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  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 9:00 pm am October 1, 2012 Permalink | antworten  

    Ich habe eine Familie gesehen 

    sagt Sally heulend zu Harry, um ihm den Moment zu erklären, als ihre Beziehung zerbrach, der Rest ist denen bekannt,die den Film sahen.
    ich bin nicht mehr 30 wie Sally in dieser Szene, ich habe eine Familie, anders zwar aber sie ist.

    Kein Vater trug mein Mädchen auf seiner Schulter, meine Hand dabei in der seinen, verwoben.

    Unser Hände trennten sich schon vor ihrer Geburt, ihre Hand trennte sich nicht von Seiner, die Meine kann sie halten, wann immer sie will, ich liebe ihre warme Hand, sogar im Winter wärmt sie mehr als nur meine gefrorenen Finger

    mein
    Herz.

    ” Mama,heute hätte ich noch etwas anstellen können, ab morgen geht das nicht mehr” schmunzelt sie, ja morgen ist sie 14 Jahre, noch nicht mündig, strafmündig schon.

    Welch seltsames Wort übrigens, strafmündig.

    Sentimental bin ich ein wenig, wie jedes Jahr, doch mit jedem Jahr mündet sie mehr in ihre eigene, selbstbestimmte Welt. Das ist schön, so ist es gedacht, ich wünschte, ich hätte mehr Momente in mir verewigt, aber wieviele Momente auch scheinbar nicht mehr abrufbar sein mögen,
    alle zusammen binden uns hier und jetzt.

    Wieviel Zeit ist vergangen, zwischen dem Wehengefällten Gang über die Gürtelspange ins Akh und diesem jetzt gerade hier, wenn ich sitze und schreibe?

    Viel gehadert hatte ich zu Beginn, die schlaflosen Nächte brachten die eh schon erreichte Grenze zum Brechen, über Wasser gehalten durch endlose Kinderwagenschiebende Wege quer durch Wien, eine Flucht, aber eine Flucht, die sie dann doch in ein Zuhause brachte.

    Es war nicht immer rosarot, auch wenn sie diese Farbe so liebte, zwischen 3 und 6, es war vernebelt, unklar, oft schwankte mein ich und suchte selbst den Fels in der Brandung, anstatt dieser zu sein und
    ich hasste
    mich dafür.

    Aber das dünne Eis hielt, es hat mich getragen, sie tanzte Pirouetten oft darauf,
    Das ist gelungen, so im Tanz versunken, stellte sie nicht die Frage nach der Dicke des Grundes, der sie trug.

    Es ist gut gegangen, ich danke dafür.

    Durch ihren Tanz habe ich meinen festen Schritt gefunden, Vertrauen in mich und in die Welt, soviele Tücken sie auch bergen mag, der Himmel ist blau,

    immer
    wieder.

    Heute radelte ich hinter einem Mann und seinen 2 Kindern, das Eine vielleicht 5, das Andere vielleicht 8.
    Er voraus, den Blick immer wieder aber nicht immerzu hinter sich gewandt, den Kindern vertrauend trat der Kleine ganz schnell in seine Pedale, der Größere dahinter schütze ihn.

    Eine schöne Reihe, ein Bild über das Leben.

    Ich folgte ihnen eine Weile, spielte Entenmutter sein in ihrer Reihe, fand es schön zu spielen mit dem Gedanken, es wäre so gewesen, es macht mich

    NICHT traurig.

    Manche sind viele,manche sind zu zweit,
    Familie ist verwandt sein

    wenn man verbunden ist

    macht das Wort erst Sinn.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 8:38 am am September 22, 2012 Permalink | antworten  

    Falsche Augen 

    die Woche war durchwachsen, wie das Wetter. Bin müde und hasse es, das müde sein. Ich habe viel vor und dafür brauche ich Energie. Da ich an den Satz, je mehr man tut umso mehr Energie bekommt man, glaube, bewege ich mich soviel wie irgendmöglich, dann schlafe ich wie ein frierender Stein.
    Ich hoffe mein alter Körper passt sich wieder der Kühle an und reguliert die fallenden Temperaturen, naja noch ein paar Jahre und ich werde über Hitzewallungen fluchen.
    OH oh.
    Noch ist es ja nicht soweit, aber ich ertappe mich dabei andere Seiten im Internet zu besuchen als früher.
    Da lese ich dann von Hormonpäpsten, von verschwindenden, dafür immer dicker werdenden Frauen, Knochenbrüchen, Damenbärten, Haarausfällen, das ist ja echt kein Spaß.

    Oder wieder der nächste Abschnitt Frauen klein zu machen und sie dazu zu bringen sich nur um sich zu drehen und ihre Wirkung, anstatt das sie Umgebende verändern zu wollen?
    Funktioniert ja zumeist recht prächtig, Jugend: Bin ich schön genug? Erwachsen: Bin ich schön und gut genug? Mutterschaft: Bin ich mütterlich, gut, schön und gebend genug?

    Alter: Bin ich für irgendwen noch genug? Genüge ich?

    Belastung.

    Schön, naja Schönheit und Älterwerden ist ja ein Widerspruch, so redet alles auf uns ein.

    Ich schaue mir Bilder von Emmanuelle Riva an und nehme mir vor Amour unbedingt sehen zu wollen.
    Welch Schönheit in diesem 86 jährigen Gesicht.
    Es zeigt viel mehr vom Inneren ein älteres Gesicht, es zeigt wie man umgeht mit all dem was einem passiert, ob man seinen Humor gehütet hat wie einen Schatz, ob man sich die Liebe bewahrt hat, ob man das Leben für gut heißt mit all dem was es birgt und das kann und ist definitiv nicht immer schön.

