Zwiegespalten

Diese Woche läuft die Frist ab, meinem Arbeitgeber meinen Wiedereintritt bekannt zu geben. Zwischendurch hatte ich schon zu Ohren bekommen, dass für meinen Arbeitgeber es gar nicht sicher wäre, dass ich wieder eintrete. Weil ich an mein Jahr Elternkarenz noch ein Jahr Bildungskarenz angehängt habe und ich damit auf meinen Kündigungsschutz verzichtete. Interessanterweise war das für mich gar keine Schreckensnachricht. Nein, im Gegenteil, ich fühlte mich befreit. Gleich schossen mir die Ideen in den Kopf, wie ich mir neben Shiatsu ein zweites Standbein schaffen kann. Das “was” war klar: reformpädagogische Eltern-Kind-Gruppen. Ich führte auch schon Gespräche mit diversen Stellen, wie ich mir das finanzieren kann, bzw. wie ich mir das fördern lassen kann. Dazu nur eines: Hoch lebe der Sozialstaat! Es ist echt schön zu wissen, dass es immer wieder Möglichkeiten gibt, sich Unterstützung zu holen, in welcher Form auch immer…

Wie dem auch sei, um wirklich in ein Programm kommen zu können, war ich zu früh dran. Schließlich habe ich ja noch ein aufrechtes Dienstverhältnis. Trotzdem ist mein Rohkonzept für meine Selbstständigkeit fertig – und es ist wirklich schön geworden! icon wink Zwiegespalten

Nun, ich erkundigte mich natürlich auch bezüglich meiner Rechte als Angestellte und erfuhr, dass ich sobald ich meinen Brief bzgl. Elternteilzeit wegschicke, doch wieder kündigungsgeschützt bin. Dachte ich es mir doch. Irgendwie haben mich da manche Stimmen ziemlich verunsichert. Also tippte ich mit getrübter Stimmung heute den Brief. Ja, ich werde noch mal die Sicherheitsvariante wählen. So einen gut bezahlten Job werde ich so schnell nicht wieder bekommen. Und schlecht ist er ja nun wirklich nicht. Aber er ist ein Bürojob. Und ich werde wieder Dienstzeiten haben, um Urlaub ansuchen müssen, von A nach B hetzen, mein Kind weniger sehen…

Mein Konzept bleibt ganz oben auf meinem Schreibtisch und ich werde weiter daran feilen. Irgendwann wird wohl die Zeit reif dafür sein…