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  • Avatar of almut

    almut um 6:34 pm am December 4, 2011 Permalink | antworten  

    Meine Tante Otti ist gestorben. Nach kurzer schmerzhafter Krankheit nach 4 Tagen im Spital. Am Nachmittag davor war ich noch bei ihr, habe ihre Hand gehalten, mit ihr gesprochen. Immer wieder dazwischen ist sie eingenickt, hat beim Aufwachen aber wieder den angefangenen Satz vollendet. Sie war alt, Mitte Achtzig. Wie sie als Schneiderin 1956 zu arbeiten begonnen hat, waren das 52 Wochenstunden, 2 Wochen Urlaub pro Jahr, 6 Tage Kündigungsfrist. Und daheim eine Waschrumpel und eine Abwasch anstatt Waschmaschine und Geschirrspüler heute. Keine Kantine, also immer Mittagessen vorkochen und im Reindl mitnehmen. Dann auch für ihren Mann die Arbeit machen – kochen, waschen, bügeln. Sie hat die letzten Jahre rot gewählt, immer wieder gesagt: „Ohne die Roten wären wir immer noch Zieglböhm.“ Kurz nach der Pensionierung – nach knapp 40 Jahren Ehe – hat ihr Mann sie verlassen… für eine Jüngere. Tante Otti hat Jahre gebraucht, um damit fertig zu werden. Dann hat sie gesagt, dass sie keinen Mann mehr will – sie wollt sich nimmer auf wen anderen einstellen müssen. Sehr verständlich. Ich bin froh, dass sie mein Kind kennen gelernt hat – wir haben immer wieder schöne und intensive Tage gemeinsam verbracht. Gut, dass ich micht für ein Kind als Alleinerziehende entschieden habe. Ich trink auf dich, Tante Otti!

     
  • Avatar of almut

    almut um 8:32 pm am December 3, 2011 Permalink | antworten
    Begriffe: Themen   

    Habe heute meine 8jährige Nichte Elsa verloren Bin… 

    Habe heute meine 8jährige Nichte Elsa verloren.
    Bin mit ihr und 2 Kleinkindern im Gschwisterwagerl der Bim nach gelaufen (du weißt ja nie, wann wieder eine Niederflur kommt…). Elsa hat bei der letzten Tür gedrückt, die ist aufgegangen. Ich bin zur nächsten gerollt, die hat sich geöffnet. Dort war aber kein Platz und niemand ist zur Seite gegangen. Also bin ich zur nächsten Tür, die mir aber nicht mehr aufgemacht wurde. Platz wäre dort aber gewesen. Die Bim ist an mir vorbei gerauscht und ich hab ein paar Sekunden gebraucht um zu realisieren, dass mir ein Kind fehlt. Kurz hab ich überlegt, nachzulaufen und die 2 Kinder im Wagerl stehen zu lassen, ist ja nur eine kurze Station. Hab eine Frau, die ebenfalls mit Kinderwagen bei der Station gesessen ist, gebeten, kurz auf die Kinder zu achten. Nach 4 Sekunden ist mir eingefallen, dass das keine gute Idee ist und hab beim Umdrehen nachgedacht. Da ist auch schon die nächste Niederflur-Bim im Kommen gewesen. Ungefähr gleichzeitig, wie ich in die einsteigen will, erscheint Elsa hinter mir. Sie ist bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen und zurück gelaufen. Sie war keine 5 Minuten weg. Zuerst hat sie selber nicht realisiert, was passiert ist – und was alles passieren könnte. Dann schon. Haben lange darüber gesprochen und sind froh, dass nix passiert ist.
    Im Nachhinein ist oarg für mich, dass ich nicht mit den Kindern im Wagerl der Straßenbahn nach gelaufen bin… das ist mir nicht eingefallen. IMGP6715 225x300 Habe heute meine 8jährige Nichte Elsa verloren Bin...

     
    • littlemama um 9:22 pm am Dezember 3, 2011 Permalink | antworten

      Super Eintrag! Weil was machst du echt in der Situation? Erst mal bist du total planlos! (und bissi hysterisch vielleicht sogar) Ich krieg Gänsehaut wenn ich nur daran denke!

    • Avatar of Patrice Fuchs

      Patrice Fuchs um 10:47 am am Dezember 4, 2011 Permalink | antworten

      Liebe Almut (was für ein schöner Name!!!) – Willkommen auf Babylog! Guter gruseliger Einstieg. Bin gespannt auf mehr!

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