    Im Internet finde ich keine Seiten über Männer und ihre Probleme und auch sie verändern sich, ein Leben lang in der Theorie ein Kind zeugen können, heißt nicht vital sein ein Leben lang. aber ich sah im ORF einmal eine Doku über Männer um die 60, die mich in ihrer Ehrlichkeit sehr berührte, meine Güte wachsen ließ, den Männern und mir gegenüber.

    Na ich bin gespannt wie meine Generation alt werden wird, denn die, die mich umgeben haben keinerlei Lust bzw. unbändig viel davon, keine Lust altes Eisen zu werden, sondern glühend und biegsam, schaun wir mal, grau wird ja nicht nur das Haar, sondern alle Theorie.

    Die Generation meiner Tochter scheint mir selbstbewußt, so von Außen betrachtet.
    Damit sie das Außen klar sehen kann und weil sie Ihrer Nickelbrille entwachsen ist, waren wir bei Brille? eh schon wissen.

    2 erbauliche Stunden trieben wir dort unser Unwesen,das Kind war schon 3 mal vorher dort, mit und ohne Freundinnen, um so ziemlich alle Brillen auszutesten.

    Zum Kaufen brauchts dann aber doch noch mich.

    Wir hatten Spaß, die Verkäufer weniger, einer mit unstoppbaren Norddeutschen Worten siezte sie, ich stand baff daneben,das erste Mal. Sie amüsierte sich, hörte ihm gebannt zu, wuchs bei dem Satz, ” Bei ihrem zarten Hautton” und warf alle Empfehlungen in den Wind.

    Da sie es nicht erlebt hat, wird nun eine Rote! Riesenbrille auf ihrer Nase sitzen, die vielleicht jedes einzelne ABBAMitglied als Bühnenrequisite hätten wählen können.
    Ich bin beeindruckt wie unerschütterlich sie weiß was sie will, was sie für sich stimmig erklärt. Die an Freundinnen gesendeten Fotos sind nur zu ihrer Bestätigung gedacht, ihre Entscheidung trifft sie, auch wenn eine Armee von eloquentesten Optikerfachangestellten ihr ein anderes Model an Ihr Siezwürdiges Herz legt.

    Sie entscheidet, sie wird zu SIE, sie und ich werden gleich angeredet, ich liebe Sie.

    Die zwei Hasen werden von ihr gut betreut, mir fressen sie unbeirrbar hoffentlich nicht die Haare vom Kopf. Nach eingehender Untersuchung befindet das Kind, DAS IST NICHT MANN UND FRAU, die sind beide weiblich. Ich habs nicht kontrolliert, SIE wirds schon wissen. Also wieder kein glückliches Paar zu Hause, dafür trägt Edward jetzt den Namen Ellis, ok
    das Mann Frau Ding muss sich eine andere Wiese suchen.

    Spiel, ohne Freude am Spiel geht sowieso nix.

    Der Riesenvorteil, wenn man sich dann selbst gefunden hat, viel Raum.

    Seit Wochen geht mir nicht aus dem Kopf, was eine Freundin mir von Adler erzählte. Eine Frau suchte Hilfe, nichts schien ihre Depressionen zu lindern. Tun sie jeden Tag eine Sache (3 oder 7, ich habs vergessen) uneigennützig für jemanden anderen. Sie tats und war die schwarzen Wolken, die nur um sie und sich selbst kreisten los.

    Ist jetzt sehr frei wiedergegeben, aber frei sein das kann man sich selbst geben.

    Ich schweife umher und ich schweife ab, vorgestern als ich am Telefon mich den Satz sagen hörte, ” Entschuldigen sie, ich sehe immer schlechter”

    ” Haben sie nicht Ihre falschen Augen auf?”

    Oft hatte ich im Leben die falschen Augen auf

    nun ist mein Blick offen.

     
    • Funkelblau um 8:58 am am September 23, 2012 Permalink | antworten

      Nachtrag. Ich habe gestern armour angeschaut und liebe gesehen. Etwas das man nicht in Worte fassen kann, in Bildern zu zeigen macht mich Stumm und nachdenklich, trennt aber auch in mir selbst die Streu vom Weizen.

  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 1:33 pm am September 15, 2012 Permalink | antworten  

    Wärme 

    der Sommer 2012 ist also Geschichte, ich bin ein bisschen verwirrt, aber das ist eh mein Grundzustand ver Wirr t. Zu schnell wieder verflogen, das Sommerhoch, die durchgewärmte Haut friert umso mehr, wenn 13 Grad kühl nun der Wind sie trifft. ich habe keine Ahnung mehr was ich anziehen soll, also was dem Wetter und meiner Stimmung entspricht, genau weiß ich hingegen, dass es einen Schnitt geben wird in meinem Leben.
    Das KIND ist jetzt in der Vierten, also Ahs,schon lange nicht mehr Volksschule und kümmert sich umso ziemlich alles selbst, also was Schulsachen und Freizeitgestaltung betrifft, Anleitung braucht sie aber schon noch, weniger charmant ausgedrückt, Kontrolle.
    Das Leben erscheint und wird immer weiter für sie, das setzt sie von Zeit zu Zeit außer Rand und Band, aber das Band des Lernens das kann man nicht durchtrennen, sonst bricht die Schullaufbahn.

