Zwillinge!
Nun da die Übelkeit sich weitgehend zurückgezogen hat, kann ich mich endlich mit etwas auseinandersetzen, was bisher so ziemlich verdrängt worden war: Zwillinge.
Als uns beim ersten Ultraschall gesagt wurde, dass es zwei sind da drinnen, gab es zwar einen kurzen Augenblick des: “Wo? Ah ja, da sind ja zwei! Wow!” doch war ich zu sehr mit meiner Übelkeit beschäftigt, als dass ich mich intensiver damit auseinandersetzen konnte.
Zum Glück gibt es da noch meinen Mann, der es sich in seiner Geistesgegenwart zur Aufgabe machte, sich über Zwillingsschwangerschaft = Risikoschwangerschaft durch Bücher und Internet zu informieren und die Optionen meiner medizinischen Betreuung auslotete und organiserte. – Ich? Ich lag währenddessen auf dem Sofa herum und fragte mich, wieso ich nicht doch meinem Motto unmittelbar nach der ersten Geburt: “Ein zweites Kind kommt mir nur durch Adoption ins Haus!” treu geblieben war…
Ich mußte mich daher schon recht früh mit zwei entgegengesetzten Standpunkten auseinandersetzen. Einerseits jenem der modernen Schulmediziner, die einen Kaiserscnitt im AKH empfehlen, egal wie die Babys gegen Ende der Schwangerschaft liegen. (“Wenn Sie sagen, dass Sie unbedingt eine Vaginalgeburt versuchen möchten, bieten wir das natürlich auch an.”) – Inklusive nüchterner Massenbetreuung in dem Riesenapparat, der das AKH nun mal ist.
Und andererseits dem konservativ-alternativen Standpunkt, dass man bei richtiger Lage ab Vollendung der 34.SSW unter den sonstigen richtigen Voraussetzungen sehr wohl eine Vaginalgeburt in einem Privatspital anstreben kann. – Inklusive persönlicher Betreuung in komfortabler Umgebung, aber ohne dem medizinischen Backup für Mutter und Kinder, welches das AKH nun mal hat.
Natürlich muß jede Schwangere, so sie den Luxus einer Zusatzversicherung hat, die gleichen Überlegungen anstellen. Aber als Zwillingsschwangere wird man doch sehr stark von der schulmedizinischen Seite bedrängt. Und da gibt es noch die Freundin, die auch zuerst dachte, ihre Zwillinge sanft im Privatspital zur Welt zu bringen, und gegen Ende dann doch einen Meinungsumschwung zu Kaiserschnitt im AKH gemacht hatte, was aber letztendlich egal war, da es ohnehin ein vorzeitiger Notkaiserschnitt wurde.
Ich bin nun einmal ein sehr schmerzempfindlicher Mensch, reagiere auf Operationen sehr sensibel und brauche länger als andere Leute, wieder halbwegs fit zu sein – manche gemeine Leute nennen es ‘wehleidig’ . Deswegen mag ich keinen Kaiserschnitt haben, wenn es nicht unbedingt sein muß.
Unsere Lösung: Parallelbetreuung durch niedergelassene Ärztin und Mehrlingsambulanz im AKH. Was Geburt betrifft, da schauen wir mal, wie sich alles entwickelt. Wir halten uns einfach beide Optionen offen und entscheiden dann, wenn es so weit ist.
kirschlolli um 11:47 am am September 2, 2010 Permalink |
Schön, dass es dir besser geht! Gute Entscheidung -solide und gleichzeitig hälst du dir beides offen. Ich hab übrigens auch im AKH entbunden und ich kann dich insofern beruhigen, als dass das Personal extrem nett war! Aber was Zwillingsgeburt per Kaiserschnitt versus Vaginalgeburt betrifft: Da stell ich mir einen Kaiserschnitt unter Narkose fast angenehmer vor als zwei Buzis hinter einander rauszupressen – wobei, mit PDA geht das vielleicht auch ganz gut. Sehr spannend wird das!
Nel um 10:02 pm am September 2, 2010 Permalink |
Wow, herzlichen Glückwunsch! Und alles Gute natürlich. Ich möchte dir Mut machen – eine Freundin von mir hat Zwillinge spontan vaginal entbunden, alles gut gegangen. Denn wenn das erste Baby draußen ist, geht das mit dem zweiten offenbar deutlich leichter / vor allem, wenn du eh schon einmal geboren hast. Viel Kraft für alles wünsche ich dir!