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  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 7:17 am am February 15, 2012 Permalink | antworten  

    in den Wolken 

    Am Wochenende war ich schlapp und müde, gestern wachte ich mit Halsschmerzen auf,   beutelte mich Schüttelfrost, lange Rede kurzer Sinn, scheinbar surfe ich doch aus jeder Welle mit und heißt sie auch Grippewelle.

    Was soll ich sagen, meine Begeisterung hält sich in Grenzen, zumal ich heute Geburtstag habe, eh seit vielen Jahren ein schwieriger Tag für mich, das hat weniger mit zunehmendem Alter sonder eher an die Erinnerung, als ich 7 Jahre alt wurde und meine Mutter mich weckte mit den Worten”die Oma ist heute Nacht gestorben”

    So bin ich heute aufgewacht mit dem Gedanken an sie.

    Ich will diesen Blog nicht mit meinen Übersentimentalitäten strapazieren, aber so bin ich, sentimental. Dabei habe ich mir vorgenommen, dass dieses Jahr nicht alles, aber dieser Tag anders ist, feiern wollt ich mich, auf ein Konzert wollt ich, nicht wieder einfach darüber weggehen

    über mich.

    Gut es ist noch früh, das Kind verließ das Haus, beschenkte mich und war lieb. Ich habe mir frei genommen, also sitze ich da, werde Literweise Tee trinken und hoffe ich spül das Kranke einfach aus.

    Bin sogar ein Bisschen beruhigt, dacht ich doch schon die alte Wolke Traurigkeit nähme mich in Ihre Mitte, hurra nein, es sind nur Bakterien oder Viren, vielleicht froren meine Füße auch nur zuviel und der Rest.

    Ein paar meiner Arbeitskollegen werden 30, sprechen von Midlifekrisis und dem Verlust der Jugend, ach je, 30, nicht einmal der Rede wert, im Rückblick gesehen, als ich 30 wurde hatte ich andere Sorgen, das Kind

    TABULA RASA, Stunde null

    Ich glaube nicht, dass Menschen mit Kindern zwangsläufig reifer sind, aber man rückt an eine andere Stelle, spätestens dann ist man mit dem Durchtrennen der Schnur, nicht mehr der Nabel der Welt, Positionswechsel, die eigene Vergänglichkeit mit der neuen Geburt eines anderen Wesens,

    ist da.

    Wachstumsschmerzen, Freude, Glück, Traurigkeit nicht nur post partal.

    Die Oma, die hatte kein leichtes Leben, die Oma, zwei lange, dünne, graue Zöpfe, die sie zu Schnecken band, nur durch den Spalt in der Türe sah ich Ihre Haare einmal offen, sie wollte das nicht,

    ” als Kind flochten sie mir 3 Zöpfe, zuviele Haare für nur 2 ” sie lächelte still und stolz bei diesem Satz, diese gütige, liebevolle, bescheidene Frau, die Sonne meiner ersten Jahre, nein bis heute,

    tiefschwarz war es oft um mich

    beim Abendrot, nahm sie mich bei der Hand

    “schau Kleines, da oben auf den Wolken, da backen sie gerade Plätzle” und flocht mir mein Haar zu Zöpfen,

    andächtig, zärtlich und sanft.

    mit den Wolken, das ist nur schön, wenn man daran glaubt, sie tat es, aber andächtiger, zärtlicher und sanfter

    das will ich werden

    mit jedem Jahr.

     

     

     
    • Avatar of Patrice Fuchs

      Patrice Fuchs um 7:50 am am Februar 15, 2012 Permalink | antworten

      Alles gute zum geburtstag funkeline. Deine zarte seite kann kräftig aus diesen eintrag herauslesen. Es wird ein schönes jahr werden, das spür ich. Ein kranker start muss kein schlechtes zeichen sein!

    • mother mable um 7:53 am am Februar 15, 2012 Permalink | antworten

      Alles Liebe zum Geburtstag!!!

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 11:48 am am February 14, 2012 Permalink | antworten  

    Um Zopf und Kragen 

    imagesCAYBHF9V Um Zopf und KragenLagerfeld Karli sagt, sie solle abnehmen, mon cher, pourqoui?

    Schaut sie dir zu gesund aus, verändert ein Kilo mehr oder weniger das Stimmvolumen, inspiriert dich eine Amy abgemagert und todunglücklich mehr zu deiner Freude?

    Mein Lieber, kreiere Gwand, gestalte dein Leben, wie du magst, liebe wen du willst, aber bitte wedel manchmal einfach mit dem Fächer vor deinem Mund, aber nicht zu heftig, weil sonst wird ein Luftzug dich umschmeißen,

    aber hauptsach fragil.

    Die Ästhetik liegt schon im Auge des Betrachters und auch du bist nicht aller Augen, die Schiffer Claudia, nun bitte.

    Jeder wie er mag, ich finde es schon bedenklich, bombardiert werden wir mit Castinshows, Modelbootcamps, dann gibt es eine, die ist 24 und singt und singt

    schön.

    Alle sollen hauchdünn sein, egal was sie tun, das sich zeigen ist schon in sich die Wertung, denn der Betrachter maßt sich an zu entscheiden, was ihm gezeigt werde darf?