    Wenn ich in der Frühe eher aus dem Haus gehe als sie, dann empfängt sie mich am Abend mit getuschten Wimpern oder mit der Wimperntusche verschmiert bis zu ihrer Oberlippe, ich verstehs, finde auch nie die richtige Abschminkmethode.
    Sie scheint nicht darauf angesprochen werden zu wollen, Ihr Versuch mit dem Spiel der Weiblichenverlockung soll das Ihre sein dürfen, also schweige ich und stelle eine Tube Waschcreme neben ihre Zahnbürste aufs Waschbecken.
    Im Bad werden die Tuben meiner Restaurierungsversuche auch immer mehr, das Verknittern werden sie vergeblich zu glätten versuchen, aber sie riechen gut und geben mir das Gefühl, ich sei gut zu mir.
    Das versuche ich, gut zu mir zu sein, der Raum um mich ist auch weiter geworden und weil ich ihn erobern will und noch vieles anpacken, sage ich den erschlafften oder sich einfach komplett verabschiedeten Muskeln den Kampf an und trainiere meine Oberarme mit Sandgefüllten Waschmittelflaschen.
    Nach 4 konsequenten Wochen, meine ich schon einen Hauch von Verbesserung sehen zu können, fühlen, ja fühlen aber ganz sicher.
    Überhaupt das Fühlen, ich fühle anders, ich fühle wie ich und doch anders, das Kind fühlt immer mehr für sich allein und ich scheine anzuknüpfen an alte Gefühlsbänder,

    die aber nun keine Ketten mehr sind.

    Es ist an der Zeit, es ist an der Zeit und ist die Zeit nicht willig, ich werde sie mir gefügig machen,
    für
    mich.

    Vieles habe ich verabsäumt, wo ist der Grad, der das ich vom Gegenüber trennt aus Eigenständigkeit und Respekt und wo beginnt er, der Egoismus?

    Eine Frage, die mich nicht nur in der Beziehung zu meiner Tochter beschäftigt, sondern schon mein Leben lang.

    Schön ists wenn sie und ich unsere Konflikte lösen können, denn je mehr eigene Bedürfnisse sie und ich haben, umso seltener haben wir zur selben Zeit die gleichen.
    Schön ist, dass wir miteinander lachen können, mal mehr mal weniger später, wenn wir aneinandergeraten,
    schön wie wir jeder für sich sein können und uns auch streiten, weil wir uns so nahe sind
    und schön, dass sie lacht über meine absonderlichen Grantelstimmungen oder sonstigen, teilweise absurden Verhaltensweisen,
    schön sein zu können, wer man ist,
    schön geliebt zu werden
    mit all dem,
    um mitten beim nächsten Krach daran erinnert zu werden,
    das Lieben erkennen ist.

    Seit 4 Wochen denke ich immer wieder an einen Film, seit 4 Wochen habe ich ein verlietes Gefühl für Sean Penn,seit 4 Wochen streichelt er meine Seele, seit 3 Wochen denke ich viel an meinen Vater, seit 4 Wochen habe ich die Talking Heads wiederentdeckt, seit 4 Wochen höre ich
    This must be the place

    und nicht nur weils Herbst ist
    der Film “Cheyenne” sei allen ans Herz gelegt

    die eines haben.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 3:09 pm am September 2, 2012 Permalink | antworten  

    Übergangszeit 

    jetzt 0282 150x150 Übergangszeit
    Morgen ist also wieder Schule, letzter Ferientag. Lange 9 Wochen vorbei, der Sommer klicke 100 150x150 Übergangszeit ist noch nicht ganz vorbei und nichts kann ich ihm vorwerfen, gut hat er es dieses Jahr gemacht. Kein Gehetze vonwegen heute könnte einer der seltenen, lauen Abende sein, nein Abend an Abend reihte sich wie eine Perle nach der anderen, wenn der September das fortsetzt, muss ich doch durchgewärmt sein für den Herbst, goldene Blätter und bunte Strumpfhosen.
    Das Kind rettete ein paar Stücke aus den 50 er jahren vor dem Kleidersack, den die Kärntneroma entsorgen wollte und führt sie aus, also das Gewand, die Oma ist ja in Kärnten. Den Mantel wollte ich ihr schon stipitzen, keine Chance, ist ihre Beute, ok.
    So seit heute wohnt ein Liebespaar bei uns, Hazel ist ein bisschen behaart, sehr hübsch und ein wenig üppiger als der weise Edward, er scheint ihre Hängeohren sehr zu mögen.
    Vorher waren sie in äußerst fragwürdigen Verhältnissen zuhause, ich hoffe bei uns wird ihre Liebe blühen, wenn auch hoffentlich den Angaben treu ohne zu erwartenden Nachwuchs.
    Ich wollte ein Photo von ihnen einfügen, das klappt aber nicht, nächstes Mal.
    Das Kind ist glücklich, endlich wieder 2 flotte Hasen im Haus,
    ich finde ja eher
    wir sind jetzt 4!
    Schönen Schulanfang allen, die es betrifft,
    viele neue Anfänge wünsche ich mir
    keine Zeit mehr
    mich selbst zu übergehen.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 11:05 am am August 21, 2012 Permalink | antworten  

    der gar nicht dumme August 

    Hoch dem Sommer 2012, er macht das gut. Normalerweise jammere ich ja jedem Frühling hinterher und bombadiere schon den Mai, wenn er wieder einmal nicht hielt, was ich ihm unterstellte mir versprochen zu haben. Dieses Jahr bin ich zufrieden, laue Sommerabende, fast kann man sich darauf verlassen, fast.
    Es ist nicht nur das Wetter, es ist die Arbeitspause, die mich durchatmen und genießen lässt, treiben. Ich schlafe bis ich erwache, nicht einmal der Dachausbau gegenüber stört meine innere Ruhe, bisher. Traue mich wieder durch die Stadt zu radeln, ist kein Nepaltrekking, ich weiß, für mich aber eine Riesenüberwindung und ich liebe es.

