Venezia
Kürzlich war ich allein in Venedig. 72 Stunden wollte niemand was von mir (außer mein Geld). Laura durfte mir noch einen Cappuccino bringen, Maurizio servierte einen weiteren Gin Tonic, Johannes erklärte mir den Biennale-Beitrag seines Landes. Massimo zeigte mir gleich sieben bezaubernde Zimmer in “seinem” Luxushotel am Canale Grande. (Nicht falsch verstehen. Es war rein geschäftlich.)
Ich habe wenig an Zuhause gedacht. Wenn wir telefonierten, bekam ich ein schlechtes Gewissen.
Ich habe vier Zeitschriften und zwei englischsprachige Tageszeitung komplett von vorn bis hinten gelesen und mir sogar was davon gemerkt. Ich war in einem großen Museum. Ich habe mich im Gewirr der Gassen und Kanäle verirrt und mir eine Murano-Glasperlen-Kette aufschwatzen lassen.
Ich weiß jetzt, dass alle Venezianischen Taxibootfahrer ab 16 Uhr betrunken sind.
Es war großartig.
Jetzt bin ich zurück im Radl und ja, geht eh. Wenn mich im Job jemand ärgert, denke ich schnell an Wellen, die beharrlich einen Hauseingang umspülen. Beruhigt.
Wenn mich die Kinder ärgern, hilft das mit den Wellen wenig. Die können mich aber so so so auf die Palme bringen! Oft habe ich dann ein schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich bin ich oft ungerecht und ungeduldig.
Ach. Dolce Vita.



Patrice Fuchs um 19:35 am 30. November 2011 Permalink |
Danke für die schönen inspirationsbilder!!!!!
Funkelblau um 19:00 am 1. Dezember 2011 Permalink |
Schoen, sehr schoen, ich war einmal im Dezember in Venedig, leer, kulissenhaft, Paralleluniversum. Launisch und ungerecht? Ich glaube das sind wir alle manchmall. Je mehr man daran knabbert umso launischer wird man, also lieber Wellen Rauschen lassen, dann werden sie wieder sanft.
tini um 21:10 am 1. Dezember 2011 Permalink |
dein leben wirkt immer etwas chaotisch und das mag ich. und oft denke ich, bitte gönn dir mal was!!! Du hast es verdient!
mother mable um 08:10 am 2. Dezember 2011 Permalink |
Wau! danke für die Venedigbilder
Nel um 10:26 am 2. Dezember 2011 Permalink |
Danke für eure netten Rückmeldungen. Die freuen mich.