    Die Grenze, auch die Grenze ist fragil, denn wenn Demi dann die 45 Kilomarke unterschreitet oder die Houston, die Liste ist lang, dann höhnt es,  sie ist bis auf die Knochen abgemagert,

    das Skelett durchscheinen zu sehen, das ist Stil, wenn die Knochen blank liegen

    dann wird es zu echt,

    zu krass,

    auch dann kann man sich nur angewidert umdrehen.

    Kein Wunder also, dass alle durchdrehen, ich frage mich auch, was ist mit all diesen Hollywoodstars los, die sich ja einen Privatanalytiker quasi als Dauerbegleitung finanzieren könnten, tun sie das nicht, hilft das alle nix oder ist die Betty Ford Klinik, der in meiner Vorstellung überhaupt skurilste Ort auf Erden, die einzig gesuchte Hilfe?

    Fragen über Fragen

    Adele ich steh auf dich!

    Bleib wie du bist, werd mehr, werd weniger, wie auch immer

    roll it in the deep

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 1:17 pm am February 13, 2012 Permalink | antworten  

    Rundendrehen 

    wieder eine zu Ende gebracht, also wieder eine Bahn geschwommen, ein Jahr, eine Zeitlang einfach durchgetaucht, gestrampelt, Brustschwimmend die immer gleiche Bewegung vollzogen, um an der Oberfläche zu bleiben, Haare nass, Haare trocken, geduscht und abgetrocknet, zur Arbeit gegangen, von der Arbeit nach Hause, am Beckenrand gesessen, mit den Füßen zuert ins Wasser gesprungen, Kopfsprung gab es diese Jahr nicht, Synchrongeschwommen, gegen den Strom, Wellen angetrieben, ein paarmal kaltes Wasser um mich gespritzt, huch, den Badeanzugträger von der Schulter kurz rutschen lassen und weiter und weiter und in 2 Tagen, da bin ich wieder älter, werde die Arme aufstützen am Beckenrand und mich heraushieven, falls das aufgrund von Altersschwäche nicht gelingen sollte, dann schnappp ich mir halt wieder meine Luftmatratze

    und leg mich darauf, nehm ein Glas, zumindest gedanklich Champagner, in die Hand und sag zu mir “bon soir, ma petite, wie bist du groß geworden.“

    Meilen zwischen Dir und deiner Vorstellung wie du so sein würdest als Frau in den mittleren Jahren, oder fangen die doch später als Anfang 40 an? Klug wolltest du sein und schön und platzend vor Humor durch die Wirren des Lebens, deinen Weg wolltest du gefunden haben, Erfolg wolltest du haben, Erfolg insofern, dass ein besonderes Glas Wein oder ein gutes Stück Käse keine Frage nach dem Preis stellen würden, sondern nur nach deiner Lust, Lust, Lust, Ohren sollten dir weitgeöffnet sein,  soviel zu sagen , Museen sollten gefüllt sein von deinen Bilder, deine Vita ein Traum, Augen sollten dich bewundernd anblicken, liebevoll, am liebsten Augen, die dich schon 20 Jahre so betrachten, als seist du immer wieder gerade erst entdeckt, jede deiner Falten in ihnen spiegeln und das Verwobensein nicht nur dieser Linien feiern mit jedem Blick..und immer und immer wieder würdest du alle verblüffen, überraschen mit den Wendungen der Freiheit, die du dir nimmst,   jaja zuviele französische Spielfilme und zuviel Hollywood, backen wir also kleinere Brötchen, eine Hand, die meine hält, ein schon vorgewärmtes Bett

    ein geteiltes Leben.

    Es ist schon geteilt, mein Leben, die Arbeit, die mir keinen Etappensieg gönnt, die 1000 Kleinigkeiten, Aufgaben und Zwänge, die jeder Haushalt fordert, die Zeit mit meinem Kind, sind wir beide zusammen ein Ganzes, eine Einheit oder sind auch wir geteilt, aber im richtigen Sinne? Geprägt auch ich, muss ich mir immer wieder, allem Verstand zum Trotz daran erinnern, dass wir Familie sind, das Kind und ich, dass es an nichts mangelt. Tut es das? Das Kind hat mich, oft bin ich genervt, müde, schnappe nach Luft, nach Zeit nur mit mir selbst, bevor ich mich ganz aus den Augen verliere, aber sehe ich sie klar genug, bin ich auch wirklich DA, wenn ich anwesend bin?

     

    Oft ist sie bei Ihrem Vater, also oft meint jedes zweite Wochenende und in den Schulferien bei den Großeltern, sofern ich wiedermal keinen Urlaub bekam, eine Begünstigte unter den Alleinerziehern bin ich, dankbar sollt ich sein, sollt ich? Der Vater arbeitet offiziell so wenig, dass 70 Euro die Summe der Alimente sind, die ich pro Monat erhalte, da bleibt kaum Spielraum  meine Arbeitsstunden zu reduzieren und da sind die Skikurse, Englischwochen, da und dort ist etwas zu zahlen

     

    Ich tus.

    Was auch sonst, es ist ok, es gibt viel Anstrengenderes, Schlimmeres, ich versuche zu verwirklichen, was ich kann, werde müder immerzu.