    Lange habe ich schon nicht mehr babygeloggt und lange schon ist das Kind kein Baby mehr, ich nähere mich eher dem Großmutteralter, viele Frauen in meinem Alter sind das, sehr junge Großmütter, aber eben doch.
    Frauen in meinem Alter werden auch noch Mütter, späte Mütter, einmal im Leben, war ich nicht spät dran.

    Seltsames Gefühl, die Zeit rennt, ich renne ihr aber nicht mehr hinterher, ein Bisschen fühle ich mich wie in einer zweiten Pubertät, ich musss mich neu definieren, Status bestimmen, neu erfüllen. Nach 13 Jahren, nein bald 14, in denen sich nicht alles, aber eben sehr vieles um das Kind und mich als ihre Mutter drehte, oft spielte ich auch mich verstecken, hinter ihrem kleinen Rücken, armer kleiner Rücken, stützen hätte ich ihn sollen, sie hinter mir ihren Weg sicher gehen und nicht umgekehrt.

    Nun ja ich bin Mensch, nicht mehr verwerfe ich alles, das Meiste habe ich gemeistert, nicht immer in Perfektion, aber mit Humor und das setzt sich in ihr fort.

    Immer öfter ist sie fort, auch wenn wir beide den selben Raum teilen, ist sie in ihrer Welt.

    Ich suche mir wieder meine eigene, bin viel unterwegs, das soziale Netz ist wieder stärker, bin nicht mehr nur jedes zweite Wochendende für einen Drink zu haben.. ob ich zu haben bin, da bin ich mir nicht so sicher, gut, da müsste man mich ja auch wollen, um das zu überprüfen.

    Wir leben unser Leben, nicht messbar, nicht vergleichbar, es ist was es ist.
    Scheinbar sehr eng waren wir immer, ineinadergeschweißt, viel mitgemacht hat sie mit mir, sie hatte ja keine andere Wahl, entwickelt habe ich mich und ihr bei all dem, dafür bin ich sehr dankbar, ihr den Raum gelassen, sich eigenständig zu entwickeln.
    Heute gehe ich ihr ganz altersgemäß manchmal ziemlich auf die Nerven, das halten meine Nerven schon aus, abgrenzen, mich kritisch betrachten, mich auch in Teilen verwerfen, um sich selbst zu finden.

    Auch die Liebe zwischen Kind und Mutter reift,
    wird erwachsen und wächst weiter.
    Eine neue Dimension zwischen uns, eine neue Freiheit auch für mich, Sehnsüchte tauchen wieder auf, die Frau in mir träumt.
    Träumen ist schön, braucht aber Nahrung in Erfüllung, von Zeit zu Zeit,um weiter träumen zu können.
    Von was das Kind träumt, wo sie Erfüllung wittert? Vielleicht erzählt sie eines Tages davon,
    das Wichtige ist, dass sie es dem Leben zutraut,

    erfüllend zu sein.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 11:15 am am July 26, 2012 Permalink | antworten  

    Herausgewachsen 

    es war an der Zeit das Bild zu ändern, vorbei die Mutter mit der kleinen Tochter melancholisch zusammen blickend in die Welt, ich liebe diesen Film, das Piano, aber ich wandere nicht mehr aus, das Kind sowohl Innen als auch Außen an mich gebunden,  suche nicht mehr unser Glück, ich habe Glück,

    das Kind hat ihr Glück in sich.

    Ein Blick ins Schuhregal, die kleinen Trappelfüße sind Vergangenheit, die Auswahl trifft sie schon lange selbst und ihre Schuhe sind eine Nummer größer als die Meinen.

    Entdecke wieder meine Lieblingsschuhe, inzwischen kann ich in ihnen gehen und stehe zu dem klappernden Geräusch, welches sie erklingen lassen, man soll mich ruhig hören, es ist mir Auftrag aufrecht zu bleiben, der Klang macht  Stimmung mir zur Musik, manchmal schlurfend, manchmal beschwingt, angriffslustig, anschmeichelnd oder Stakkatogleich, eine Botschaft nach der anderen.

    Selbstbewusst.

     

    Früher trug ich nur flaches Schuhwerk, lauernd, schleichend wollte ich mich nähern ohne entdeckt zu werden, naja entdeckt werden wollte ich schon immer, wer will das nicht, heute entdecke ich selbst.

    So eine Auszeit ändert den Blick, sogar ich habe jetzt verstanden, das ” Kind” wird 14 Jahre in absehbarer Zeit, komisch, es wurde mir ganz bewusst erst, als ich die Schulfreundin hier schlief.

    Das eigene Kind bleibt Kind, denkt man, die Gleichaltrigen huch wie sind die schon erwachsen, nein, altes Mutterherz, auch dein Kind wird groß und redet in Sätzen,  die fast zu groß für sie sind.

    Ob sie das weiss?

