereinander an den Ofen gekuschelt und ist mit ihm Eins geworden, der Hydraulikzylinder im Kofferraum unseres Autos, welcher seit Monaten kaputt war und letzte Woche von meinem Liebsten ausgetauscht wurde, ist schon wieder kaputt, die Schamottplatte an der Decke des Schlafzimmerofens ist zerbrochen runtergefallen (hier habe ich allerdings meinen Liebsten vorgewarnt, dass ich glaube, dass sechs Briketts in diesem Ofen zu viel sind), die Ecke im Stiegenabgang zum Keller ist eingefroren, dafür hat der Tiefkühler beschlossen mal zu kühlen, mal nicht und daher wird jetzt eiligst der Inhalt aufgebraucht, bzw. zwischenzeitlich draussen im Schnee gelagert -
(man sieht, es hat eigentlich alles gar nicht so viel mit dem Haus zu tun)
dann kann ich wenigsten mein wieder einmal stärker gewordenes inneres Bedürfnis für Ordnung befriedigen. Diese Woche hab ich schon das zu klein gewordene Kindergewand nach Größe sortiert in Kisten gepackt, was somit endlich das Kinderzimmer von den unansehlichen Windelschachteln befreit hat. Noch stehen sie genau so unansehlich im Wohnzimmer, aber bald werden sie in dem dahinterliegenden Stauraum verräumt sein. Zwei weitere unansehliche Kisten hab ich gemeinsam mit meinem Sohnemann mit weit ansehlicherem Punktepapier tapeziert, gleich danach haben wir, um die im Sommer eingefrorenen Erdbeeren zu verarbeiten, Erdbeerkuchen gebacken, und um die Stiegenecke aufzutauen, hat mein Liebster eine diesmal nicht selbst gegossene Kerze hineingestellt. Vielleicht stimmt diese ja auch die Geister unser Ahnen günstig.
Und jetzt, bevor ich den Kleinen von der Kindergruppe abhole, ist das Kleiderregal dran, sortiert und aufgeräumt zu werden. Wenn schon der Mann immer vom Wäschezimmer, statt vom Schlafzimmer spricht, dann soll es doch bitte auch ein ansehliches sein…








Patrice Fuchs um 20:12 am 13. Februar 2012 Permalink |
Die tapezierten Schachteln sind sehr lieb und die Kerze ist sehr sehr tapfer!