    Vieles wird in Gedanken bleiben,

    kommt nie zur Tat,

    in Gedanken ist ein weiterer Mensch in meiner Wohnung schon ein Stressgedanke, bin schon so eingebunden genug, aber frei, ja ich wäre frei?

    Beginne ich seltsam verschroben zu werden, brauche ich in Wahrheit soviel Zeit für mich selbst oder lenke ich mich ab, von dem an dem es mangelt?

    Habe ich bald einen Raben auf meiner Schulter und 3 lange Haare am Kinn..

    Ich werde mich wieder einmal genau unter die Lupe nehmen ohne brechenden Facettenschliff, sondern mich ausleuchten unter einer Lampe

    und alles anschauen was die weitsichtigen Augen noch hergeben

    Im Vergößerungsspiegel.

    Ist da noch ein Fünckchen Glanz in meinen Augen?

     

    Zeit die Segel auf neuen Kurs zu setzen, kentert das Boot,

    liegt es immer noch in meiner Hand, wohin ich paddle, strample

     

    Vielleicht ist es aber auch an der Zeit

    an Land

    zu

    gehen.

    Nachtrag: da sinniere ich in meiner Mittagspause über Schwimmarten, ein Anruf reißt mich aus meinem Tun und ich werde in meiner Würde torpediert, erhitzte, erboste Worte brechen ungebremst durch mein ach so großes, altes ICH, Teil meines Jobs ich weiß, aber ich kann mich nicht mehr teilen, ich kann mich nicht mehr klein machen, mich beschimpfen lassen, das hieße alles zu verwerfen und mir beim Untergehen zu zuschauen.

    Der leeren Worte genug gewechselt und geschrieben

    das Leben ist zu kurz

    um nur in der Pfütze

    Meer zu spielen.

     
    • katiuska um 10:13 am am Februar 14, 2012 Permalink | antworten

      Wenn ich das richtig versteh, hast Du dieser Tage Geburtstag. Also alles Gute zum Geburtstag liebe Funkelblau! Und diese Zahlen, die unser Alter beschreiben, ja nicht zu ernst nehmen…Sind nur Zahlen, das Herz hat sein eigenes Alter :-)

      • Funkelblau um 12:37 pm am Februar 14, 2012 Permalink | antworten

        Danke, ja das hast du richtig verstanden, ich bin ja manchmal schwer zu verstehen..

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:11 am am February 8, 2012 Permalink | antworten  

    Atempause 

    ich bin mal wieder alleine, das Kind ist in Kärnten.

    Wie üblich vermisse ich Sie und genieße die Ungebundenheit, obwohl der Winter mich gerade bindet auf eine nie gekannte kuschelige Weise, nein auf eine seit Langem vergessene.

    In der Früh kurz nach 7 Uhr auf der Thaliastraße, die Füße eiskalt, die Bim kommt nicht daher, 10000 Gründe zum Granteln, scheint mir die Sonne ins Gesicht, der Schnee knarzt unter mir und meinen Pseudowanderschuhen, es ist wie ein Blick zurück in meine Kindheit, wenn ich nach unten auf die Ösen mit dem melierten Schuhband blicke und

    ich bin glücklich.

    Rotgefroren die Wangen, fast eingeeist das Haar stapfe ich dahin, die Ruhe da Draußen ist die Ruhe , die ich so oft in mir vermisse, ich finde sie, ich erinnere mich, als ein Sonnnenstrahl auf meiner kleinen Mädchenwange wie ein Streicheln des Himmels sich anfühlte,

    nur für mich.

    ich bin glücklich

    Zauberhafte kurze Momente das sich Finden in sich selbst

    ich bin immer noch glücklich, als ich durch den Volksgarten stampfe

    so klar, so blau, so weit der Himmel, ich denke mir, seltsam in der Winterkälte scheint das Blau unendlicher, reiner, vielversprechender als im Sommer, sage ich jetzt im Moment,

    im Sommer nehme ich mir vielleicht die Freiheit das Gegenteil zu behaupten.

    Der letzte Schritt und ich bin im Büro, meine Laune hält sich noch ein Bisschen, wenn ich aus dem Fenster blicke, aber dann abrupt werde ich bombadiert, eingenommen, alles an mir symbolisiert der Kollegin, bitte, bitte lass mich kurz in Ruhe, aber nein, sie redet, fordert, nix Berufliches da könnte ich ja nix dagegen haben, sondern Privates, ich will, ja ich will aber das hier zu Ende schreiben, ich bin genervt, ich will nicht immer Freiwild sein, gezwungen werden von Augen, in die ich zurückblicken muss, mich anpassen den Stimmungen eines Andern.

    Ich mag die Kollegin, sie ist tough, sie ist cool, sie ist klug, sie ist kreativ,

    SIE IST BESTIMMEND.

    Da schlag ich mit der Faust auf den Tisch, uups und sag bitte, kann ich 5 Minuten Ruhe haben, bitte

    tja nun ist sie beleidigt und mir tuts leid.

    Eines der Dinge, die ich noch lernen muss, es gibt etwas zwischen Selbstaufgabe und Faust auf dem Tisch,

    aber vielleicht auch ein Schaden dieser Legebatterie,

    es sieht so aus, als würde mein Weg hinaus konkreter langsam

    wenn ich daran denke,

    dann

    bin ich wieder glücklich.