    Vielleicht kann man erst einen großen Schritt machen und die Distanz später überwinden, vielleicht ist auch das Trippeln nicht langsamer, solange es vorwärts geht und das tut es, es kann nicht anders.

    So habe ich das Bild geändert und jeden Tag male ich ein Weiteres, von 12 Uhr bis 19 Uhr, Büroattitüden als Atelierzeit übernommen und das geht gut.

    Das Kind hüpft bei Impulstanz umeinander, ich gehe vor und zurück und betrachte die Veränderung. Vernachlässigt habe ich meine Leidenschaft, nicht nur was das Malen betrifft,

    aber welch Wunder

    es ist noch da, es hat nicht stagniert, als hätte ich innerlich gezeichnet, skizziert, verwischt, freigelegt, Struktur gefunden, neu ist das Graphische, das Klare, das Lineare, neben opulenten Farbräuschen, habe Farbe im Haar, keine Haarfarbe

    und ein Stück Glück in mir, dass ich etwas habe, was mich erfüllen wird, bleibend.

    Die Frage nach Anerkennung?

    Da bin ich mir gerade nicht so sicher, die Sehnsucht ist da, fehlt mir der Mut, nein ich glaube nicht mehr,

    vielleicht fehlen noch ein paar Schritte.

    Wenn das Kind den Tanzsaal im MQ verlässt, wandel ich hin und höre Julya Rabinovich zu, dann schlendere ich weiter zum Karlsplatz.

    Schön, dass Menschen sich Gehör verschaffen, schön, dass viele zuhören,

    sonst wäre es zu still.

    Auch Gegenstimmen, Disharmonien, schräge Töne, ein lauter Knall, ein sanftes Seufzen, ein tiefes Brummen,

    dahinplätschernde Aufzugsmusik bleibt ohne Kritik

    ich habe mich fürs Stiegenklappern entschieden

    und bald bin ich am Meer

    nie zu laut und nie zu still

    im selben Moment.

    (Eine starke Frau: Martina Rammer im Interview über Familie und Leben. Lies mehr dazu hier: http://www.babylog.at/2011/stories/interviews/martinarammer/)

     

     

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 2:00 pm am July 24, 2012 Permalink | antworten  

    Homestories 

    ich habe 4 Wochen frei, 4 mal 1 Woche, 28 Tage, in Stunden und Minuten ein Reichtum an zur Verfügung stehender Zeit. Wie im Leben stehe ich da und frage mich, was will ich, was kann sich erfüllen lassen, welchen Gedanken gebe ich Raum, wen will ich sehen, wen nicht, wollen die, die ich sehen will auch mich oder wenn nicht, dann nur nicht hadern, nein weiter, Entspannen, um wieder einmal neu und gespannt das eigene Sein zu betrachten, mich zu bündeln, nachdem ich losgelassen habe, anzugreifen, was schon so lange in Angriff genommen werden soll und will und ist und wird.

    Ach wieviel Zeit? Wie wenig doch, in 5 Monaten ist wieder Weihnachten schon, ein Gedanke während der Sommerwind zum Fenster weht und mich hinaus, es weht mich oft weg, auch weg von mir, dann wieder auf mich zurück und ich bin wie ein Leuchtturm, den keiner sieht, nicht einmal ich selbst, auf ausgetrocknetem Grund, dann wieder fließt es und schimmert und ich fühle, es kann nichts mehr passieren, Felsenfest bewohne ich mich, genieße zu sein was ich bin, nein, was aus mir wurde, mit und ohne Grund, fühl mich frei, autonom, stark, klug, um von einer kleinen Böe angstuppst mich wieder einzureißen, zuzusehen  wie es mich auseinander

    treibt.

    Ich lasse es zu, ich gebe mich hin, scheint eine immerwährende Geschichte um mich zu sein, das mich verwerfen, sehe es als Chance nicht stoisch und kalt zu werden, sammel wieder zusammen, gebunden mit neuem Inhalt, neuem Gefühl, will nicht mehr verstanden werden, will nicht mehr alles verstehen

    ERKANNT 

    für die, die ich bin, wer mich verwirft, soll es tun, wem ich zu trotzig, streitbar bin, der wende sich ab, es ist nunmal gerade so um mich, ich wechsle die Seiten.

    Mein Leben verbracht mit dem Verstehen der Anderen, mein Geld verdienend mit Ebendem, mein Herz zerissen mit  Sehnsüchten, die nicht die meinen sind, negiert was mir aus den Augen schrie, die Wimpern getuscht nicht nur mit schwarzer Farbe, um zu verschleiern den offengelegten Blick. Adoptiertes Kindgleich schlage ich voll zurück, ich reagiere undiplomatisch aus Leidenschaft, steigere mich in Einseitigkeit, empfinde Lust an Fronten der Abneigung, um irgendwann der Zuneigung

    als mir geneigt, mich, mich hinzuwenden, dazustehen offen, ehrlich nicht immer nur mich zu suchen sondern den anderen.

    Früher suchte ich in allem Übereinstimmung, das kenne ich, das verstehe ich, so ging es mir auch, Sätze, Gefühle, alles  mitzuempfinden, damit man mich findet, irgendwie in all dem.

    Was für ein Irrgarten.

    Heute? Heute liebe ich das Anderssein der Anderen, das Verschiedensein ist es, was die Fülle des Lebens ist, Gedanken neu ordnen, durch ein NEIN, das sehe ich anders, Kreise durchbrechen, sich Auseinandersetzen

    dann ist ein, ich mag dich, ein ich mag dich und nicht ein ich mag MICH

    in DIR.

