frustriert

Ich bin ein Bißchen frustriert und ich weiß nicht warum. In den letzten Monaten ist eigentlich alles super gelaufen. Trotzdem bin ich down. Die letzten Jahre ist es mir oft nicht gut gegangen. Aber ich hab immer gewußt warum: Ich hab viel gearbeitet, mir viel Mühe gegeben und als dank dafür wurde ich besonders schlecht behandelt. Aber das ist heute nicht mehr so. Ich werde ok behandelt, habe mehr Einkommenssicherheit, viele nette Projekte am Laufen, liebe Kinder, eine schöne Wohnung, super Sommerhaus….what´s the matter with me???
Naja. Das Leben ist nicht mehr so spannend, wie mit 25 und auch die meisten Menschen sind nicht mehr so spannend wie damals (sorry, aber viele von euch dort draußen haben nicht wirklich viel zu erzählen). Außerdem wird die Zeit bis zum Ende meines Lebens immer kürzer und ich kann nichts dagegen tun. Das kränkt mich. In meinem Stolz. Mir ist meine Selbstwirksamkeit sehr wichtig. Ich mag es, dass ich mein Schicksal beeinflussen kann – dass ich Wirkung zeige. Aber gegen den fucking Tod komm ich nicht an. Außerdem gibt es immer noch zu wenig Vorbilder, die uns zeigen, wie man cool alt werden kann. Es gibt genug Frauen, die uns vorleben wie man als coole 40jährige Karrierefrau leben kann. Aber ich persönlich kenne keine Grany, die zb Moped fahrt, Jazz-Zigaretten raucht und in ihrer Freizeit Blumenaus `Geschichten aus dem wirklichen Leben` bitchig kommentiert.
Denn wer will schon a la Erika Pluhar `in Würde altern´? Da könnt ich mich ja gleich taufen lassen.
In Malmö habe ich eine coole Alte kennengelernt. Sie trug ein Leinensackerl mit dem Aufdruck `Die Sozialdemokraten´. Vielleicht war sie aus politischen Gründen nur in Rot gekleidet. Ich fragte sie, ob sie immer nur rot trägt oder manchmal auch andere Farben ausprobiert.
`Jedenfalls nicht in diesem Jahr,´ antwortete sie kryptisch.

letzter tag frustriert

Inspiriert von ihr lakiere mir mit meinen neuen Lieblingsnagellack die Nägel und bin frustriert, weil die Farbe fast aus ist.

frustriert frustriert

Aber ich weiß wen, dem es noch schlechter geht, als mir. Wir trafen ihn in Berlin, als wir von Schweden runterfuhren. Seine Pupillen sagten mir: Aus dem wird kein cooler Alter mehr. Foto gibts diesmal keins – weil weder ich noch Micke uns trauten Menowin danach zu fragen.