Pädagogik & Belletristik
Meine Karenzzeit ist geprägt von oben genannten Lektüren. Der Kommentar einer Freundin zu diesem Thema war von einem breiten Grinsen begleitet: „So lässt sich´s leben. Hast Du überhaupt noch Lust zu arbeiten?“ Oh ja, das hab ich! Und wie! Aber dazu ein andermal…
Pädagogik und Belletristik – tja, zu dem Thema „Elternratgeber“ wurde hier von den verschiedensten Seiten viel geschrieben. Dem gemeinsamen Tenor, es wäre Zeitverschwendung und bringe nur Verwirrung, möchte ich mich nicht anschließen. Mir haben diverse Erziehungs- und Pädagogikbücher viel gebracht. Man muss halt gut auswählen. Für mich waren bisher die wichtigsten: Ingeborg Stadelmann, Remo Largo, Emmi Pikler und Maria Montessori. Wobei die letzten beiden von der Lektüre her insofern schwierig sind, da die Sprache sehr veraltet ist und dadurch die message schlecht rüber kommt. Die persönlichen Anregungen von ExpertInnen auf diesem Gebiet waren da wesentlich hilfreicher. Mein persönlicher „Kurs“-Tipp für Eltern mit ihren Babys oder Kleinkindern: in den „Spielraum“ nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg gehen – da lernt man, was es wirklich heißt, respektvoll mit den Zwergen umzugehen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Eigene Elternabende zum Reflektieren gibt’s auch. Das kann man doch brauchen, oder…?
Zum Thema Belletristik kann ich was Feministisches anbieten: „Frauen“ von Marilyn French war eindeutig das einprägsamste Buch meines vergangenen Jahres. Empfohlen von meiner Noch-Nachbarin und besten Freundin, der das Buch ziemlich zugesetzt hat. Abgesehen davon, dass es ein wunderbarer Abriss von soziologischer Zeitgeschichte (USA, 50er bis 70er Jahre) ist, gibt es auch viel zu Denken auf. Sind Frauen wirklich dazu verdammt, dem Rest der (christilich-kapitalistischen) Gesellschaft zu dienen?
„Das große Verschwinden“ von Philip Wylie hat da ganz gut drauf gepasst. Ein Science-Fiction-Roman (eigentlich gar nicht mein Genre), wieder in den USA der 70er, der eine Welt beschreibt, in der plötzlich von einer Sekunde auf die andere die Hälfte der Menschheit verschwindet. Nämlich für die Frauen die Männer und für die Männer die Frauen. Und das ergibt in den beiden Welten ganz unterschiedliche Probleme. Sehr amüsant und witzig, heitert einem nach dem French-Buch wieder auf…
Ach ja, da fällt mir noch ein Roman ein, gelesen in den letzten Tagen meiner Schwangerschaft: „Ameisen“ von Bernard Werber. Teilweise sehr skurril erhält man hier genauesten Einblick in einen Ameisenstaat. Ist vielleicht eine gute Übung, um sich in ein Paralleluniversum zu versetzten – nämlich das der Kinder…
Patrice um 21:27 am 6. November 2010 Permalink |
Apropos Pikler: Ich hab in der letzten Woche meiner Tochter immer wieder verbal angekündigt, dass ich ihr etwa ein Bussi gebe, oder ihre Hand nehme beim über die Straße gehen etc. Fritzi war begeistert! Sie hat das ganz großartig und spannend gefunden und mir dann auch immer Bussis angekündigt. So viele Bussis hab ich noch nie von ihr bekommen, wie in der letzten Woche. Diese Woche ist es aber etwas anders. Ich kündige ihr an, dass ich ihr die Wange streiche oder sie hochheben werde und sie nimmt plötzlich ihr Persönlichkeitsrecht wahr und sagt `Nein, das tust du nicht.´ So war das von mir nicht geplant!
Patita um 21:34 am 6. November 2010 Permalink |
tja, so ist das mit der selbstverantwortung…;-)