    Vielleicht sollte ich meine Hormone checken lassen, vielleicht sollte ich mich wieder einpendeln,

    nein, ich sollte nichts.

    Ich brauche keinen Zierrat, ich brauche keine  Spiegel,

    Gegenüber.

    Ein Freund, ein sehr guter Freund ist glücklich, denn er habe endlich begonnen sich selbst zu bewohnen

    ich weiß genau

    was er meint.

    (Wer seinem Nachwuchs die Chance geben möchte sich künsterlisch auszutoben findet diesen Tipp sicher interessant: http://www.babylog.at/2012/allgemein/tipp-kreativwerkstatt-im-wuk-wien-emilie-floge-karl-bitter-next-generation/)

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 9:10 am am June 24, 2012 Permalink | antworten  

    Sonnenwenden 

    ja auch ich liebe den Sommer, es lebt und brodelt überall, auch schwüle, stechendheiße Tage, die sparsam machen an jeder Bewegung, bieten meinem Wesen ein Zuhause, kollektives Verweilen und ich verweile gern, manchmal.

    Gestern zitierte eine Freundin einen Satz “Ich ging in mich und kam nie wieder heraus”

    Hm, da habe ich schmunzeln müssen, denn es trifft es genau, ich gehe nie wieder von mir weg, für nichts, für gar nichts. Die Suche nach mir in einem anderen ist Schnee von Gestern, ich habe erkannt, welchen Kampf ich all die Jahre führte, Stellvertreterkriege, Eroberungskämpfe an verlorenen Posten, Konkurrenzbewerbe, in Gedanken, niemals auch gestartet, nur das Gefühl des Verlierens mit auf die Bahn genommen, dem Startschuss nicht Folge geleistet, Stehengeblieben und nur das Herz auf seine Seitenstechende Reise geschickt, still das Überreichen des Pokals betrachtet, traurig und doch beruhigt, dass dieser Kampf niemals zu gewinnen sein kann.

    Nichts gar nichts taugt zum Sieg, wenn der Pokal einen anderen Namen trägt, Trophäe wäre kein Adäquat,

    was ich bin bin ich,

    und ich bedarf keines Sieges über mich.

    Ich bin genug.

    Wem ich nicht genüge, der begnüge sich weiter ohne mich, das erspart viele Etappen, manche Hindernisse sind gar keine, Sackgassen, unterscheiden sich selbst erst im Rückblick.

    Zunehmend habe ich keine Zeit mehr für Vieles, Blabla langweilt mich, ich klopfe mit den Füßen und denke mir, komm zum Punkt, denn sonst ist das der Angel- und Drehpunkt und ich drehe mich weg.

    Im Spiegelkabinett und Irrgarten eines anderen, was soll es da zu entdecken geben? Mir fällt nichts ein. Ich glaube nicht mehr daran, dass sich hinter Mauern ein schimmerndes Paradies verbirgt, keines was sich freizulegen lohnt, wäre es  zu zeigen, würde es das, es könnte nicht anders.

    Es ist ein guter Trick, das Spiel mit der verborgenen Welt, erweckt Entdeckertendenzen und den narzisstischen Eroberungswillen,

    ich Christopha Columba ich lege es frei, weil ich so unermüdlich, tiefgründig gegraben habe, mich selbst verbuddelt im Schlamm, Asche auf mein Haupt, klein und häßlich mich zu Füßen legte

    dann wird sie MIR MIR MIR nur MIR geöffnet

    die geheime Welt,

    weil ich so wunderbar leidensfähig, mich kleinmachend mein Herz zu Füßen legend, applaudieren soll, wenn

    das Messer, welches ich selbst in die Hand gab

    zusticht mit einem Lächeln.

    Nie mehr gebe ich das Messer aus der Hand, ich bin Pazifistin meine Armeen im Meer versinken lassen, verteidigen kann ich mich selbst, Feldzüge interessieren mich nicht, zulange dauert es,  die Blutung versiegen zu sehen, wer schneiden will, soll es tun

    ich gehe  nicht mehr auf Messersschneide.

    Die Grausamkeit schließt die Türe und öffnet eine andere.

    So ging ich in mich und komme nie wieder heraus.

    Viele Wege stehen mir nun offen.

    Viele Wege gehe ich wieder ohne das Kind, eine Zeit des Endeckens für sie und für mich.

    Der Trauer über die Vergänglichkeit ist einer Freude an der Gegenwart gewichen, es warten viele Herausforderungen, es bündelt sich die Energie, der Kampf um mich, den habe ich gewonnen, stark, klug und weise bin ich geworden, meine Trophäen? Die Falten und Spuren des weiten Lebensweges, den ich bis hierher gegangen bin

    wer sagt schon, dss es leicht ist?

    Ich freue mich auf den Moment, wenn sie und ich unsere Reise antreten, ans Meer. Nicht spektakulär unser Ziel, ein Aufbruch, ein Entdecken der Welt und uns, fern von zertrampelten Wegen, größer sie, größer ich

    der Augenhöhe wachsen wir uns entgegen.

    Liebes Kind, die Reise mir dir

    vom ersten Tage an

    die ehrlichste, tiefste, spannendste, liebevollste,

    letztendlich zu mir selbst.

    Wenn der Tag kommt, und er wird kommen, wenn du deine Große Reise beginnst

    werde ich dich gehen lassen

    angekommen in

    mir.

