Es wird..nein, es IST

Wo bloss anfangen? Schliesslich ist alles anders geworden die letzten vier wochen und trotzdem irgendwie gleich geblieben, nur dass im moment ein säugling auf mir schläft (danke, tragetuch!) und fremdbestimmtheit plötzlich kein fernes wörtchen mehr ist, sondern tagtäglich gelebt wird. über die schönen, innigen momente und die der großen liebe zu schreiben, ist ohnehin nicht möglich oder nötig, die sind jeden tag da. über die dinge, die scheinbar nicht so zum alltags-gesprächsrepertoire gehören, schreib ich viel lieber. also, am schwersten fällt mir der srung weg vom verstandesmensch hin zum bauchmensch, das war ich noch nie, ich bin blöderweise eine überintellektualisierte großstädterin, die glaubt, alles mit ihrem hirn lösen zu können. mit kind ist man extrem entschleunigt, zumindest teilweise (muss ja weiterarbeiten), das ist für mich ne sehr spannende erfahrung. mein zugang war ja ein recht ideologischer, von anfang an alleine schlafen lassen, niemals tragetuch (ökomum-alarm!) und dergleichen, weil bloss nicht UNFREI machen, in welchen kontext man das auch immer stellen mag. das war immer so mein hauptgedanke. gut, die kleine schläft jetzt im bett mit uns oder jeweils einem elternteil, ich LIEBE mein tragetuch und den körperkontakt und werde es vermissen, wenn sie einst, in ferner zukunft, distanzierter werden wird. schreitechnisch ist die kleine eigentlich nicht besonders aktiv, sie will halt permanent bei uns sein und körperkontakt haben. ich hab gemerkt, es ist müssig, sich sorgen zu machen, ob und wann das aufhört, ich versuche es zu nehmen wie es ist und finde menschen witzig, die mir erklären, das kind wird mich dann aber dominieren und übern tisch ziehen. aber ja, mit vier wochen haben sie nix anderes im kopf als ihre eltern dominieren zu wollen..
was mich mehr beschäftigt ist die frage mit der partnerschaft, durchs doppelte weiterarbeiten ist es eher so, dass wir zu dritt wenig machen, sondern uns gegenseitig den rücken freihalten, was ich etwas schade finde. von zeit zu zweit derzeit ganz zu schweigen. mein freund ist unglaublich wichtig für mich und hat sich als absoluter superdad entpuppt, was mich keine minute gewundert hat. bin sehr froh für unser kind, dass es sich solche eltern ausgesucht hat, wir machen das gut und sind auch ehrlich zueinander, wenn wir gerade mal wieder von der situation schwer genervt sind. das ist wichtig.
sonst.. bin ich gerade im standard über den neuen familienbereich gestolpert -die postings dazu sind teilweise gruselig zynisch. einen kommentar dazu hab ich mir verkniffen, die standard-postings sind mir oft zu blöd und selbstherrlich.