     

     

     

     
    • mother mable um 8:47 am am Februar 9, 2012 Permalink | antworten

      So schön zu lesen:-), so das einem ein Lächeln übers Gesicht huscht. Und hau ruhig ab und zu auf den Tisch!

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 4:06 pm am January 28, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: doppler, sex   

    Nach 5 kommt 6.

    Gerade komme ich vom Spar zurück, Samstagseinkauf. Ich bahne meinen Weg zur Kassa , vollgestopft der gepunktete Schiebeshopper. Während ich so das Band befülle, registriere ich im Augenwinkel, einen Anzugträger mit einem Doppler weiß im einem Arm, einen Whiskey im anderen. Ich will ihn vorlassen, er lallt ein bisschen ,” na ich hab Zeit”.

    Er verwirrt mich, sieht nicht aus, wie der klassische Dopplertyp, also bleib ich vor ihm, er dichtfahnig hinter mir. 19,06 sagt der Kassajüngling , ich geb ihm 20, er : “Sex vielleicht?”

    Er spricht nicht das klassische SECHS, sondern sowie ich  wegen oder trotz im prüden Bayern aufgewachsen, Sex. “Ja sicher”, ist meine Antwort und während ich in meiner Börse krame, denk ich schmunzelnd, wieviel einfacher das Leben so wäre, Funkelblauromantisch, aber eher an aufs Wesentliche reduzierende Dialoge, wie   wie,  wie” Liebe vielleicht?” Antwort, “ja sicher, oder nein danke, vielleicht später…”Der Dopplermann unterbricht meine Gedanken, denn er wird von Lachkrämpfe gebeutelt, ich räume weiter ein. “Der war ned schlecht”, sagt er zum Kassamann”, Sex vielleicht? Ja sicher das wäre ein Leben”.

    Der Junge ist peinlich berührt, schaut mich an, “Das war keine Absicht” Ich finde ihn immer sympathischer in seiner Verlegenheit, tu so als hatte ich keinen Hauch von Zweideutigkeit registriert, dem Doppler rinnen die Tränen, er hat Spaß mit sich, ich schau ihn an, “Beruhigen sie sich, ist nur eine Zahl, sonst nix.”

    “ Ja eh, aber mir san Männer, deppert halt”

    “Ich hab das nicht gesagt” beschließe ich die Szene. Ottakring ist lustig und Alltagskomik liebe ich.

    Das Kind sagt auch sechs, ich bleib dabei und sprechs wie Sex, der Satz ja sicher, verlässt meinen Mund ja eh fast nie, denn nix ist fix.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:08 pm am January 27, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: George Clooney, the Descandants, Tochter, väter   

    George hat schöne Füße 

    habe ich mir gedacht, als ich ” the Descendants” ansah und meine Ohren wurden auch durch seine Stimme verzückt. Ein netter kleiner Film, der  zeigt, wie alltäglich die Konflikte auch in einer Ausnahmesituation sind, ein Film über Bindungen, eng, löchrig, wortreich und wortlos.

    Die Mutter liegt im Koma und George, der Vater zweier Töchter ist, muss da durch und er tut es, die Frauen im Kino liegen ihm zu Hauf zu seinen eben, Hornhautlosen, Schwielenfreien, perfekten Männerfüßen.

    Ich nicht wirklich, gut ein Bisschen, ich frage mich, gingen Männer für eine schöne, aber eben 50 Jährige Frau in die Knie, weil sie an der Seite Ihrer Kinder bleibt, während der Vater sirbt? Gut man muss ja nicht das Eine mit dem Anderen abwägen, aber in mir keimt der Gedanke auf,

    während des Filmes und auch danach.

    Ist alles bei Frauen selbstverständlich, das sich zurücknehmen, die eigene Verletzung hintenanstellen, das Aufrecht Halt bieten, das Trösten, während  Männern, sofort ein Bravissimo, rote Rosen, Zuneigung ernten, für schlicht ein Hauch vom Selben?

    Ist es immer noch soviel leichter ein guter Vater zu sein, als eine gute Mutter, nein die Frage ist schon falsch, Mutter sein, allein das Wort, erfordert Perfektion, die Juries werden immer kritischer, die Auswahlkriterien immer strikter, vielleicht sind ja Männer deswegen oft entspannter, weil Frauen ihnen permanent Anerkennung geben, für das Schieben eines Kinderwagens, für das Dasein am Wochenende, für ja für alles.

    Die gleichen Frauen, die einander kritisch begutachten, vor oder hinter gehaltener Hand, von Versagen, falscher Wahl, falscher Erziehung, “kein Wunder, dass das Kind sich so oder so entwickelt, sie ist zu früh, zu spät arbeiten gegangen, hat sich getrennt, hätte sich trennen sollen…” endlos könnte man das fortsetzen.

    Machen wir uns gegenseitig fertig, weil wir auch mit Kindern weiterbuhlen, um des Manneswort, der spricht,

    DU BIST GUT?

    Da aber die meisten Männer sich diese Frage gar nicht stellen und eben, weil Ihre Mütter selbstverständlich alles taten gar keine Veranlassung sehen, etwas dazu zu sagen, man sagt ja auch nicht

    die Sonne ist gelb.

