Vom Waldgehen und Traktorfahren

Ich wollte wieder Kraft tanken, am besten in der Natur. Ich wollte mir selbst wieder Gutes tun, wieder meiner Mitte näher kommen.
Also nahm ich die Entlassung meiner Mutter aus dem Krankenhaus zum Anlaß und die immerwährende Einladung meiner Schwester an, um mit meinem Sohnemann für ein paar Tage aufs Land zu fahren. Familienbesuch. Seit sich mein Nachwuchs nicht mehr vor Schweinen und Traktoren fürchtet, bekommen Familienbesuche neuen Reiz. Die Natur hatte diesen ohnehin schon immer. Auch im November mit Lichtarmut und Nebelschwaden…

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Mein Kind hatte Glück. Genau an dem Tag als wir ankamen, wurden die Maschinen in die Halle eingewintert und es konnte zwei Stunden lang auf den unterschiedlichsten Traktoren sitzen und neugierig zuschauen bzw. mittendrin sein.

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Bei meiner Schwester und deren Familie fühlt sich mein Kind ohnehin sehr wohl. Dort wird seit kurzem häuslicher Unterricht betrieben und der Tagesablauf der gesamten Familie hat sich darauf verschrieben. Bemerkenswert. Ein Lebensstil der mich beeindruckt und inspiriert…

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Meiner Mutter geht es übrigens wieder viel besser. Ich hingegen hatte trotz all des Schönen zu kämpfen und verhielt mich meinem Kind gegenüber leider nicht immer als erwachsen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, warum. Der klare starke Wille eines zweijährigen Kindes übertrifft den seiner 35jährigen Mutter bei Weitem. Der Kleine weiß in jeder Millisekunde genau was er will und setzt alles was er hat dafür ein. Ich hingegen konnte und kann mir mein Leben in tausend Varianten vorstellen. Als Entscheidungshilfe kam mir meist ein gewisser Opportunismus entgegen. Tja, darin ist mir mein Sohn wohl überlegen…