Liebe, Sex und Kinderzimmer
Gestern begann der Nachmittag mit Highschoolmusical Teil 1 und 2, nach einer kurzen Essenspause schmolz ich zu “dreams are my reality” dahin und sah eine entzückte Sophie Marceau in Verliebtheit taumeln. Der Abend endete mit der Aufführung von Romeo und Julia in der Burg.
Liebesgeschichten also den ganzen Tag.
Das Kind ist derzeit pubertierend, vielleicht verliebt vielleicht auch nicht – ich weiß es nicht, denn ich erfahre es, wenn überhaupt als Letzte.
Egal, am Küchentisch sprach ich über Kondome, Verantwortung und Gefühle. Sie tut es ab, “Mama, ich bin erst 13″.
Ignorieren?
Wie in High School Musical?
Wo die 16-jährigen ProtagonistInnen grade mal Bussi geben dürfen, wo keine Zunge weit und breit ist, wo von Verhütung noch nicht mal irgendwie gesprochen wird und die Eltern nur an der Karriere der Kinder interessiert sind? Wo die Eltern Trotteln sind?
Verbieten?
Wie in Shakespeares Stück, in dem zwar nicht der Sex der 13jährigen Julia explizit verboten wird, aber der falsche Romeo verbannt wird? Der Vollzug letztendlich doch passiert mit der tragischen Konsequenz des gemeinsamen Todes. Den Umgang mit den “falschen” Freunden verbieten?
Ansprechen?
Wie bei La Boum, wo die Urgroßmutter an das Urteilsvermögen von Vicki (13) appeliert. Möglichkeiten eröffnet und dabei doch hofft, dass sich das Kind “richtig” entscheidet. Was Vicki dann auch tut, kein Sex am Ende des Films zumindest ein neuer Freund.
Aber mal zu etwas ganz anderem – ist diese prüde (Teenie-) Welt nicht entsetzlich?
Wie soll da vernünftige Aufklärung stattfinden? Was sind die Vorbilder? DisneyScheiße?
Highscoolmusical und Twilight (und hier bitte wird NICHT der neue Feminismus betrieben, nur weil sie angeblich will und er nicht!) – Mann und Frau treffen sich, singen sich ein bisserl was vor von Liebe und heiraten. Erster Freund, erste Liebe und das für IMMER!! oder Der coole Onkel Charlie der von einer zur anderen hüpft und keine Frau ist was wert.
Spannend finde ich, dass mit La Boum im Vergleich zu heutigen Teeniefilmen extrem offen vorkommen – Sex wird angesprochen, nicht verboten, ständig neues Verlieben ist möglich und trotzdem keine Spur von Sexismus oder gar Pornographie. Der Vater hat ein Verhältnis, die Mutter auch (!obwohl sie schwanger ist!). Na gut, ein Happy End gibt es trotzdem – aber das darf im Film bitte schön auch gerne sein, das Leben ist eh hart genug.
Und überhaupt Romeo und Julia – das Stück ist über 400 Jahre alt. Sex and Crime total! Romeo verliebt in Rosalind, erst dann erscheint Julia. Na gut, heiraten mussten sie schon, aber sonst wär es ja auch wirklich ein Skandal gewesen – damals. Leider ohne Happy End, aber ja auch das ist das Leben.







amares um 7:54 pm am November 2, 2011 Permalink |
Ich will nieeee in diese Situationen kommen! So unangenehm!
Funkelblau um 9:39 am am November 3, 2011 Permalink |
Tja ich bin ja der Meinung die sexualitaet der Eltern geht die Kinder nichts an und Vice versa, Waeren da nicht die gefahren und die Verantwortung von verhuetung. Ich finde es aber ganz normal, dass toechter gerade mit ihrer muttter nicht darüber sprechen wollen, ein neues Feld der eigenstaendigkeit fernab vom Mutterschoß. Ist zwar schon a zeitel her, dass ich La boum sah, aber da redet die Sophie mit der grandmere, waehrend die Mutter gerade mit sich beschaeftigt ist. Mir persoenlich ist die pruederie, wie du es nennst, ich wurde es Schamhaftigkeit benennen, lieber als saturday Night fever. Auch hier muss man vertrauen und vielleicht ein paar broschueren aufs Klo legen, zur Ansicht. Aber ich hab noch! Leicht reden, meine 13 jaehrige lebt noch in Dreams are her Reality…Romeo und Julia sterben, weil sie annehmen der andere sei tot, man konnte auch als Botschaft lesen, glauben ist nicht wissen und nur im anderen den Lebenssinn im anderen sehen, bringt den Tod. Gewagte Interpretation, aber in jedem Fall gültig, für mich.
Funkelblau um 9:52 am am November 3, 2011 Permalink |
Nachtrag: den inneren Tod, meinte ich und liebe klingelfee, ATV erfuellt den bildungsauftrag, Teenager werden Mutter, ist die beste aufklaerung
Kashia um 10:52 pm am November 3, 2011 Permalink |
auf facebook gibts eigene fanseiten von (bzw für) teenager werden mütter. und man mag es kaum glauben, aber da gibts EINIGE mädls, sie die twm protagonistinnen richtiggehend anhimmeln..
Funkelblau um 8:34 am am November 4, 2011 Permalink |
Na, denen ist dann aber wirklich nicht zu helfen..ich glaube ja, die groesste Abschreckung sind die uberdominanten junggrossmuetter, statt die ersehnte Freiheit? Fuer die jungen, setzt Oma die daumenschrauben… Nebst der Schwangerschaft hoffe ich, dass mein “Kind” wenn es dann soweit ist, körperliche naehe, als das sieht, was es eben ist, naehe. Na schau ma mal, einfach ist das nicht