Vom Mama sein. Und es mal nicht sein.
Ich liebe es Mama zu sein. Ich liebe es morgens von ihrem Geplaudere aufzuwachen und los geht’s mit Flascherl, aus dem Bett holen, Wauwau mitnehmen aus dem Bett, Frühstück machen, ihr in ihren Sessel helfen,.. Ich liebe Spielplätze. Ich liebe es sie beim Schaukeln anzutauchen. Oder ihr die Angst vor der Rutsche zu nehmen indem ich mit ihr runter rutsche. Ich liebe es Sandkuchen zu machen, die sie voller Freude lachend kaputt macht sobald ich sie ihr präsentiere. Ich liebe es mit ihr zu laufen. Oder sie zu tragen wenn sie müde wird (also, solangs im Rahmen bleibt, ein Leichtgewicht ist sie ja dann doch nimmer
). Ich liebe es wenn ich mit ihr Bücher durchblättere oder Duplohäuser baue. Oder wenn sie nachts zu mir kommt und mit mir fernsehen und kuscheln will und dann einschläft neben mir. Ich liebe es mich mit ihr zu unterhalten. Ihr beim Planschen zuzusehen. Ich liebe es, wenn sie sich im tiefen Wasser an mich klammert. Oder wenn sie einfach nur „Mama“ sagt. Ich liebe mein Bussi, um das ich hart kämpfen muss. Ich liebe es sie hübsch anzuziehen und die Erleichterung, wenn ich mit Widerwillen den Zopf geschafft habe. Ich liebe es über sie zu reden, oder zu hören wie brav und klug sie ist. Oder wie hübsch ihre Augen sind. Ich liebe es einfach nur ihre Hand zu halten oder wenn sie im Zug immer sagt „Mama sitzen“ und sich auf mich setzt. Obwohl sie wirklich schon schwer wird. Ich liebe es mein Essen mit ihr zu teilen. Es sind Tausende von kleinen Dingen.
Ja, ich liebe es wirklich Mama zu sein. Ich denke ich gebe mein Bestes, von selbst. Wir sind jeden Tag unterwegs, sie sieht und kennt so viel und kann so viel benennen und ist so selbstständig. Sie ist interessiert und lernt schnell, neugierig und probiert viel. Vorsichtig und braucht mich. Und ich liebe es ihr diesen Schutz zu geben und ihr Vertrauen zu haben. Und ihre Liebe.
Aber genauso liebe ich es auch, mal nicht Mama zu sein.
Momentan ist das viel der Fall, denn ich habe Praktikum und sie ist bei Oma und Opa und den anderen Oma und Opa.
Und auch generell, seit März geht sie in den Kindergarten und ich in die Krankenpflegeschule, auch hier wird sie oft von Oma und Opa abgeholt und ich komme abends nach.
Sie geht sehr gerne in den Kindergarten, „Baba Mama!“ und auf geht’s, weg ist sie.
Das war für mich eine größere Umstellung als für sie. Ab Silvester ging es mir eigentlich schon sagen wir es wie es ist- beschissen. Wobei um sie hatte ich weniger Angst, sie blieb überall gerne und ist kein Rockzipferl-Kind. Ich hatte Angst um mich. Wie ich damit umgehen würde, wie sehr sie mir fehlen würde, dass ich viel verpassen würde. Aber ich muss nun rückblickend sagen, es hat irrsinnig gut geklappt die Eingewöhnung, mehr Glück konnte ich gar nicht haben. Und es tut ihr gut, die anderen Kinder, die andere Umgebung, mal weg von Mama sein, unabhängig sein.
Und momentan tut es mir auch sehr gut. Ich bin eben nicht nur mehr Mama, ich bin auch Schülerin, Praktikantin, Ehefrau, Frau, Freundin,… Und so soll es auch sein. Man soll sich nicht nur auf die Mamarolle fixieren, es gibt so viel mehr, auch wenn die Mamarolle meine liebste Rolle ist
, also „Rolle“ ist jetzt ein komischer Ausdruck, mir fällt so spontan aber nix besseres ein. Ich finde das tut dem Kind auch gut, nur eine glückliche Mami, die mit sich selber im Reinen ist kann eine gute Mama sein.
Cocktails mit Freundinnen, Freunde besuchen, Spieleabende, Kino, Essen gehen mit meinem Mann, gemütlich shoppen, joggen gehen, auch das liebe ich. Etwas trinken, auf niemanden Acht geben, unglaublich laut lachen, ich liebe es. Laut Musik hören, mitten in der Nacht Wäsche waschen. Nach der Arbeit kurz ein Schläfchen. Oder nach Mitternacht erst nachhause kommen und ins Bett fallen. Morgens duschen gehen ohne mich an ihr vorbei zu schleichen und sie doch aufzuwecken. Telefonieren wann ich will ohne dass sie mir das Handy entreißt weil sie telefonieren will obwohl sie mittlerweile alles am Markt vorhandene an Telefonspielzeug hat. Ungesunde Ernährung oder nicht kochen und nur kalt essen oder unterwegs essen. Kein Vorbild sein.
Es fehlt ein großes Stück wenn sie weg ist, es ist so ruhig und so leer. Aber ich weiß ja sie hat ihren Spaß und wir sehen uns bald wieder. Und dann geht’s wieder los. Wach werden von ihrem Geplaudere. Flaschi machen, ihren Wauwau mit raus nehmen, Decke nicht vergessen, …. J
Und jetzt sitz ich hier, Samstagmorgen, nach einem Mädels-Tanz-Abend und freu mich auf meine Maus. Obwohl ich ausschlafen hätte können, tja.
Und jetzt mal ein paar optische Eindrücke zu der ganzen Sache















Patrice Fuchs um 9:02 am am August 25, 2012 Permalink |
Super super netter text! Tränchen im knopfloch
Nicki um 4:55 pm am August 25, 2012 Permalink |
dankedanke