     

    zu mir selbst.

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 9:30 am am June 10, 2012 Permalink | antworten  

    ich hab ein zärtliches Gefühl 

    in meinen frühen Jahren lauschte ich vielen Liedern, nicht weil sie cool oder in oder tanzbar waren, im Gegenteil, allein in meinem Zimmer, fast heimlich, tröstete mich einer besonders, bis heute liebe ich Männerstimmen mit niederländischem Akzent.

    In all der Verwirrung der Welt um mich, die so schwer war und so schwer zu verstehen, keinen Platz fand ich für mich und meine Gefühle, andere waren zu präsent, voller Misstrauen, voller Eifersucht, voller Leid, voller Lügen, voller Suche nach Halt, immer mit dem Gefühl im Herzen, ich bin anders und niemals wird das jemand verstehen, allein, seltsam, sehnsüchtig, verschnörkelt, unendlich traurig und doch ausgestattet mit dem tiefsten Bewusstsein wie schön das Leben ist, in den einfachsten Dingen zu entdecken und vielleicht die

    Liebe.

    ich schreibe hier über mich im Alter von 16, ein bisschen gültig ist das aber noch immer, ein bisschen.

    Einen liebte ich für das was er sang so, dass mir die Tränen kamen, weil er mich aufhob, mir half zu sehen, dass ich nicht allein bin mit dem was mein Herz so vor sich hin beglückt und malträtiert, geborgene Momente verbrachte ich, wenn ich seiner Stimme lauschte.

    Ist schon seltsam wie bedeutungsvoll die Worte eines Unbekannten einem sein können, umarmt von Liedern, gestreichelt von Worten, jeder Ton sagte mir damals, das was so dringend gehört werden musste

    du darfst so sein.

    Viele, viele Jahre sind seither vergangen, viel andere Musik habe ich gehört, Musik von der man in der Öffentlichkeit sagen kann, die mag ich und man sagt damit das richtige, für die anderen. Nein, das ist zu negativ, viele andere bedeuten mir viel, in der Musik und im Leben und ich bin nicht mehr aduleszent und verwirrt, ich bin erwachsen geworden, zum größten Teil.

    Die Sehnsucht aber, die ist geblieben, manchmal die Verlorenheit und der Wunsch nach Vertrautheit, da kann es schon passieren, dass ich zum Weinen anfange, wenn Meryl Streep in “wenn Liebe so einfach wäre” einen Affaire mit ihrem Exmann anfängt, gerührt werde ich von der Verbundenheit der beiden, all den Verletzungen ihrer Geschichte zum Trotz,  die Textzeile in “it had to be you” halte ich für die schönste in allen Liebesliedern

    “with all your faults i love you still” 

    Ist es erschreckend oder ist es schön, dass in der Tiefe meines Wesens ich immer noch die selben Dinge sehne? Oder gilt das in Wahrheit hinter all den Masken und Verkleidungen für alle ? Denn so besonders bin ich nicht, vielleicht sentimentaler als der Durchschnitt, vielleicht weil mir bis heute so viel blieb,

    das die Erfüllung erahnt?

    Vielleicht sind es die Jahre, kommende hormonelle Veränderungen, in der Pubertät beginnt sie irgendwann die Fruchtbarkeit, als Frau über 40 wird sie irgendwann gehen. Das ist sicher nicht einfach, wenn ein Teil davon ist, dass man seiner Sehnsucht wieder näher kommt hinter all dem Schnickschnack, dass es so stark nicht mehr zu negieren wird, die Emotion, dann werden das sehr bewegte, nahe Jahre,  Verjüngung im Älterwerden, denn eines ist klar

    vor mir steht nicht mehr die Unendlichkeit der Zukunft, der Reichtum und der Irrgarten mit dem ich nicht umgehen konnte, in den Jahren unter 20, vielleicht kann ich es jetzt.

    Die Angst ist kleiner geworden, das Herz größer.

    Wieviele Worte nur um eine Begegnung zu beschreiben, ach was du alles in mir freisetzt,

    Hermann.

    Gestern Nacht, nach einem seltsamen Abend mit zuviel Bier um 1.20 Uhr in der Früh kurz vor der Oper, kommt er mir entgegen. Ich schaue ihn an, ich erkenne ihn, ich schau ihm tief in die Augen,

    er schaut tief und lang zurück, vertraut,

    als ob wir uns kennen.

     

    Hermann van Veen

    Ich hab’ ein zärtliches Gefühl
    für den, der sich zu träumen traut
    der, wenn sein Traum die Wahrheit trifft
    noch lachen kann – wenn auch zu laut

    Ich hab’ ein zärtliches Gefühl
    für jede Frau, für jeden Mann
    für jeden Menschen, wenn er nur
    vollkommen wehrlos lieben kann

     
  • Avatar of funkelblau

    funkelblau um 12:59 pm am June 8, 2012 Permalink | antworten  

    Spieglein, Spieglein an der Wand 

    ich sehe wieder klar, meint ich bin wieder in der Gegenwart angekommen, hinter den Bergen ist das Vergangene wieder vergangen und gibt und lässt mir Ruhe, der Blick neigt sich wieder der Umgebung zu und nimmt wahr, ist schon interessant was  ins Auge sticht, Themenbezogen bestimmt man selbst den Fokus, unbewusst.