    Nur wenn das Bild bricht, dann tobt der Sturm, eine Mutter, die aus dem Rahmen fällt, da wird sie laut die hetzende Meute, die vorher nicht einmal half den Kinderwagen in die Bim zu hiefen, aber sie sollen es gefälligst alles schupfen, die Mütter,

    uneigennützig,

    des Kindes Lächeln,

    Anerkennung genug

    Genug?

    Am Montag ist der Herr Böller gestorben, das schwarze Zergkaninchen, 8 Jahre war er immer da, 2 Umzüge, turbolente und sich dann beruhigende Zeiten, flauschig, sanft, da. Am Montag gehe ich zum Hasenstall, nehm ihn in den Arm, sein Herz schlägt zweimal und er ist tot.

    Er ist kein Mensch, ein Tier, er ist ein Stück Leben, er ist vergänglich, das Kind ist traurig, weint 2 Tage, einen Tag liegt er in einer Schuhschachtel im Eiskasten, es ist grotesk, ich lache zu laut, ich bin auch traurig, erinner mich an vieles, tröste was ich nur kann, ich bin nicht so gut darin, befürchte ich, dann begraben wir ihn.

    Es werden noch viele Abschiede kommen, es wird noch viel Trost gefordert sein, es wird auch noch viel zu lachen geben und viele Tränen aus dem einen oder dem anderen Grund.

    “armer Hase, armes Kind, arme Funkelblau”

    das waren die tröstendsten Worte und ich habe wieder etwas gelernt. Danke liebe Freundin.

    Man kann viele Worte finden ,erklären, warum es besser ist, Verstand, Vernunft, aber es tröstet nicht, es beantwortet auch nicht die Frage, die , unbeantwortet bleiben wird, “warum wird etwas geboren, wenn es dann doch sterben muss?”

    schluchzte das Kind.

    Auch die Übermutter könnte darauf keine Antwort geben.

    Aber, armes Kind, armer Hase, das ist Trost.

    Arme Funkelblau, wie schön einmal arm und trostlos sein zu dürfen,

    es geht dann ja weiter, schlapp machen wird nie gelten,

    ich hab ja keine schönen Füße

    und George bin ich nicht.

     
    • Avatar of Patrice Fuchs

      Patrice Fuchs um 11:27 am am Januar 28, 2012 Permalink | antworten

      Du bist die georgine clooney des hasen-emergancy rooms! Bravo funkelblau! Du machst das alles sehr sehr gut!!!!

    • Funkelblau um 1:35 pm am Januar 28, 2012 Permalink | antworten

      Danke Patrice! Und noch etwas zu dem Film, ich glaube man wuerde es bei einer Frau für unverzeihlich halten, wenn sie in so einer Situation die Geliebte des Mannes aufspürt mit ihrer Tochter an der Seite. Naja trotz allem ein Film übers leben, eben nicht perfekt, Clooneys Füße schon, wusste gar nicht., dass ich auf Füße achte

    • Avatar of nellah

      nellah um 7:13 pm am Januar 28, 2012 Permalink | antworten

      perfekter text. mehr fällt mir da grad gar nicht ein. perfekt.

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:04 am am January 18, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: A1 Store, Amtsgeheimnis, Fußballvereinsvorsitzender, Herold, I fight for my right, laptop, Onlinebanking, Oriah Mountain Dreamer, Österreich für Anfänger, Sehnsucht deines Herzens, Wurzels des Übels, Zweigstelle Ottakring   

    Knock, knock knocking 

    ach wie ist es schön sich durchzusetzen, gehört zu werden, den Dingen auf den Grund und wenn es sein muss die Wurzels des Übels packen.  Jjaj ich weiß schon, ich nerve ein bisschen mit dieser Klopfgeschichte, mich selbst am meisten..aber

     

    gestern bekomme ich einen Anruf vom Herrn Magister vom Magistrat, es fand eine Lokalbegehung statt, dann lässt er dreimal das Wort Amtsgeheimnis falle, er dürfe mir nicht genaue Auskunft geben, aber Auflagen, Fristen, im Notfall Schließung des Lokals und das Wort Strafverfahren

    das darf er erwähnen. Halten sie durch, sagt er beruhigend, in maximal 4 Wochen ists überstanden.

    Ixch schwebe im Glück des endlich Gelernthabens mich zu wehren, nicht aufzugeben, nicht mich abzufinden, nicht mehr Jammern als Gütesiegel, sondern

    I fight for my right!

    20 Minuten später ruft mich die Hausveraltung an und will mich als Querulantin hinstellen, gestärkt durch den Bezirksmagister, werde ich nicht nur Stimmlich lautstark, meine Lieben, veräppelt euch selbst, mi nimmer..

    So beseelt von dem Etappensieg, gehe ich nach der Arbeit mit der ganzblonden Freundin zum A1 Shop, weil, ja weil Frau Verarmungsangst Funkelblau hat endlich einen Laptop gekauft und braucht a Internet, das liest sich, als sei ich 80, so behandelte mich auch vor Kurzem meine Banksachbeauftragte, als ich bei dem Wort Onlinebanking um Atem rang…

    aber jetzt simma nicht in der Bank, sondern im A1 Store mitten im ersten Bezirk.

