das Leben
Ich lieg auf dem Bett und lese das neue Lily Brett Buch. Die letzte Woche war anstrengend. Ich bin froh das ich daheim bin und Lily Brett lesen kann. Nebenan spielen die kleinen Mädchen mit ihrer Freundin J, immer wieder plätschern glückliche kleine Mädchengespräche durch die Tür.
Im Lily Brett Buch, ganz zum Schluß, schreibt sie das ihr Vater noch lebt, 93 jährig in New York bei ihr in der Nähe. Das Lily Bretts Vater noch lebt macht mich so froh das ich weinen muß. Jemand anderer lebt nicht mehr. Jemand anderer ist diese Woche gestorben. Ich fahre in der Straßenbahn an ihrem Haus vorbei und muss weinen. Vor über 12 Jahren hat sie mich am Beginn meines Berufslebens begleitet. In den Jahren danach haben wir uns nicht oft gesehen. In den letzten 2 Jahren ist sie 2 Bürotüren weiter gesessen. Vor ca. 1 Jahr hab ich ihr Schulen aufgeschrieben die sich meine große Tochter angeschaut hat und die vielleicht auch ihre Tochter intressieren könnten.
Sie hatte 2 Freundinnen. Diese 3 Frauen zusammen haben mich immer beeindruckt. Jede für sich ein Mensch, wo du dir denkst wau. So schön wenn 3 so coole Frauen so enge Freundinnen sind, hab ich mir oft gedacht.
Die deutsche J schreibt mir eine sms, sie vermisst mich. Ich sie auch. U holt das jüngste Kind vom Kindergarten ab und geht mit ihr und ihren Kindern in den Park während ich arbeite. Auch sie schreibt eine sms. Ich lese die smse und weine.
In einer Arbeitspause läuft zufällig die CD von Ernst Molden, das Lied über das Leben. Er singt: Alles könnt das letzte Mal sein, drum sollt ma sichs ordenltich geben… ich kann mich nicht auf die Arbeit konzentrieren. A war jemand der sichs gegeben hat, die nicht daneben gelebt hat, sondern mittendrin. Zumindest kam sie mir immer so vor. Trotzdem ist es viel zu früh. Es ist immer zu früh.
Ich muss immer an ihre Freundinnen denken, sag ich zu D. An ihren Mann und ihre Tochter, das schaff ich fast nicht…D nickt und hält mich fest.
Ich hoffe Lily Brett hat ihren Vater noch ganz lange.
Sonja um 7:56 pm am Oktober 6, 2012 Permalink |
Mittendrin und nicht daneben gefällt mir sehr gut – ich find es halt zwischendurch im Alltag soooo schwer.
mother mable um 8:37 pm am Oktober 6, 2012 Permalink |
Ich auch:-)
whisperlein um 8:46 pm am Oktober 6, 2012 Permalink |
Und ich les deinen Blog und schon drückts mich auch…. Schöne Worte deinerseits…