    Das Wetter wechselt permanent, die Kleider sind kurz, die Schuhe hoch, dazwischen flatternde Leinenhosen, sich selbst Begehrende, sich ihrer selbst Schämende, Hüllenfallenlassende und sich Verhängende

    dazwischen fällt ein Licht auf die, deren Inneres nach Außen strahlt, harmonisch, liebevoll

    Schönheit.

    Interessant wie es sichtbar ist, abschätzige Bewertungen spiegeln sich in Seitenblicken, aber auch Güte und Sinnlichkeit, Gelassenheit, Lebensfreude, eh schwer sich das zu bewahren, nicht vor neben und hinter sich  Jury zu wittern, als ob sich alles dreht um das eigene Ich, aber sie ist schon beinhart, die Wertungsvergabe der Frauen untereinander.

    Verstandesmäßig ist mir das klar, glasklar, dass die Hülle nicht alles ist, dass Perfektion Menschlichkeit ad acta setzen würde, trotzdem sehnen wir uns scheinbar doch fast alle

    auszusehen wie Engel, erotische Engel natürlich.

    Kein Beinhaar dürfte unsere Alabasterkörper stören, Seide ist ja auch glatt, dafür auf dem Haupt wallende, glänzende, gestriegelte Mähnen oder akurat, geometrische, im richtigen Schnitt und Fall drapierte Lockmittel, Schönheit sollen wir sein, jeder Zentimenter pure Kostbarkeit, kein Schweißperlchen dürfte uns verlassen und wenn, dann duftend nach Rosenwasser mit einem unmerklichen aber vorhandenen Hauch Moschus, weil eben Engel auf Erden, himmlische, weltliche Verlockung.

    Kaum berühren sollen streichelweiche, sanfte Fußsohlen den Asphalt, nur feinstes Schuhwerk hindert uns davon zu schweben, hält den Kontakt zum Boden. Altern ja, Erfahrungen sammeln, reifen, amüsiert den eigenen Weg zur Metapher,

    ansehen, ja ansehen, soll man uns das

    das Alter nicht.

    Schwebende Engel als Frauen, am Boden stehende, festverankerte Felsen als Mütter. Schwanger sein, auch hierbei wunderschön, schlanke, niemals geschwollene Fesseln, der Busen sogar noch runder und schöner, das Haar Östrogengetränkt, die paar Kilo mehr, nur aufgrund des werdenden Kindes, nach der Geburt innerhalb kürzester Zeit hinter Bauchmuskeln unsichtbar verschwunden, geschminkt gebären, strahlen immer strahlen, Windeln wechseln, Nächtelang nicht schlafen, Sorgen, Angst, Verantwortung, gerührte Lachfalten, melancholische Gedanken, solange man sie nicht sieht.., der richtige Kinderwagen, die richtige Mischung aus gewonnener Weiblichkeit, erwachsener Mütterlichkeit, wunderschön ,die Haut ähnelt der frischen des zauberhaften Babys, zwei Engel jetzt.

    Glücklich immerzu glücklich, Mutter und Kind.

    Wenn es die Zeit erlaubt, ins richtige Kleid schlüpfen, huch ich bin ja sogar schlanker als vor der Schwangerschaft und die Frau rauslassen,

    Mutter sein, Frau sein, schön sein, jung sein, erfolgreich sein, die richtige Punktzahl

    kein Problem, alles kein Problem, kein Problem, kein Problem, kein Problem.

    Und dann rausgehen, Messerscharf die Falten, die Kilos, die schlaffe Haut, die falschen Outfits, die billigen Taschen, die hängenden Mundwinkel, die trotzphasigen Kinder, das Unglück, das aus fremden Augen schaut, sezieren im Vergrößerungsglas, sich daneben stellen, sich besser fühlen, ich habe es geschafft, Abwertung, Spott, Hohn, Aroganz, wer will der kann, Schwächen der anderen als Mangel des Willens,  jede findet die Minderbemittelten und fühlt sich als Siegerin,

    wenn es das ist, was sie sucht. Viele scheinen das,

    Schein.

    Vielleicht um daran glauben zu können, den schönene Schein, nicht nachzudenken über all die Schwächen, all das Verborgene, all die Tiefe, den Abgrund, die Trauer, die zum Leben gehört, die auf Dauer nicht platt zu treten sind,

    auch nicht mit den perfektesten Schuhen der Welt.

    Viellicht macht es dann auch böse, dass “zur Schaugetragene Lebenszeichen” die Hochglanzoberfläche stören, erinnern an alles was doch passieren kann,

    Leben kann man nicht photoshoppen.

    Mein einseitiger Blick auf meinem Weg zum Frozen Johurt am Feiertag im 1. Bezirk und ich selbst bin auch nicht frei von diesen Blicken, weder in denen, die ich sende noch den empfangenen.

    Ich möchte arbeiten an mir, ich möchte über kein Leben urteilen, ich will auf niemanden herabblicken, ich will nicht werten, ich will mich nicht vergleichen, nicht das, was ich nicht verstehe, muss daher falsch sein, wer bin ich, um Recht sprechen zu können?

    Über die anderen und über mich, ich will mich davon befreien.

    Das würde mich schöner machen Innen und ich will Innen schön sein, wenn Güte schön ist.

    Wie astral wir auch versuchen mögen überirdisch unangreifbar oder lebendig, menschlich, darum ringend mit der Zufriedenheit

    oder ganz cool in Sneakers, Jeans und Leiberl und den Augenringen der vergangenen, wer weiß schon warum, schlaflosen Nacht.

    In jedem Körper findet

    Verdauung statt.

     
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