    Eine blaue Anorakähnliche Jacke habe ich an, Strumpfhosen, a Kleid und feste Schuhe, das Haar wirr, aber das ist so.Was kann ich tun? fragt der Schielende, dafür kann er ja nichts, mit schleimigster Stimme, ich trage mein Anliegen vor ,werde unterbrochen

    “Kriagn s ürgendwöche Unterstützungen?”

    Ich versteh erst gar nicht was er meint, sag das auch und er:

    ” a Orbeitslose oda so, sollt ma ned glaubn aber kummt oft a in der Gegend vur”

    Warum auch immer antworte ich, dass ich berufstätig sei, kürze das Gespräch ab und verlass den Ort der Kundenvergraulung. Blondissima und ich betreiben Supervision, jetzt sind wir aber in Stimmung und gehen Richtung Schwedenplatz zum nächsten Postshop.

    Es beginnt mir Spaß zu machen, dort arbeitet am Schalter eher der Typ Fußballvereinsvorsitzender, als Kinderschreck, ganz auf Weibchen unterbreite ich mein Anliegen , er malt mir meinen Fernseher, meine Steckdose, mein Modem alles feindamensäuberlich auf einen Zettel.

    Den Dialog eröffnete ich mit der Frage, ob ich für 4,90 im Monat mehr Internet zum Festnetz und TV dazunehmen kann,

     

    Naaa, des gehe NICHT, Dann rechnet er mir vor, 21 Euro fürs Tel und TV, mit Internet zohlns dann 25 und a biisi wos. Aber das sind doch 4,90 Euro mehr, versuche ich ihn einzubremsen, in seinem Widerstand..

    DAS IST ZUFALL seine Antwort.

    Viele Worte, ich habe immer noch kein Internet, weil, ja weil ich meine Festnetznummer ned weiß und ohne die pah da geht gar nix.

     

    Gut es ist kurz vor 17 Uhr und natürlich, er müsste kurz in seinen Laptop schauen oder Herold befragen oder whatever

    aber er will einfach ned.

     

    Mir a nimma und verlassen auch diese Filiale, das Lachen ist diesmal lauter, denn es ist wie im Kaisermühlenblues oder aus dem Lehrbuch Österreich für Anfänger.

    Heute werde im mal die Zweigstelle Ottakring besuchen, schau ma mal was da so los ist, bis 23.01.2012 hab ich ja Zeit, dann ist die Aktion beendet.

    Weil es so manche es grad gar nicht so postgelbfroh hat

    schließe ich mit den Worten eines anderen

     

    Leidenschaft…

    Oriah Mountain Dreamer, indianischer Stammesältester

    Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

    Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist

    und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

    Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

    Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,

    um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen

    und für das Abenteuer des Lebendigseins.

    Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond

    stehen.

    Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leids

    berührt hast,

    ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,

    oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor

    weiterer Qual.

    Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz dasitzen kannst,

    ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu

    beseitigen.

    Ich will wissen, ob du mit Freude dasitzen kannst,

    ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen

    kannst,

    von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,

    ohne dich zur Vorsicht zu gemahnen, zur Vernunft

    und ohne die Grenzen des Menschseins zu bedenken

    Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr

    ist.

    Ich will wissen, ob du jemand enttäuschen kannst, um dir selbst treu

    zu sein.

    Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene

    Seele verrätst.

    Ich will wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher

    vertrauenswürdig.

    Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern leben kannst

    und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst

    und zu dem Silber des Mondes rufst: “Ja!”

    Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld

    du hast.

    Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers stehen wirst

    und nicht zurückschreckst.

    Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.

    Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:08 am am January 10, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: Absinthräuschen, Charleston, , Violinklänge   

    ach würden nur sinnierende Frauen das Lokal zu… 

    imagesCAQ5KWB3 ach würden nur sinnierende Frauen das Lokal zu... ebener Erde in Absinthräuschen und  in sich gekehrtem Blick bevölkern, Violinklänge würden zart durch den Kamin emporrascheln mich einsingen im Traum.

    Tja, aber wir befinden uns nicht in Paris 1920 sondern in Ottakring und das Klopfen, welches mir im Schädel hämmert, konnte ich nicht abstellen, aber zumindest die Ursache eruieren.

    ich konnte es selbst nicht glauben,

    aber, es handelt sich nicht um Schreckschüsse, nicht um Pressluft oder Vorschlaghämmer

    es sind die Fäuste der geschätzten 40 Kartenspieler, die sich unter mir, im wahrsten Sinne des Wortes die Nacht um die Ohren schlagen.

    Das ist grotesk, aber wahr, das Magistrat findet es ungewöhnlich, die Polizei konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen

    mir aber ist das Lachen vergangen.

    Ich übe mich in Buddhistischer Gelassenheit, ich Kopfhöre mir das Klopfen durch Musik weg, ich flüchte so oft es geht, geh Bier trinken oder Pastis, wenn das so weitergeht, mach ich mir Sorgen,

    nein ich werde nicht ruhen, die Hausverwaltung mit in den Wahnsinn treiben, mich in den Keller des Hausbesitzerin schleichen und sie fühlen lassen, klopf, klopf, was das heißt.

    Gedankenrettung, na Wurscht, ich werde es schon ruhig bekommen, wieder, denn nach dem Großraumbüro bin ich mehr als fertig mit allen nervigen Geräuschen.

    Gar nicht nach Ruhe, sondern nach beschwingenden Klängen ist mir außerhalb meiner 4 Wände.

    Ich hätte es nicht gedacht, dass ich diesen Satz einmal aus meinem Munde hören würde, aber meine Beine wollen tanzen, am liebsten Swing, auch einen Hauch Charleston würde ich nicht ablehnen, dieses Jahr, komme was wolle, wird ein Getanztes, habe ich beschlossen und bis auf den Einsatz, Sonderkommando Ruhe,

    ist das mein einziger Vorsatz fürs neue Jahr.

    Die Frage ist nur wo, für den Seniorennachmittagstanz bin sogar ich nocht zu jung und frisch, naja obwohl für so manchen 70 Jährigen falle ich auch schon aus dem Beuteschema,

    wurscht, ich werde schon eine Oase finden

    zumindest an welchem Tisch ich sinnierend Pastis trinken werde

    das weiß ich schon.

     

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:16 am am January 9, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: Bahnsteig Meidling, die Anonymen Romantiker, Frisur wird niemals sitzen, Gloriette Kino, kinderwagen, New York, , Schokoladeimperium, seine Omar Sharif, Tokio, Tragetasche, Van Trier Lars, Windelvorräte   

    Cinema Paradiso 

    imagesCAOMTH26 Cinema Paradisoam Bahnsteig Meidling, das erste Mal kommt das Kind alleine an und ich hole sie ab.

    Da steht sie strahlend, stolz, aus Reflex will ich ihr den Koffer abnehmen, sie sagt nein, das gehöre zum Programm..Eine Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft, wie oft habe ich Kinderwagen, Tragetasche, Windelvorräte zusammen mit ihr transportiert, gleich damals als sie 6 Wochen alt war.

    Jetzt hier, genau hier eine Wende.

    Ein paar Mal Schlafen und sie kommt  hoffentlich daher zurück, wohin der Wind, Ihre Sehnsucht, Ihre Pläne sie treiben werden, New York, Tokio, Paris, auch ihre Frisur wird niemals sitzen, vielleicht aber auch aus St. Pölten, wer weiß das schon.

    Ich freue mich, dass sie da ist und das wird sich niemals ändern.

    Am Samstag dann ging sie nachmittags ins Kino und ich beschloss das Gleiche zu tun. An verschiedenen Schausplätzen natürlich.

    Da die “Anonymen Romantiker” nur noch in einem einzigen Kino in Wien gespielt werden, verschlug es mich im strömenden Regen ins Gloriette Kino und wie so oft, frage ich mich, warum habe ich das nicht schon viel eher entdeckt?

    Ein Kleinod der Vergänglichkeit, ein Feuerwerk des Absurden, ein dem Aussterben getrotzes, 3D Kinoresistentes Biotop, dagegen ist das Bellariakino absoluter Mainstream.

    Vor der Tür rauchen wir eine im strömendem Regen, beim Eintritt dann ins “Foyer” frage ich mich angesichts des Kettenrauchenden Kartenverkäufers warum. Dieser versteht erst nicht ganz was wir wollen, klimpert mit den, seine Omar Sharif Augen umsäumenden, Wimpern, gibt uns die Karten und sagt, sie sind die Einzigen.

    Ich kaufe mir ein Bier, verstaubt holt er es aus den Tiefen des brummenden den Namen verdienenden Eiskastens, er nimmt einen Hörer von der Wand und informiert den Filmvorführer, dass dieser nun especially for us, den Film starten soll.

    Der Weg zum 5 Reihen umfassenden Saal führt durch Kiefernholzverkleidete Wände und rustikale Sitzgruppen, dazu seltsam irritierende, grünpink gelackte Altbautüren. Schon jetzt bin ich diesem Kino komplett verfallen,

    der Film ist mir schon fast wurscht, obwohl er eh ganz entzückend ist, 2 Neurotiker verlieben sich, für meinen Geschmack allerdings einen Hauch zu schnell, bauen ein Schokoladeimperium und ab da wird ihr Leben zuckersüß sein..

    Ich hingehen schwelge in meiner eigenen Story, teile in Rückblenden die Menschen ein, mit denen ich hier gerne gesessen wäre oder es genau jetzt tun würde, liebe Freundin du warst eine feine Begleitung, aber naja es ist halt eine Liebeskomödie und in meinem Fall, denke ich da an die männlichen Handlungsbegleiter meines Lebens.

    Mit Einem undenkbar, wie hätte der sich aufgeregt und Preise verglichen mit Apollopopcornamiwelten…was habe ich mir bei dem nur gedacht, naja der Plot hat mir die Rechnung eh präsentiert,

    Einer aber, mit dem wäre das einer der romantischten und gar nicht anonymen Abende gewesen, eine schöne Erinnerung, nunja er hat nun eine Dauerkarte für eine andere Vorstellung, das sei ihm gegönnt.

     

    Für mich gilt aber, ob Freundschaft, Liebe oder was auch immer dazwischen, ich verbringe nur mehr freiwillig mit jemandem Zeit, den ich mit in dieses Kino nehmen würde.

    Dann ist der Film vorbei, die Toilette ist skuril, eiskalt und fühlt sich an wie auf einer Skihütte eher in Tschechien, als im Zillertal,

    zurück im Eingangsbereich studiere ich das Programm, im anderen Kinosaal wird Melancholia vom Van Trier Lars gegeben,

    vor diesem Film habe ich ein bisschen Angst

    im Gloriette Kino aber schau ich ihn mir an.

    Liebe Einsame, Neu oder Altverliebte und liebe Kleinkindfamilien, also eigentlich liebe Alle,

    schnappt euch einen Babysitter falls nötig,

    lasst die Gewohnheit außer Acht, flieht vor der schicken Innenstadtlage,

    wartet auf einen Schnürlregentag der Tropfend auf der Haut verbleibt, die Haare dampffeucht und taucht ein ins Gloriette

     

    wenn dort kein Funke mehr aufkommt

    dann ists wirklich vorbei.

     

    ENDE

     
    • goa um 8:35 pm am Januar 9, 2012 Permalink | antworten

      Macht lust sich mal wieder ins anachronistische dunkel zu verkriechen! Schöner beitrag!

    • Funkelblau um 5:53 pm am Januar 11, 2012 Permalink | antworten

      Was muss ich heute im Standard lesen.. Das Gloriette Kino wird dem nächst geschlossen. Wie gewonnen so zerronnen, am liebsten wurde ich eine Aktion starten, sollen doch andere Wale, Robben und schlecht frisierte Pudel retten

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:41 am am January 4, 2012 Permalink | antworten
    Begriffe: Arc de Triumph, Cobenzl, Ente, freiheit, Lebensabschnittsbegleitung, mobiles Heim, Panikattacke im Kreisverkehr, Spitzengeschwindigkeit, Wasserschildkröten   

    Flugente 

    imagesCAGAAGY4 Flugenteandere sind zu Silvester melancholisch, ich zu Beginn des neuen Jahres, nona was haast, Melancholie ist mein zweiter Vorname.

    Am Sonntag war ich zu einem Brunch geladen, in eine der schönsten Wohnungen, die ich kenne, hinsetzen und wohlfühlen, die Anwesenden trugen zur Stimmung bei.

    Die Schwester der Einen wurde 40 und bekam zu ihrem Geburtstag einen 2 CV.

    Na mehr hats nicht braucht und ich schwebte, nein schaukelte in Erinnerung.

    Zu meinem 18. Geburtstag erbte ich mein Lieblingsgeflügel von meiner Schwester, das beste Geschenk jemals, bis auf die Wasserschildkröten natürlich, aber die Ente, die durfte ich nicht nur behalten, sie wurde mein mobiles Heim, meine, als unendlich gefühlte, Freiheit

    die nächsten Jahre war sie meine Lebensabschnittsbegleitung.

    Nächtelang fuhr ich einfach, das Sardinendosendach aufgerollt, die Heizung an, Musik nur wenn sie laut war und die Sterne über mir.

    Kurz nach meinem 18. Geburtstag hatte ich meinen Führerschein und noch am Abend desselben Tages machten wir einen Heimatbesuch,

    Paris mon amour.

    Unvorstellbar für mich heute, die völlige Angstfreiheit, am Arc de Triumph allerdings trieb mir die Panikattacke im Kreisverkehr den Schweiß auf die Stirn, aber jeder Tropfen war es wert und vielleicht einer der Gründe warum ich dann ein Jahr in Paris verweilte und die umliegenden Länder mir ein Stück eroberte.

    Das schönste Jahr meines Lebens, bisher, Stenenzeitrechnung ohne Kind natürlich.

    Viele Straßen sind wir gefahren, das kurvige, klappernde Gefährt und ich, die Welt lag uns rumpelnd zu Füßen und ich zitterte mit, wenn die Fenster vom Wind fast aus den Angeln flogen,

    Spitzengeschwindigkeit 130 bei Rückenwind

    und trozdem das Gefühl

    jetzt, jetzt haben wir ab

    nicht nur vom Boden, von mir selbst und allem was mich fesselte.

    Wenig vertrautere Momente, als die in meinem Auto füllen mein Gedächtnis, Fahrgespräche im Autobahnland des Nirgendwo setzten alle Wertung außer Kraft

    was in der Ente ausgesprochen wurde, würde in ihr bleiben.

    War natürlich nicht so, aber das spielte keine Rolle.

    In Wien einfach auf den Cobenzl fahren, weil ich Lust hatte Sterne zu sehen, in einer glasklaren Nacht

    und rollends schaukelnd den Weg hinunter, würden wir kippen, den Reiz in jeder Kurve, die mich an die Blechtür presste

    Vergangenheit.

    Schön wäre es, sie noch einmal mein Eigen nennen zu dürfen

    das Kind als Beifahrerein, der Wind in unseren Haaren

    das Gefühl ihr die Welt zu zeigen, sie zu bereisen, sie ihr zu langsam, schaukelnd zu Füßen legen,

    als einzige Waffe, weil es nichts zum wehren gibt,

    die Revolverschaltung in einer Hand,

    das Ruder in der anderen.

     

     
    • Avatar of Patrice Fuchs

      Patrice Fuchs um 10:02 am am Januar 4, 2012 Permalink | antworten

      Schön. Wär doch ein ziel? So eine klapperkiste kann nicht so viel kosten!

    • Funkelblau um 10:07 am am Januar 4, 2012 Permalink | antworten

      Hm.. aber ich kann, glaube ich, nicht mehr Autofahren..

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